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Weihnachtslieder 2012 (23) : „Ich steh an deiner Krippen hier“

  • Aktualisiert am

Bild: Carus-Verlag / Frank Walka

Ausgangspunkt dieses Liedes ist die Betrachtung des Kindes in der Krippe. Ursprünglich fasste der Text von Paul Gerhardt 15 Strophen – heute sind es in der Regel fünf.

          In seinem ursprünglich 15 Strophen umfassenden Text schlägt Paul Gerhardt, eigentlich der lutherischen Orthodoxie verpflichtet, sehr innige und persönliche Töne an, wie sie dann auch später für den Pietismus kennzeichnend wurden. Ausgangspunkt des Textes ist die Betrachtung des Kindes in der Krippe. Die Beziehung zwischen dem Betrachter und dem Kindlein in der Krippe wird in einer hochemotionalen und mystisch gefärbten Sprache zum Ausdruck gebracht. Für das „Schemelli-Gesangbuch“ hat J. S. Bach zu Gerhardts Text eine Aria in C-Moll mit beziffertem Generalbass komponiert. Im Evangelischen Gesangbuch ist die Melodie Bachs abgedruckt, im Gotteslob wurde das auf vier Strophen gekürzte Lied zur Melodie von „Nun freut euch, lieben Christen gmein“ aufgenommen.

          Melodie: Johann Sebastian Bach (1685–1750), Musicalisches Gesang-Buch, hg. von Georg Christian Schemelli, Leipzig 1736, BWV 469
          Text: Paul Gerhardt 1653

          1.
          Ich steh an deiner Krippen hier,
          o Jesu, du mein Leben;
          ich komme, bring und schenke dir,
          was du mir hast gegeben.
          Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
          Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
          und laß dir’s wohlgefallen.






          2.
          Da ich noch nicht geboren war,
          da bist du mir geboren
          und hast mich dir zu eigen gar,
          eh ich dich kannt, erkoren.
          Eh ich durch deine Hand gemacht,
          da hast du schon bei dir bedacht,
          wie du mein wolltest werden.






          3.
          Ich lag in tiefster Todesnacht,
          du warest meine Sonne,
          die Sonne, die mir zugebracht
          Licht, Leben, Freud und Wonne.
          O Sonne, die das werte Licht
          des Glaubens in mir zugericht’,
          wie schön sind deine Strahlen!






          4.
          Ich sehe dich mit Freuden an
          und kann mich nicht satt sehen;
          und weil ich nun nichts weiter kann,
          bleib ich anbetend stehen.
          O daß mein Sinn ein Abgrund wär
          und meine Seel ein weites Meer,
          daß ich dich möchte fassen!






          5.
          Wann oft mein Herz im Leibe weint
          und keinen Trost kann finden,
          rufst du mir zu: „Ich bin dein Freund,
          ein Tilger deiner Sünden.
          Was trauerst du, o Bruder mein?
          Du sollst ja guter Dinge sein,
          ich zahle deine Schulden.“






          Notenblatt und Instrumental-Version als Download

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          - Notenblatt

          - Instrumentalversion

          „Weihnachtslieder“ ist ein gemeinschaftliches Benefizprojekt von FAZ.NET, Carus-Verlag und SWR2.

          Quelle: FAZ.NET

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