Home
http://www.faz.net/-gum-6mh3r
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Fernsehserie „Dallas“ Sue Ellen trinkt hier nicht mehr

Nach 20 Jahren Pause geht „Dallas“ in die Fortsetzung. Viele der einstigen Darsteller sind wieder mit dabei im Intrigenspiel um Öl, Macht und Sex.

© dapd Vergrößern Larry Hagman ist natürlich auch wieder dabei

Fast schon schienen J. R., der fieseste Spross des Ewing-Clans, seine Cola-Rum-affine Gattin Sue Ellen und der Western-Softie Bobby in Vergessenheit zu geraten. Nach dem Ende der Kultserie „Dallas“ vor 20 Jahren wurde zwar immer wieder über die Neuauflage des Straßenfegers philosophiert, doch Hollywood wagte sich nicht an eine Neuauflage des Klassikers rund um Öl, Macht und Sex heran.

Seit der amerikanische Sender TNT aber für den nächsten Sommer das Revival des texanischen Familiendramas angekündigt hat, formiert sich in den Vereinigten Staaten eine neue Fangemeinde für „Dallas 2012“.

Mehr zum Thema

Neben den erwarteten Intrigen hat vor allem die Zusage mehrerer Darsteller des Originals, in „Dallas 2012“ aufzutreten, die Faszination geschürt. Neben der Kalifornierin Linda Gray, die damals als Sue Ellen mit ihren sprachlos zuckenden Mundwinkeln Furore machte, und ihrem früheren Serienkollegen Patrick Duffy hat auch das Epizentrum des texanischen Bösen, der 79 Jahre alte Larry Hagman, einen neuen Vertrag unterschrieben. Er wird wieder als Ölbaron J. R. vor der Kamera stehen, das Ränkeschmieden wird er aber der nächsten Generation überlassen.

Eine Kombination aus Alt und Neu

Sein Filmsohn John Ross, inzwischen den Kinder-Cowboystiefeln entwachsen, wird sich mit seinem Cousin Christopher in gewohnter Ewing-Manier gegenseitig die Köpfe einschlagen. „Wir haben versucht, Alt und Neu zu kombinieren, ohne den Kontakt zum Original zu verlieren“, kündigte Drehbuchautorin Cynthia Cidre an. „Die Fortsetzung ist ein Familiendrama mit Flair, eine Show mit echten Emotionen und echter Leidenschaft.“ Während die gut 350 Episoden von 1978 bis 1991 meist in kalifornischen Studios gedreht wurden, hat Cidre auch die Southfork Ranch in der Nähe von Dallas als Drehort wiederentdeckt. „Zum ersten Mal wird ,Dallas' auch wirklich in Dallas gedreht“, versprach sie.

Außer der weißen Ranch sollen die Fans auch die Veteranen der Serie problemlos wiedererkennen. „Wir werden nicht nur kleine Gastrollen übernehmen. Larry, Linda und ich werden in jeder Episode etwas zu sagen haben“, verriet Duffy. „Es bleibt eben ,Dallas' - es sind nur 20 Jahre vergangen.“ Der 62 Jahre alte Schauspieler, der für die neue Staffel vom Juniorchef des dysfunktionalen Ewing-Clans zu ihrem Patriarchen mutiert ist, stand nach den Jahren als Bobby bis 1998 in der Rolle des Frank Lambert für die Sitcom „Eine starke Familie“ vor der Kamera.

Seitdem hat der irischstämmige Buddhist Gastauftritte in amerikanischen Seifenopern und Dokumentarfilmen absolviert. Obwohl er in den neunziger Jahren auch in den beiden „Dallas“-inspirierten Spielfilmen „J. R. Returns“ und „War of the Ewings“ mitwirkte, hielt der Schauspieler eine Fortsetzung des früher in 90 Länder übertragenen Serienwunders bis zu Cidres Anruf kaum für möglich.

Korrupte Werte Amerikas

Dabei spielte Duffy Mitte der achtziger Jahre den skurrilsten Part, der den Zuschauern je zugemutet wurde: Als der Schauspieler damals den Vertrag bei „Dallas“ kündigte und Bobby daher bei einem Autounfall sterben musste, litten auch die Einschaltquoten. Die Produzenten der Serie ließen Duffy schließlich nach 30 Folgen wiederauferstehen, indem sie ihn mit einem fröhlichen „Guten Morgen“ auf den Lippen unter die Dusche seiner Filmfrau stellten. Um den Kunstgriff halbwegs plausibel zu machen, wurden die Episoden ohne Bobby kurzerhand als Traum seiner Pam definiert. Ob Hagman und Gray bei Duffys Comeback damals die Finger im Spiel hatten, ist ungeklärt. Das Trio, das schon während der ersten 13 Jahre „Dallas“ auch nach Drehschluss als unzertrennlich galt, trifft sich bis heute regelmäßig zum Abendessen.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Die Frau von Ekel Alfred Elisabeth Wiedemann ist tot

Die Serie Ekel Alfred machte sie in der Rolle der naiven Hausfrau berühmt. Jetzt ist Elisabeth Wiedemann, die letzte Überlebende des Darsteller-Quartetts, in Oberbayern gestorben. Mehr

27.05.2015, 13:28 Uhr | Feuilleton
Kultserie Neuauflage der Serie Twin Peaks

Twin Peaks, 2015. Showtime. Regie: David Lynch. Serienstart: 2016. Mehr

17.05.2015, 14:23 Uhr | Feuilleton
Kultserie Twin Peaks Jetzt macht er es doch!

Die Begeisterung war groß, als herauskam, dass die Serie Twin Peaks fortgesetzt wird. Dann der Jammer: David Lynch führt nicht Regie. Und jetzt? Hat er den ausstrahlenden Sender mit Hilfe der Fans offenbar ausgetrickst. Mehr Von Ursula Scheer

17.05.2015, 13:50 Uhr | Feuilleton
Tanzende First Lady Michelle Obama auf dem Dancefloor

In der amerikanischen Fernsehshow Ellen hat Michelle Obama das Tanzbein geschwungen und verraten, was sie unbedingt machen möchte, wenn die Amtszeit ihres Mannes als Präsident vorüber ist. Mehr

17.03.2015, 15:16 Uhr | Gesellschaft
Zum Tod von Mary Ellen Mark Die Menschen am Rande

Ihr war kein Leid fremd, und ihre Aufmerksamkeit galt den Menschen am Rande. Mary Ellen Mark betrachtete die Welt durch den Schutzschirm ihrer Kamera. Nun ist sie mit 75 Jahren gestorben. Mehr Von Freddy Langer

27.05.2015, 23:50 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 28.08.2011, 12:29 Uhr

Paul McCartney Keine Joints mehr

Paul McCartney hat seinen Enkeln zuliebe aufgehört zu kiffen, Heiner Geißler transportiert gefährliche Fracht und Mariah Carey hält ihre Zeit bei „American Idol“ für die „schrecklichste“ ihres Lebens – der Smalltalk. Mehr 7

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden