10.09.2001 · Für Greenpeace purer Horror: Eine kanadische Firma hat ein Patent auf genmanipulierte Lachse erhalten. Durch Wachstumshormone sollen die Fische achtmal so groß werden wie normal.
Weg von der Natur: Das Europäische Patentamt hat nach Angaben der Umweltorganisation Greenpeace ein Patent auf genmanipulierte Fische erteilt. Das Amt beruft sich dabei auf die umstrittene EU-Richtlinie zu Gen-Patenten, die allerdings in Europa noch nicht durchgesetzt ist.
Wie die Umweltschützer am Sonntag mitteilten, erhielt die kanadische Firma Seabright das Patent für Speisefische, die durch zusätzliche Wachstumshormone im Erbgut großgezüchtet werden. In der Patentschrift werde belegt, dass Lachse dadurch das Achtfache ihrer normalen Größe erreichten.
„Horror für Umwelt und Verbraucher“
In der Greenpeace-Erklärung heißt es, das Patent sei „ein Horror für Umwelt, Tierschutz und Verbraucher“. Abgesehen von Missbildungen könne die Genveränderung zum Aussterben ganzer Populationen führen, wenn die Riesenlachse freigesetzt werden, weil sie ihre Artgenossen bei Fortpflanzung und Nahrungsaufnahme verdrängten.
Offenbar sollen die „Turbo-Lachse“ demnächst auch schon vermarktet werden. Ein entsprechender Antrag wurde nach Greenpeace-Angaben in den Vereinigten Staaten von der Firma A/F Protein, die mit Seabright kooperiert, gestellt.
Christoph Thien, Sprecher von Greenpeace, hält das Patent für einen „weiteren Beweis dafür, dass dem Europäischen Patentamt die Kritik der Öffentlichkeit in Wahrheit ziemlich egal ist. Er fordert, dass Patente auf Lebewesen, Tiere und Pflanzen generell verboten werden.