Die hessische Polizei verfolgt eine neue Spur zum Verbleib des am Freitag entführten Jakob von Metzler. Am Dienstagmorgen hatte die Polizei zunächst einen Teil des Lösegeldes gefunden. Die registrierten Scheine in unbekannter Höhe seien in der Wohnung des 24 Jahre alten Hauptverdächtigen sichergestellt worden.
Bei einer Durchsuchungsaktion auf Bootshäusern eines Yachtclubs am Langener Waldsee waren zuvor Kleidungsstücke, ein Zelt sowie Handschellen gefunden worden. Diese tragen Flecken, gehörten jedoch offensichtlich nicht dem entführten Jungen, sagte ein Polizeisprecher. Im Labor sollen die Flecken genauer untersucht werden. Die Hütte war von einem von vier in dem Entführungsfall Festgenommenen als Versteck genannt worden.
Insgesamt vier Personen festgenommen
Das Waldstück südlich von Frankfurt wurde seit der Nacht zum Dienstag nach einem Hinweis eines der Festgenommenen durchsucht. Er hatte erklärt, dass Jakob in einer Hütte festgehalten werde. Die Polizei brach mehrere Hütten auf und fand dabei nach Angaben eines Sprechers eine Spur, die zurzeit im Landeskriminalamt ausgewertet wird. Genauere Angaben sollten eventuell auf einer Pressekonferenz um 14.00 Uhr gemacht werden.
In der Nacht nahm die Polizei in der Nacht zwei weitere Personen fest. Dabei handelt es sich um ein Brüderpaar aus Frankfurt im Alter von 21 und 23 Jahren. Derzeit befänden sich bereits vier Personen in Gewahrsam, sagte ein Polizeisprecher am Dienstagmorgen. Am Montagnachmittag sei bereits ein Pärchen festgenommen worden, sagte Polizeisprecher Jürgen Linker am Dienstag. Das Mädchen sei 16 Jahre alt, ihr Partner, ein Jurastudent, 24 Jahre.
Polizei: Opfer schwebt in höchster Lebensgefahr
Obwohl eine Million Euro als Lösegeld bezahlt wurden, war Jakob von Metzler am Dienstagmorgen noch nicht freigelassen worden. Nach Einschätzung der Polizei schwebt der Elfjährige trotz der geglückten Übergabe des Geldes am Montagmorgen in höchster Lebensgefahr, da ihn die Kidnapper nicht wie zugesagt freigelassen haben.
Das Privathaus der Familie wurde von der Polizei abgeschirmt. Der als vorsichtig geltende Gymnasiast Jakob war am Freitagvormittag wenige Gehminuten von seinem Elternhaus entfernt gekidnappt worden. Am letzten Schultag vor den Herbstferien habe er auf dem Nachhauseweg den Bus an der gewohnten Haltestelle an einem Supermarkt verlassen, berichtete die Polizei. Ein Mitschüler habe dies beobachtet. Zu Hause kam der Elfjährige aber nicht an. Die Eltern waren auf die wenig später gestellte Forderung der Erpresser eingegangen.
Zeugen gesucht
Die Polizei sucht vor allem Zeugen, die Jakob von Metzler am Freitag noch gesehen haben. Er ist 1,45 Meter groß und hat mittelblonde Haare. Am Freitag trug er den Angaben zufolge einen blau-weiß gestreiften Baumwollpullover, ein Hemd und weiße Turnschuhe der Marke Puma.
Wie verabredet sei das Lösegeld am frühen Montagmorgen in Frankfurt abgelegt worden, sagte ein Polizeisprecher. Entgegen der Absprache mit den Entführern sei der Junge bis zum Abend aber nicht freigelassen worden.