Den Text dieses Liedes schrieb der junge Jesuitenpater Spee vor dem Hintergrund des gerade ausgebrochenen Dreißigjährigen Krieges. Inhaltlich wird eine große und fast schon verzweifelte Sehnsucht nach dem Jenseits thematisiert, was durch dynamische Verben, Imperative und Interjektionen aus dem Bereich der Klage veranschaulicht wird. Die damit einhergehende Hoffnung spiegelt sich wiederum in Bildern des Wachsens, des Lebens und der Fruchtbarkeit („regnen“, „Blümlein“, „Sonn“ etc.).
Melodie: Köln 1638, Augsburg 1666 (Rheinfelsisches Gesangbuch)
Text: Friedrich Spee, 1622
1.
O Heiland, reiß die Himmel auf,
herab, herab vom Himmel lauf,
reiß ab vom Himmel Tor und Tür,
reiß ab, wo Schloss und Riegel für.
2.
O Gott, ein’ Tau vom Himmel gieß,
im Tau herab, o Heiland, fließ.
Ihr Wolken, brecht und regnet aus
den König über Jakobs Haus.
3.
O Erd, schlag aus, schlag aus, o Erd,
dass Berg und Tal grün alles werd.
O Erd, herfür dies Blümlein bring,
o Heiland, aus der Erden spring.
4.
Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt,
darauf sie all ihr Hoffnung stellt?
O komm, ach komm vom höchsten Saal,
komm, tröst uns hier im Jammertal.
5.
O klare Sonn, du schöner Stern,
dich wollten wir anschauen gern;
o Sonn, geh auf, ohn deinen Schein
in Finsternis wir alle sein.
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„Weihnachtslieder“ ist ein gemeinschaftliches Benefizprojekt von FAZ.NET, Carus-Verlag und SWR2.
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