Liebesgrüße nach Moskau: Filmstar Gérard Depardieu, frischgebackener russischer Staatsbürger, hat sich in einem Schreiben für die ihm erwiesene Ehre bedankt und seinem neuen Vaterland „abgöttische“ Liebe versichert: „Mein Vater war zu seiner Zeit ein Kommunist, er hörte ,Radio Moskau‘. Dies ist auch Teil meiner Kultur.“ Frankreichs Präsident François Hollande, mit dem er sich wegen dessen Steuererhöhungsplänen verkracht hatte, habe er wissen lassen, dass Russland „eine große Demokratie“ sei, wo kein Bürger sich vom Premierminister „erbärmlich“ nennen lassen müsse - so wie es ihm, Depardieu, durch Premier Jean-Marc Ayrault widerfahren war. „Es gibt keine Schäbigkeit in Russland, es gibt nur große Gefühle“, schreibt der Schauspieler in seinem offenen Brief. „Und hinter diesen Gefühlen steckt sehr viel Zartheit.“ In Russlands Unermesslichkeit fühle er sich nie alleine. Das müsste er erst recht nicht, wenn ihm weitere Kollegen folgen.
Mit Brigitte Bardot hat am Freitag schon die nächste nationale Ikone Frankreichs angekündigt, einen russischen Pass zu beantragen - sofern der Zoo in Lyon zwei an Tuberkulose erkrankte Elefanten tatsächlich wie geplant einschläfert. Und das könnte erst der Anfang sein einer großen Welle von Beleidigten und Beladenen, die ihren Geburtsländern den Rücken kehren und Zuflucht bei Putin suchen. Exklusiv präsentieren wir geheime Schriftstücke aus dem Kreml-Briefkasten.
Mon cher Wladimir,
wir haben uns so lang nicht mehr gesehen, wie geht es Dir? Der kleinen Giulia geht’s gut und dem kleinen Nicolas auch, aber mir ist soo langweilig. Ich model zwar und singe auch wieder, aber früher war einfach mehr los. Heute brütet Nicolas nur noch über seinem Briefmarkenalbum. Du hingegen, mon cher Wladimir, bist noch immer so aktiv, so männlich, so mächtig. Ich habe mal gesagt, dass ich Männer, die die Macht über Atomwaffen haben, sexy finde, und weißt du was? Es war mir damit ernst. Was hieltest Du davon, wenn ich zu Dir käme und Russin würde? Ich habe da schon Erfahrungen, ich war ja mal Italienerin.
Adieu und bis bald,
Deine Carla Bruni
P.S. Ich will auch ganz brav sein und niemals maskiert in einer Kirche singen.
Tag, Herr Putin,
tja, das hätten Sie jetzt nicht gedacht, dass sich nach dem Depardieu und der Bardot gleich noch ein Superschauspieler bei Ihnen meldet, wobei, ich bin ja auch noch Produzent, Drehbuchautor und Regisseur. Nicht von so Truffaut-Kacke, wie sie der Depardieu gemacht hat, sondern von coolen Filmen mit Action und schöner Botschaft, die den Leuten gefallen. Wissen Sie, wie viele Zuschauer bei uns der letzte Asterix-Film hatte? Keine 300.000. Und jetzt sag ich Ihnen, wie viele Besucher meine „Keinohrhasen“ hatten: 6,3 Millionen. Haben Sie bestimmt auch gesehen, hieß bei Ihnen „Krasavchik“. Von den deutschen Kritikern krieg ich trotzdem immer auf die Fresse, und das geht mir tierisch auf den Keks. Wenn ich nun aber Russe werde und bei Ihnen meine Filme mache, da werden die sich ganz schön umschauen. Gut, mein Vater war jetzt kein Kommunist, aber Sie sind auch keiner, oder? Gemeinsam schaffen wir mit „Krasavchik 3“ die 63 Millionen.
Deal?
Ihr Til Schweiger
Genosse Wladimir Wladimirowitsch,
ich darf doch Genosse sagen? Du warst ja mal bei den Kommunisten, und ich war, ich bin bei der SPD. Doch wer weiß, wie lang noch. Mit dem Wahlkampf läuft das hier nämlich gar nicht, und wenn ich nicht Kanzler werde, dann können die mich gernhaben. Du hast es da viel leichter: Du hüpfst alle vier Jahre vom einen auf den anderen Spitzenjob und bleibst so immer oben. Frauen spielen bei Euch auch keine so große Rolle, traumhaft. Bei Euch mitzumischen, das würde mir schon Spaß machen: Ich war ja kurz mal Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, dem Russland Deutschlands, von der Größe her betrachtet. Ich mag Schach und Gas, und auch die Kälte stecke ich weg: In unserer Bonner Villa sind immer nur 18 Grad. Der Medwedjew aber, der ist doch ein Weichei, oder? Magst Du Dich nicht lieber mit mir abwechseln? Ich kann auch gern erst Ministerpräsident werden und erst in vier Jahren Präsident. Eine Sache nur müsste ich wissen: Ich habe gelesen, dass Euer Präsident angeblich nur 90.000 Euro im Jahr verdient. Ist nicht wahr, oder?
Gute Grüße,
Dein Peer Steinbrück
Mensch, Wladi,
Du, das find ich total süß, dass Du dem Obbelix zu dir in den Gremlin geholt hast. Und dem Idefix hoffentlich gleich mit, nich, dass der ganz allein bleibt. Aber Du bist ja Tierfreund, ich hab Dich mit dem Tiger gesehen, und da wollt ich fragen, stehst Du auch auf Katzen? Weil, ich hab ja mein Café auf Mallorca, das hab ich grad schließen müssen, weil das mit all den Fans viel zu voll wurde, und da hab ich mir gedacht, Russland ist bestimmt größer wie Mallorca, da könnte für mich doch noch Platz sein, die Jungs von Vox mit den Kameras müssten aber auch mit. Und ich würd’n schönes Café aufmachen mit Russendisco, in Omsk oder in Minsk oder in Nowobis... Nowiso..., ach nee, da besser nicht. Ich tät jedenfalls gern Deine Katzerina die Große werden, Wladi, denk drüber nach. Und grüß Brüderchen Witali von mir!
Küsschen,
Deine Dani Katzenberger
P.S. Sag mal, ist Euer Meer wirklich ganz schwarz? Macht man sich da beim Baden nicht irre dreckig?
Hallo, Herr Putin,
das war eine Super-Aktion gewesen gerade, wie Sie den Depardieu eingewechselt und damit Holland besiegt haben. Ich habe meine Karriere ja eigentlich beendet, aber solche Spielzüge machen mir Lust, selbst noch mal anzutreten. Ich hab da nämlich ein paar Rechnungen offen, die ich begleichen könnte, wenn Sie mich aufstellen. Ein bisschen Russisch kann ich noch aus der Schule, und wenn Sie mich schnell einbürgern täten, dann könnte ich mit Ihrem Team die deutschen Bubis aus der WM kicken. Da würde der Löw Augen machen, wenn der russische Tiger zuschlägt und das Siegtor schießt - Mischa Ballakow. Wenn Sie mir ein bisschen Training geben, hab ich vielleicht bald auch solche Muckis wie Sie, bin gerade leider etwas außer Form.
Sportliche Grüße,
Michael Ballack
Sehr geehrter Herr Putin,
wenn ich mich bei Ihnen vorstellen darf: Ich bin einer der bedeutendsten Musikkomponisten Deutschlands und habe auch Ihrem schönen Land einen großen Titel gewidmet. Moskau, Moskau, wirf die Gläser an die Wand, Russland ist ein schönes Land, ho ho ho ho hey, Sie erinnern sich? Ich habe den berühmten Schlager-GrandPrix gewonnen, 1982 war das. Und mein großer Traum ist es, dort noch einmal zu siegen. In meiner Heimat aber, da schätzt man mich betrüblicherweise nicht mehr, der Raab und die ARD lassen mich nicht mehr ran. Ich muss meine Lieder jetzt immer in anderen Ländern an den Start bringen, in Montenegro oder San Marino, aber kommen Sie damit mal ins Finale! Was ich brauche, ist ein größeres Land, ein mächtigeres Land, dessen musikalische Genies ich immer bewundert habe: Tschaikowsky, Rachmaninow, Ivan Rebroff. Geben Sie Ihrem Herzen einen Stoß, und lassen Sie es uns wagen. Kosaken, he-he-hebet die Gläser!
Herzlichst,
Ihr Ralph Siegel
Buon giorno, Presidente,
ich habe mit den größten Regisseuren gedreht, ich habe mit Visconti gedreht, I’m the world’s biggest star, was wollen Sie mit dem Depardieu? Der Delon ist schon ein Sackgesicht, aber der Depardieu, che porcheria! Das könnt ihr mit mir nicht machen! Ich habe mit allen gespielt, Elizabeth Taylor, Burt Lancaster. Sankt Moritz ist mir zu eng, New York ist mir viel zu eng, alles Dreck, ich war der Märchenkönig, ich kann Ihr Zar sein. Das russische Kino, ich kenne alles, Eisenstein, Tarkowski, Eisenstein, Moskovskaya, Smirnoff, Gorbatschow, nastrowje! Ich habe mit Visconti gedreht. Brüderchen, Putinchen, lass Dich umarmen, ich war in Kenia auf Safari, ich habe die Welt gesehen, ich komm auch zu Dir, muss nur noch schnell nach Australien zu den Kakerlaken, die sollen mich kennenlernen, ich bin der Einzige, der die Realität sieht. Sobald die mich rauswählen, komme ich. Visconti. Nastrowje.
Mes meilleures salutations, stupido!
Helmut Berger
Du, Wladimir,
der Papa und die Mama wollen mir keine Schokolade geben weil ich mein Zimmer nicht aufräume und das ist gemein und ich hab gesagt dann geh ich zu dem Putin! Da sind die ganz doll erschrocken und haben gesagt das tust du nicht aber ich tus doch. Hast du Schokolade?
Bis später,
Deine Valerie (7)
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