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Fernsehen Empörung über veröffentlichte Bilder der sterbenden Diana

22.04.2004 ·  Der amerikanische Sender CBS hat einen Tabubruch begangen und Unfallfotos der schwerverletzten Lady Diana aus dem Jahr 1997 gezeigt. Aus Rücksicht auf ihre Söhne hatten Medien bisher Abstand von einer Veröffentlichung genommen.

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Sechseinhalb Jahre nach dem Tod von Prinzessin Diana hat ein amerikanischer Fernsehsender ein Tabu gebrochen und erstmals Fotos der Sterbenden gezeigt. In einer Sendung zum „Fall Diana“ präsentierte der Sender CBS am Mittwochabend (Ortszeit) fotokopierte, undeutliche und grobkörnige Schwarzweißaufnahmen vom Unfallort, die nach CBS-Angaben aus vertraulichen französischen Ermittlungsakten stammen. Großbritannien reagierte empört und entsetzt auf den Tabubruch.

Ein unscharfes Bild zeigt die Prinzessin nach dem Autounfall in Paris im August 1997 mit offenbar blutüberstömtem Kopf, wie sie im Autowrack von einem Arzt behandelt wird. CBS zeigte die Fotos in einer Sonderausgabe seines abendlichen Nachrichtenmagazins „48 Hours“, die den verschiedenen Spekulationen und Verschwörungstheorien rund um Prinzessin Dianas Tod gewidmet war, inhaltlich aber nichts Neues brachte.

„Unsensibel und entehrend“

Dianas Familie zeigte sich erschüttert von der Veröffentlichung. „Der Graf (Lord Charles Spencer, Dianas Bruder) und seine Familie sind schockiert und angewidert“, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung. Der Vater von Dianas Geliebtem Dodi Fayed, Mohamed Al Fayed, verurteilte den Sender. „CBS schert sich offensichtlich nicht um die schreckliche Wirkung, die das Zeigen von Bildern von Mordopfern hat“, erklärte er. Für ihn selbst und Dianas Söhne Prinz William und Prinz Harry sei die Veröffentlichung erschütternd. Dem Sender gehe es nur darum, Geld aus der Tragödie zu schlagen. Das Zeigen der Fotos sei unsensibel und entehrend.

Von Seiten des Königshauses gab es zunächst keine offizielle Reaktion. Dianas früherer Leibwächter Ken Wharfe bezeichnete die Veröffentlichung als „bedauerlich“. Es handle sich weder um guten Journalismus noch zeigten die Bilder „irgendetwas, was wir nicht schon wüssten“. Der frühere Palastsprecher Dicky Arbiter nannte die Ausstrahlung der Fotos „besonders geschmacklos“.

Fernsehsender verteidigt Veröffentlichung

CBS verteidigte die Ausstrahlung mit der Begründung, keines der gezeigten Bilder sei „auch nur andeutungsweise deutlich“. Die Bilder stammen laut CBS aus den 6000 Seiten starken französischen Ermittlungsakten zu Dianas Tod, in deren Besitz der Sender sei. Der Deutsche Journalisten-Verband verurteilte den Tabubruch ebenfalls und warnte die deutschen Medien davor, dem CBS-Beispiel zu folgen. Die Veröffentlichung verstoße gegen den Pressecodex. Die Menschenwürde stehe über dem Informationsbedürfnis der Leser und Zuschauer. Es sei auch nicht zulässig, wenn Zeitungen die CBS-Veröffentlichung kritisierten und zu „Dokumentationszwecken“ das Todesfoto abdruckten.

Die französische Justiz kam nach jahrelangen Ermittlungen zu dem Schluß, daß Dianas Chauffeur Henri Paul betrunken war und Medikamente genommen hatte, viel zu schnell fuhr und damit den tödlichen Unfall verursachte. Mohamed Al Fayed geht dagegen von einer Verschwörung aus, mit der eine Heirat seines Sohnes mit Diana habe verhindert werden sollen. Seit Januar läuft in Großbritannien eine eigene Untersuchung zu dem Fall.

Berufungsverfahren gegen Paparazzi

Diana selbst hatte ihren geschiedenen Mann Charles offenbar verdächtigt, er wolle sie umbringen lassen. In einem angeblichen Brief an ihren Butler Paul Burrell hieß es: „Dies ist die gefährlichste Phase meines Lebens - mein Mann plant einen 'Unfall' meines Wagens, Bremsenversagen und schwere Kopfverletzungen.“ Sie solle aus dem Weg geräumt werden, damit Charles seine Geliebte Camilla Parker Bowles heiraten könne.

In Frankreich läuft zudem derzeit ein Berufungsverfahren gegen drei Paparazzi, die am Unfallort Fotos von der tödlich verletzten Diana gemacht hatten. Im November waren die Journalisten in erster Instanz vom Vorwurf der Verletzung der Privatsphäre freigesprochen worden. Die strittigen Fotos von Di und ihrem Freund Dodi Fayed im Autowrack wurden bisher nicht veröffentlicht.

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