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Weihnachtslieder 2012 (17) : „In dulci jubilo“

  • Aktualisiert am

Bild: Carus-Verlag / Frank Walka

Der Dominikanermystiker Heinrich von Seuse, ein Anhänger der Selbstkasteiung, berichtet davon, dass ihm eines Tages ein himmlischer Spielmann erschien und ihn aufforderte, seine selbst zugefügten Schmerzen zu vergessen und zu „In dulci jubilo“ zu tanzen.

          Besonders reizvoll an diesem Lied ist die Mischung von lateinischen und deutschen Textpassagen. Der Dominikanermystiker Heinrich von Seuse (etwa 1295–1366), ein leidenschaftlicher Anhänger der Selbstkasteiung, berichtet davon, dass ihm eines Tages ein himmlischer Spielmann erschien, der ihn aufforderte, mit ihm zu tanzen und seine selbst zugefügten Schmerzen zu vergessen.

          Dieser Himmelsbote sang und spielte „In dulci jubilo“ – theologisch interessant ist dabei, dass der Kreuzestod Jesu im Text nicht erwähnt wird. Denn das Kind in der Krippe hat stellvertretend für den Menschen gelitten und „zieht“ („trahe me post te“)  den Gläubigen direkt ins Reich Gottes, wo er sich gemeinsam mit den Engeln am Hofe des Königs („regis curia“) wiederfindet.

          Melodie und Text: 14. Jahrhundert, durchgehend deutsche Textfassung Hannover 1646

          Lateinisch-deutsche Fassung:

          1.
          In dulci jubilo, nun singet und seid froh:
          Unsers Herzens Wonne liegt in praesepio
          und leuchtet wie die Sonne matris in gremio.
          Alpha es et O, Alpha es et O.

          2.
          O Jesu parvule, nach dir ist mir so weh.
          Tröst mir mein Gemüte, o puer optime,
          durch alle deine Güte, o princeps gloriae.
          Trahe me post te, trahe me post te.

          3.
          Ubi sunt gaudia? Nirgends mehr denn da,
          wo die Engel singen nova cantica
          und die Zimbeln klingen in regis curia.
          Eja qualia, eja qualia!


          Deutsche Fassung:

          1.
          Nun singet und seid froh, jauchzt alle und sagt so:
          Unsers Herzens Wonne liegt in der Krippen bloß
          und leucht’ doch wie die Sonne in seiner Mutter Schoß.
          Du bist A und O, du bist A und O.

          2.
          Sohn Gottes in der Höh, nach dir ist mir so weh.
          Tröst mir mein Gemüte, o Kindlein zart und rein,
          durch alle deine Güte, o liebstes Jesulein.
          Zieh mich hin zu dir, zieh mich hin zu dir.

          3.
          Wo ist der Freuden Ort? Nirgends mehr denn dort,
          da die Engel singen mit den Heilgen all
          und die Psalmen klingen im hohen Himmelssaal.
          Eia, wärn wir da, eia, wärn wir da.

          Notenblatt und Instrumental-Version als Download

          Um das Notenblatt zu „In dulci jubilo“ und die Instrumentalversion zum Mitsingen herunterzuladen, klicken Sie bitte mit rechts auf die folgenden Links und wählen die Option „Ziel speichern unter“ aus:

          - Notenblatt

          - Instrumentalversion

          „Weihnachtslieder“ ist ein gemeinschaftliches Benefizprojekt von FAZ.NET, Carus-Verlag und SWR2.

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