04.11.2005 · Immer wieder sorgten Skandale über verdorbenes Fleisch in Deutschland für Verunsicherung der Verbraucher. Eine Aufstellung von Vorfällen aus den vergangenen zwölf Jahren.
Immer wieder sorgten Skandale über verdorbenes Fleisch in Deutschland für Verunsicherung der Verbraucher. Eine Aufstellung:
2005
Im Oktober wird gegen den ehemaligen Geschäftsführer einer Fleischfirma im niederbayerischen Deggendorf Haftbefehl erlassen. Er soll in mehr als 50 Fällen rund 760.000 Kilogramm für den menschlichen Verzehr untaugliche Geflügelabfälle an Firmen verkauft haben, die diese Ware zu Lebensmitteln verarbeiteten.
Im März ermittelt die Justiz wegen gefälschter Verfallsdaten bei Frischfleisch in ganz Deutschland gegen fünf Handelsketten. In zwei real-Filialen bei Hannover werden Mitarbeiter auf frischer Tat ertappt, als sie verdorbenes Fleisch umpacken. Auch andere Supermärkte geraten ins Visier der Ermittler.
Im gleichen Zeitraum beschuldigen polnische Arbeiter den Fleischproduzenten Stöver aus Niedersachsen, sie hätten verdorbene Ware umetikettieren müssen. Zum Teil soll das Haltbarkeitsdatum von Fleischprodukten um bis zu drei Wochen verlängert worden sein.
2004
Lebensmittelkontrolleure beanstanden jede fünfte Fleischprobe wegen Mängeln bei Hygiene oder Kennzeichnung. Mehr als zwölf Prozent der Fleischproben sind falsch gekennzeichnet, fast fünf Prozent sind verdorben oder haben zu viele Keime.
Ende des Jahres werden zwei Männer aus Niedersachsen beschuldigt, illegal mit sogenanntem Stichfleisch gehandelt und tonnenweise lebensmitteluntaugliches Fleisch verkauft zu haben.
2002
Zu Jahresbeginn kommt mit dem Antibiotikum Chloramphenicol belastetes Kalbfleisch aus den Niederlanden in den deutschen Handel.
1997
Ein Skandal um illegale Rindfleisch-Importe aus Großbritannien verunsichert die Verbraucher. Aus Angst vor der Rinderseuche BSE werden in Deutschland Tausende Tiere getötet. Ende November wird erstmals bei einem deutschen Rind BSE festgestellt.
1993
Berichte über angeblich verdorbenes Fleisch in den Kühltruhen von Supermärkten und Warenhäusern machen Schlagzeilen. Im Zusammenhang über Mängel in Schlachthöfen räumt das Bundesgesundheitsamt ein, daß es offenbar „schwarze Schafe“ gebe, die beanstandetes Fleisch in den Handel brächten.