“Es kommt ein Schiff, geladen“ gehört zu den ältesten Advents- und Weihnachtsliedern. Der Text mag heute vielleicht vielen seltsam erscheinen - ist doch der Vergleich einer schwangeren Frau mit einem vollgeladenen Schiff nicht gerade gebräuchlich.
Dabei steht die Schiffsmetaphorik, welche auf Maria und die Menschwerdung Christi hindeutet, inhaltlich im Zentrum des Liedes. In der christlichen Tradition wurde Maria als „navis gaudiorum“ (Schiff der Freuden) und „foederis arca“ (Arche des Bundes) gefeiert.
Melodie: Andernacher Gesangbuch, 1608
Text: Daniel Sudermann, Straßburg um 1626 nach Vorlagen aus dem 15. Jahrhundert
1.
Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.
2.
Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.
3.
Der Anker haft’ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.
4.
Zu Bethlehem geboren
im Stall ein Kindelein,
gibt sich für uns verloren;
gelobet muss es sein.
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„Weihnachtslieder“ ist ein gemeinschaftliches Benefizprojekt von FAZ.NET, Carus-Verlag und SWR2.
