Den Scheine-Sammler, der verloren gegangenes Geld auf der Autobahn 43 gefunden hatte, hat das schlechte Gewissen gepackt und rund 29.500 Euro bei der Polizei abgeliefert. Der 54jährige Mann aus dem nordrhein-westfälischen Recklinghausen hat angegeben, das Geld selbst auf der Autobahn aufgelesen zu haben, teilte die Bochumer Polizei mit. Die Beamten versuchen nun, das restliche Geld aufzuspüren. Am Montagabend hatte ein Bochumer Firmenchef insgesamt 100.000 Euro auf der Asphaltpiste verloren, weil er seine Geldtasche beim Einsteigen auf dem Autodach stehen ließ.
Die Ehrlichkeit des Finders wird zunächst nicht belohnt, denn sie kam zu spät. „Gegen den Mann läuft nun ein Strafverfahren wegen des Verdachts auf Fundunterschlagung“, sagte Polizeisprecher Michael Bloch. Der Mann hätte das Geld sofort abgeben müssen. Wo die restlichen 70.000 Euro verblieben sind, ist noch unklar. Und auch ob der 54jährige Finder identisch mit dem Mann ist, der von einem Zeugen auf der Autobahn dabei beobachtet worden war, wie er „bunte Zettel“ einsammelt, müsse sich noch zeigen.
Der Firmenchef mit der wertvollen Fracht wollte mit dem Geld die ausstehenden Löhne für 35 Mitarbeiter eines insolventen Betriebs zahlen, den er zu übernehmen gedenkt. Statt dessen flatterten die Scheine aus seiner Tasche an der Auffahrt der Anschlußstelle Bochum-Riemke auf den Asphalt. Die Polizei mußte die Autobahn sogar kurzzeitig sperren, um die restlichen Geldscheine einzusammeln. Dabei kamen nur rund 3.000 Euro zusammen.