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Galerie der Helden Teil 7 Hello Kitty

19.02.2012 ·  Was wären Kindheit und Jugend ohne Idole? Die Poster aus dem Kinderzimmer mögen verschwunden sein, doch ihre Spuren bleiben. Wir präsentieren eine kleine Galerie der Helden. Heute Heldin Nummer 7: Hello Kitty.

Von Jörg Thomann
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© Ole Könnecke

Geboren: 1. November 1974.

Populär seit: 1975.

Bei: Mädchen und Frauen (0-40 Jahre).

Besonderes Kennzeichen: rote Schleife links auf dem Kopf.

Typisches Zitat: -

„Süüüß!“ Das ist der hervorstechende, womöglich auch der einzige Charakterzug der japanischen Cartoonkatze, deren Bild 1974 erstmals erschien. Und zwar, was nur logisch scheint, auf einer Geldbörse. Seitdem ist die Katze für Kleinstkinder mehrerer Generationen zum ersten Kontakt mit der Markenwelt geworden, die schon Zweijährige (und deren Eltern) zu fashion victims macht: Wenn Lilly mit Kitty-Käppi in der Krippe erscheint, wollen Lea und Lena auch eins. Da freut sich die Firma Sanrio, die mit Kitty-Kram einen Milliardenumsatz macht.

In ihrer extrem kindchenschematischen Erscheinung ähnelt Hello Kitty dem Sandmännchen, das aber, anders als Kitty, wenigstens einer halbwegs sinnvollen Tätigkeit nachgeht. Kittys stumme Passivität macht sie nicht nur zum Idol aller kleinen Mädchen, die von einer Karriere als Hostess oder Glücksradbuchstabenumdreherin träumen, sondern zum wohl unbekanntesten Merchandising-Star der Welt, dessen erdichtete Vita kaum einer kennt: Demnach lautet Kittys Familienname White (und ihr Vorname Kitty und nicht, wie die jüngsten Fans annehmen, Hellokitty), sie lebt in London, ist fünf Jahre jung, sie hat eine Zwillingsschwester und viele ebenso zuckersüße Freunde. Hinter Kittys Mund- und Sprachlosigkeit, die sie im Vergleich mit anderen Kinderzimmerquälgeistern wie Pumuckl oder Benjamin Blümchen geradezu erträglich macht, steckt die Idee, dass jeder, ob er traurig oder fröhlich ist, sich in ihr wiederfinden soll.

Das wirkt auch bei den „Kidults“: längst Erwachsene, die sich aus der Kinderwelt nicht verabschieden mögen. Daher laufen auch Mittdreißigerinnen im Kitty-Shirt herum. Und weil zwar nicht die Katze selbst, wohl aber ihr Geschäftssinn mit ihren Fans mitgewachsen ist, ziert sie nicht mehr nur Geldbörsen, sondern auch Kreditkarten.

Noch mehr Helden

In dem Buch „Unsere Helden: Von Flipper bis Lady Gaga“ porträtieren Jörg Thomann (Texte) und Ole Könnecke (Illustrationen) rund 50 Kinder- und Jugendidole aus Pop, Film, Fernsehen,
Comic oder Sport. Sanssouci-Verlag, 128 Seiten, 9,90 Euro.

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Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Gesellschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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