Wie viel sind 20 Prozent? Heinrich Höfer, Leiter der Abteilung Technologie- und Innovationspolitik beim BDI findet ein Fünftel aller Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Ausland zu hoch. Die Firma BASF wirbt damit, dass sie 65 Prozent der Ausgaben in Deutschland tätigt. Zwei Seiten der selben Medaille.
Deutsche Firmen investieren in Forschung nach wie vor vor allem in den Vereinigten Staaten. Höfer begründet dies damit, dass dort die Marktverhältnisse besser seien, die Forschungseinrichtungen offener und mehr Dynamik in den Investitionen des Staates stecke. Während ein Großteil der Firmenaktivitäten oft in den USA liegen, gibt aber beispielsweise Bosch in seinem Geschäftsbericht an, vornehmlich die Präsenz in Asien verstärkt zu haben. Internationalität ersetzt also die Zentrierung auf Amerika. Und Deutschland?
Bei der BASF ist man stolz auf den Forschungsstandort Ludwigshafen/Heidelberg. Pressesprecherin Cordelia Krooß verweist auf die gute Einbindung des Standortes in ein Forschungsnetz. In Heidelberg arbeiteten Unis, Forschungsinstitute und die Industrie eng zusammen. Der Standort sei so attraktiv, dass die Kooperation mit der amerikanischen Lynx Therapeutics ihren Forschungssitz in Heidelberg habe. Und das sei nicht das einzige Beispiel für internationale Forschung in Deutschland.
Der BDI sieht hier jedoch noch großen Nachholbedarf. Das vor allem in der Organisation der Universitäten. Es müsse endlich Schluss damit sein, dass Hochschulen, die viel Geld selbst akquirieren, in der öffentlichen Förderung benachteiligt würden. Eine Änderung der Organisationsstrukturen könnte auch ein weiteres Manko aufheben: Die Hochschulen seien zwar der Hauptpartner der Universitäten, die Max-Planck- und Fraunhofer-Institute seien aber überproportional stark vertreten. Bei den Universitäten bestehe also noch viel mehr die Möglichkeit, Forschungsmittel aus der Industrie anzuziehen und so Deutschland als Forschungsstandort attraktiver zu machen.