28.08.2004 · Der französische Serientäter Michel Fourniret, der bislang neun Morde gestanden hat, hat nach Medienberichten schon in den siebziger Jahren junge Mädchen in Hinterhalte gelockt, angegriffen oder vergewaltigt.
Der Serientäter Michel Fourniret, der bislang neun Morde gestanden hat, hat nach Presseangaben bereits in den siebziger Jahren junge Mädchen in Hinterhalte gelockt, angegriffen oder vergewaltigt.
Fourniret habe 1984 der französischen Polizei Angriffe auf 16 oder 18 junge Mädchen gestanden, schrieb die französische Tageszeitung „Le Parisien“ (Samstagsausgabe). Diese Angriffe im Umland von Paris gingen auf die Jahre 1977 und 1984 zurück. „Wir konnten acht seiner Opfer identifizieren“, sagte der damals zuständige Polizeihauptmann Patrick Rousselot der Zeitung. „Einige waren minderjährig. Er bedrohte sie mit einer Pistole oder drohte, ihnen Säure ins Gesicht zu schütten.“
Schwierige Ermittlungen
Die Aufklärungsarbeit sei „sehr mühselig gewesen“, erzählte der Beamte. „Damals war Vergewaltigung ein Tabu, viele junge Mädchen schämten sich, wollten keine Anklage erheben und sagten, es sei nichts geschehen.“ Fourniret sei schon damals nach einem gleichen Muster vorgegangen: „Er nahm gern Anhalterinnen mit oder sprach die jungen Mädchen an Bahnhöfen an“.
Der grauhaarige und schlanke Mann, der nicht unsympathisch wirkte, sei meist vor Gewalt zurückgeschreckt. „Mädchen, die sich gewehrt haben, konnten fliehen.“ Fourniret war 1987 wegen Vergewaltigung verurteilt worden, jedoch vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Im Sommer 2003 wurde er abermals verhaftet, nachdem er eine 13jährige zu entführen versucht hatte. Das Mädchen konnte fliehen. Seine Aussage führte zur Festnahme des heute 62jährigen.
Fournirets ebenfalls verhaftete Frau Monique Olivier hat ihrem Mann zehn Morde vorgeworfen. Er hatte gestanden, neun Mädchen und Frauen ermordet zu haben. Das Paar war Anfang der neunziger Jahre nach Belgien gezogen und hatte dort lange Zeit unbehelligt gelebt.