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Weltbevölkerungsbericht 2011 Jetzt sieben Milliarden Menschen

 ·  Sieben Milliarden Menschen sind wir in dieser Woche geworden. Mancherorts frisst das demographische Wachstum das Wirtschaftswachstum auf.

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© F.A.Z.

Am kommenden Montag, dem 31. Oktober 2011, hat jeder Mensch 6 999 999 999 Mitmenschen. Sieben Milliarden Erdenbürger sind es dann zusammen, eine Zahl, die sich noch vor 50 Jahren kaum jemand vorstellen konnte. Errechnet haben das die Wissenschaftler des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA). Statistisch kommen in jeder Sekunde 2,6 Menschen hinzu. "Sieben Milliarden Menschen und Möglichkeiten" ist auch der Weltbevölkerungsbericht 2011 überschrieben, dessen deutsche Fassung am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde.

Werner Haug vom Bevölkerungsfonds hob die wichtigsten Folgen des Wachstums hervor: In Weltregionen wie Afrika südlich der Sahara und Südasien, wo viele Frauen noch immer nicht über Zahl und Zeitpunkt ihrer Geburten bestimmen können, frisst das demographische Wachstum das Wirtschaftswachstum auf, die Gesundheitssysteme und Bildungssysteme lahmen, die betreffenden Länder kommen im Kampf gegen die Armut kaum voran. Länder wie China, wo das Wachstum schon abgeflacht ist, sind mit Verstädterung, Migration, großer Umweltbelastung und sozialer Ungleichheit konfrontiert. Industrieländer wie Japan, Südkorea und Deutschland, in denen die Kinderzahlen unter das Ersatzniveau von 2,1 Kindern pro Frau gesunken sind, altern schnell.

Seit die Industriestaaten mit solchen Befunden konfrontiert sind, wächst dort das Interesse an Demographie. Zuvor stießen die Wissenschaftler mit dem Thema oft kaum auf Gehör, weil es scheinbar nur die Länder der Dritten Welt betraf. Auch Hilfsorganisationen, die sich der Verlangsamung des Bevölkerungswachstums verschrieben haben und etwa darauf hinweisen, dass noch immer ein Drittel des Wachstums auf ungewollte Schwangerschaften zurückgeht, erfahren erst seit einigen Jahren größere Beachtung.

Die führende deutsche Organisation ist die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) in Hannover, zu deren Gründern auch der Unternehmer Dirk Roßmann (Drogeriemarktkette) gehört. Die DSW-Geschäftsführerin Renate Bähr sagte am Mittwoch nach der Vorstellung des UNFPA-Berichts, der Familienplanung komme eine Schlüsselrolle zu. Allein in den Entwicklungsländern würden noch immer jedes Jahr 75 Millionen Frauen ungewollt schwanger. Das Verlangsamen des Wachstums nehme auch Druck weg bei der Lösung anderer drängender Probleme wie Umweltzerstörung und Klimawandel.

Interaktiv: Weltbevölkerung von 1950 bis 2015

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Jahrgang 1951, Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

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