Home
http://www.faz.net/-gum-78xsc
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Flensburger Verkehrsbericht Männer kassieren mehr Punkte als Frauen

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat seinen Jahresbericht für 2012 vorgestellt: Die Verkehrsverstöße wegen Alkohol am Steuer nahmen ab. Die registrierten Fahrten unter Einfluss anderer Drogen nahmen dagegen zu.

© dpa Vergrößern Gut gefüllt: Die Akten im Verkehrszentralregister in Flensburg.

Immer weniger Menschen werden beim Fahren unter Alkoholeinfluss erwischt. Das geht aus dem Jahresbericht des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervor, der am Montag in Flensburg vorgestellt wurde. Mit 147.200 Verstößen wurde im Jahr 2012 ein neuer Tiefststand erreicht. 2011 wurden noch 150.300 betrunkene Fahrer erwischt, 2004 waren es sogar 218.700. KBA-Präsident Ekhard Zinke bezeichnet die Anzahl der Verstöße allerdings weiterhin als „erschreckend viel“.

Außerdem bedeutet die Abnahme der geahndeten Verstöße nicht zwangsläufig, dass es tatsächlich weniger Alkoholfahrten gab. Unklar sei die Dunkelziffer, heißt es im Jahresbericht. Laut Angaben des ADAC aus dem Jahr 2011 wird nur jede 600. Fahrt mit Alkohol überhaupt entdeckt. Zugenommen haben zudem die registrierten Fahrten unter Einfluss von anderen Drogen wie Cannabis, Amphetamin oder Heroin - dort wurde ein neuer Höchststand erreicht.

Mehr als drei Viertel der in Flensburg registrierten Verkehrssünder sind Männer. Rund sieben Millionen (77,6 Prozent) wurden am 1. Januar 2013 in der Punktestatistik geführt. Der Anteil der Frauen lag bei etwa 22,4 Prozent, was zwei Millionen entsprach. Die meisten Verkehrssünder haben zwischen ein bis sieben Punkte. Nur rund 470.000 Menschen haben 8 bis 17 Punkte, der Anteil der Frauen beträgt hier nur zehn Prozent. Die Fahrerlaubnis wird ab 18 Punkten entzogen, aktuell betrifft das 13.000 Personen.

Frauen nicht zwangsläufig die besseren Autofahrer

Das bedeute aber nicht unbedingt, dass Frauen die besseren Autofahrer seien, sagt KBA-Präsident Ekhard Zinke. Bei den vorgestellten Zahlen handele es sich Fallzahlen, er warne vor Interpretationen in die eine oder andere Richtung. So muss es auch nichts mit der vielen Frauen nachgesagten Rechts-Links-Schwäche zu tun haben, dass sie - nach Geschwindigkeitsüberschreitungen - am häufigsten wegen missachten der Vorfahrt ihre Punkte kassieren.

Mit Abstand am häufigsten sind Männer und Frauen wegen zu schnellen Fahrens registriert. Auf Platz zwei der „Sündenliste“ rangierten bei den Männern Alkoholfahrten, gefolgt von Missachtung der Vorfahrt. Bei den Frauen war es umgekehrt: 266.000 waren wegen Vorfahrtsvergehen im Verkehrszentralregister erfasst, 170.000 wegen Alkohols am Steuer.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Prozess in Kempten Ein Drogenfahnder auf Koks

Kemptens ehemaliger Chef-Drogenfahnder steht vor Gericht, weil er im Rausch seine Frau vergewaltigt haben soll. Nach der Tat wurden 1,8 Kilogramm Kokain an seinem Arbeitsplatz entdeckt. Mehr

26.01.2015, 13:13 Uhr | Gesellschaft
Irlands Arbeiterviertel Gangs, Drogen und Gewalt

In den Arbeitervierteln Nord-Dublins dominieren Gangs, Drogen und Gewalt den Alltag vieler Jugendlicher. Traurige Folge: die höchste Mordrate durch Schusswaffen in ganz Europa. Mehr

30.10.2014, 13:55 Uhr | Gesellschaft
Kältebus hilft Obdachlosen Ein König, der in der Kälte residiert

Rund 150 Obdachlose schlafen auf Frankfurts Straßen - auch im Winter bei eisiger Kälte. Die Helfer vom Kältebus touren mit Tee und warmen Worten zu ihren Schlafstätten. Es sind Fahrten durch die Tiefe der Gesellschaft. Mehr Von Christian Palm

28.01.2015, 18:05 Uhr | Rhein-Main
Peru Drogenrazzia in Lima

Die Polizei in Peru hat in Lima mehr als 250 Kilogramm Kokain beschlagnahmt. Sie fanden die Drogen an einem erstaunlichen Ort. Mehr

05.11.2014, 10:06 Uhr | Gesellschaft
Urteil Rocker verwirken das Recht auf einen Waffenschein

Darf Rocker-Funktionären, die nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sind, die Waffenerlaubnis entzogen werden? Das Bundesverwaltungsgericht sagt ja – und weist die Klage dreier Bandidos-Mitglieder ab. Mehr

28.01.2015, 13:37 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 06.05.2013, 13:39 Uhr

Benedict Cumberbatch Entschuldigung für Ausdruck „Farbiger“

Benedict Cumberbatch entschuldigt sich für seine „veraltete Ausdrucksweise“, Keira Knightley hätte eigentlich anders heißen sollen und Schauspieler Eddie Redmayne bedankt sich bei Stephen Hawking – der Smalltalk. Mehr 11

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden