Von Dominique C. wird berichtet, sie sei so dick, dass eine Schwangerschaft kaum auffällt. Nachdem die 45 Jahre alte Französin aus Villers-au-Tertre in der Nähe der belgischen Grenze gestanden hat, acht ihrer Kinder direkt nach der Geburt getötet zu haben, ist dieser Umstand einer der hilflosen Versuche zu erklären, warum offenbar keiner der etwa 700 Einwohner des Dorfes etwas bemerkt hat von dem Grauen, dass sich in ihrer Mitte abspielte.
Auf dem Bauernhof ihrer Eltern hatte Dominique C. mit ihrem heute 47 Jahre alten Mann Pierre-Marie gewohnt. Nachdem diese gestorben waren, verkauften die Eheleute das Gelände und zogen innerhalb des Dorfes um. Als die neuen Besitzer den Garten umgruben, fanden sie im Erdreich Plastiktüten - und darin winzige menschliche Knochen. Fachleute fanden heraus, dass sie von zwei Neugeborenen stammten, die vor etwa zehn Jahren zur Welt gekommen waren. Die Polizei stellte daraufhin die früheren Bewohner des Hauses zur Rede.
Dominique C. habe umgehend gestanden, dass es ihre Kinder gewesen seien, die sie getötet habe - und dass es noch weitere Leichname gebe, berichtete die Zeitung „Le Parisien“ unter Berufung auf Ermittler. Sie habe für ihre Taten zunächst keinen Grund angegeben. Im Garten des neuen Hauses der Familie C. fanden die Polizisten die Gebeine von sechs weiteren Neugeborenen.
Mehr Leichen nicht ausgeschlossen
Zugleich setzten sie Spürhunde ein. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass es noch mehr Leichname von Neugeborenen geben könnte; nach Informationen des Senders RTL soll Dominique C. sogar gestanden haben, seit 1988 etwa zehn Kinder nach der Geburt getötet zu haben. Das Paar wurde am Mittwochabend in Polizeigewahrsam genommen und am Donnerstag einem Haftrichter vorgeführt.
Dominique C. arbeitete als Krankenpflegerin, ihr Mann ist Zimmermann. Ob er von den Schwangerschaften und den getöteten Kindern wusste, blieb zunächst unklar; er sei völlig benommen und spreche nur wenig, hieß es in Ermittlerkreisen. Ein Nachbar beschrieb das Paar als „zuvorkommend, hilfsbereit, höflich und taktvoll“. Pierre-Marie C. ist unter anderem auch Mitglied des Gemeinderats.
Das Paar hat zwei erwachsene Töchter, auch Enkelkinder soll es geben. Und wie im brandenburgischen Brieskow-Finkenheerd, wo 2005 die Knochen von neun Kindern gefunden wurden, deren Tötung die Mutter Sabine H. gestand, sagen nun die Bewohner: „Es waren ganz normale Leute.“ Doch schon jetzt ist klar, dass es sich in Villers-au-Tertre um den schlimmsten Fall von Kindestötungen in Frankreich seit drei Jahrzehnten handelt.