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Forschung Führungswechsel bei Max-Planck

 ·  Ab Freitag führt der Molekularbiologe Peter Gruss die Max-Planck-Gesellschaft. Seine Hauptforderung: Mehr Geld für die Grundlagenforschung.

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Der neue Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG), Peter Gruss, hat von Bund und Ländern mehr Geld für die Grundlagenforschung gefordert. Seine Gesellschaft brauche Planungssicherheit und angemessene finanzielle Steigerungsraten. Andernfalls drohten der Stopp innovativer Programme sowie Einschnitte in den Institutshaushalten, sagte Gruss am Donnerstag bei der Jahrestagung der Gesellschaft.

Der Göttinger Molekularbiologe Peter Gruss wird an diesem Freitag offiziell in das Amt als Präsident eingeführt. Er ist Nachfolger des Zoologen Hubert Markl, dessen Amtszeit nach sechs Jahren endet. Markl stellte sich aus Altersgründen nicht zur Wiederwahl. Gruss wurde bereits im November 2001 zu seinem Nachfolger gewählt.

"Sparen ist das falsche Signal"

Derzeit fehlten die erforderlichen finanziellen Spielräume für neue Vorhaben, sagte Gruss. „Sparen an der Grundlagenforschung ist das falsche Signal, denn sie steht am Beginn der Wertschöpfungskette“, sagte er. Für Wissenschaftler müsse ein anderes Tarifrecht gelten, um im weltweiten Rennen um die besten Köpfe mitbieten zu können.

Vorrangiges politisches Ziel sei die Mitwirkung der Max-Planck-Gesellschaft an einer international wettbewerbsfähigen Schul- und Hochschulausbildung sowie an der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Beispiel sei die Einrichtung von 19 „International Max Planck Research Schools“, ergänzte Gruss. Diese Promotionsstudiengänge für Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt wurden von Max-Planck-Instituten und Universitäten gemeinsam eingerichtet.
Der scheidende Präsident Hubert Markl sagte, angesichts der fortschreitenden Globalisierung komme der Öffnung der Max-Planck- Gesellschaft nach außen wachsende Bedeutung zu. Im Jahr 2000 nahmen an rund 1.260 internationalen Projekten etwa 2.600 Partner aus 78 Ländern teil. Bundesweit betrage der Anteil von Ausländern unter den Institutsdirektoren 26 Prozent, in den neuen Ländern liege die Quote sogar bei 44 Prozent. Diese Entwicklung werde sich fortsetzen, betonte Markl.

Bedeutenste deutsche Institution zur Grundlagenforschung

Die Max-Planck-Gesellschaft ist die bedeutendste deutsche Institution für die Grundlagenforschung. Sie hat derzeit 80 Institute und Forschungseinrichtungen, davon 20 in den neuen Ländern. Für die Gesellschaft arbeiten rund 11.600 Mitarbeiter. In den Aufbau der ostdeutschen Einrichtungen wurden der Gesellschaft zufolge bislang mehr als 1,3 Milliarden Euro investiert.

Der MPG-Etat liegt in diesem Jahr bei 1,25 Milliarden Euro. Die Bund-Länder-Kommission hat am kommenden Montag nach Angaben der MPG- Generalsekretärin Barbara Bludau über eine von der Gesellschaft beantragte Etatausweitung um 5,4 Prozent zu entscheiden.

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