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Galerie der Helden Teil 6 Bud Spencer

 ·  Was wären Kindheit und Jugend ohne Idole? Die Poster aus dem Kinderzimmer mögen verschwunden sein, doch ihre Spuren bleiben. Wir präsentieren eine kleine Galerie der Helden. Heute Held Nummer 6: Bud Spencer.

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© Ole Könnecke

Geboren (als Carlo Pedersoli): 31. Oktober 1929

Populär seit: 1967

Bei: Jungs (6–86 Jahre)

Besonderes Kennzeichen: Bart, Bauch

Typisches Zitat: »Hat dir schon mal einer mit dem Vorschlaghammer
den Scheitel gezogen?«

Wir scheinen da was übersehen zu haben. Doch als wir kürzlich ein T-Shirt mit dem Konterfei Bud Spencers entdeckten, ein schattenhaftes Bartgesicht auf rotem Stoff, da fiel uns endlich die Ähnlichkeit auf: Der dicke Neapolitaner wäre glatt als zweiter Che Guevara durchgegangen, hätte er über die Jahre nur nicht so viel Pasta gefuttert. Und ebenso wie der Comandante stürzte sich auch der Kampfklops in jede Schlacht, die bei Spencer freilich unblutig und viel lustiger verlief – ganz abgesehen davon, dass er anders als el Che stets gewann. Als Revolutionär kann man Bud Spencer schwerlich bezeichnen; mit seinem cineastischen Werk formierte er eher die Gegenbewegung
zum Love & Peace der Sechziger: Was dem Hippie die Blume im Haar, war dem Buddy die Nuss auf den Kopf. Seine Filme lehrten die Jugend, dass auch ein Underdog im Leben was erreichen kann – jedenfalls dann, wenn er gute 1,90 groß ist und kräftig zuschlagen kann.

Spencer selbst hatte, als er noch Carlo Pedersoli hieß, schon einiges erreicht, war studierter Jurist, Schlagerkomponist und mehrfacher italienischer Schwimmmeister, bevor er mehr oder weniger zufällig ins Filmfach rutschte. Seinen Künstlernamen bastelte er aus seinem Lieblingsbier Budweiser und seinem Lieblingsschauspieler Spencer Tracy – ein guter Geschmack insofern, als es für einen »Heineken Humphrey« oder »Jever Yul« mit dem Starruhm gewiss schwieriger geworden wäre. Im Italo-Western Spencerscher Prägung hagelte es statt Kugeln Kalauer und Keile, aufwendig choreographierte Schlägereien hielten einen Plot zusammen, der meist deutlich dünner war als sein Hauptakteur.

Das Prügel-Portfolio des Meisters reicht von der beidhändigen Doppelbackpfeife über den Dampfhammer bis zu »La Bomba«, dem dynamischen Abwerfen von mindestens einer Handvoll Angreifer. Mit seinem Vollbart, dem Kampfgewicht von 156 Kilo und dem brummigen, schlichten Gemüt seiner Filmfigur war Spencer nicht unbedingt ein Frauenschwarm, aber für die gab es ja den blonden Strahlemann Terence Hill. Mehr noch als sein Filmpartner jedoch ist Spencer zur Pop-Ikone geworden. Seine Autobiographie wurde zum Bestseller, und als jüngst Schwäbisch Gmünd mit Hilfe des Internets den Namenspatron für einen Autotunnel suchte, votierten Zehntausende für Bud Spencer. Am Ende wurde nur das Freibad der Stadt nach ihm benannt, was aber auch nicht schlecht ist und ohnehin viel besser passt, Bad Spencer eben. Und kennt irgendjemand irgendwo auf der Welt einen Che-Guevara-Pool?

Noch mehr Helden

In dem Buch „Unsere Helden: Von Flipper bis Lady Gaga“ porträtieren Jörg Thomann (Texte) und Ole Könnecke (Illustrationen) rund 50 Kinder- und Jugendidole aus Pop, Film, Fernsehen,
Comic oder Sport. Sanssouci-Verlag, 128 Seiten, 9,90 Euro.

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Jahrgang 1971, Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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