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Trennungsväter : Weil die Mutter es nicht will

Douglas Wolfsperger hat seine Erfahrungen in dem Film „Der entsorgte Vater” verarbeitet Bild: Andreas Pein

Wenn es Streit um die Kinder gibt, gucken Trennungsväter oft in die Röhre. Niemand gebietet Müttern Einhalt, die ihre Exmänner entsorgen. Dass ein Vater das alleinige Sorgerecht bekommt, ist unwahrscheinlicher, als dass das Kind im Heim landet.

          Douglas Wolfsperger hat eine elfjährige Tochter. Hanna* (* Name geändert) lebt 550 Kilometer von ihm entfernt, und es gab eine Zeit, da durfte er ihr alle drei Monate eine Karte schreiben und zum Geburtstag und zu Weihnachten ein kleines Geschenk übermitteln. Hannas Mutter war damals verpflichtet, ihm ebenso oft ein aktuelles Foto von Hanna zu schicken. Inzwischen ist auch das vorbei. Hanna ist aus dem Leben ihres Vaters gelöscht worden. Es ist so, als gebe es sie nicht. Warum? Weil ihre Mutter es so wollte. Und das kam so:

          Katrin Hummel

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Als Hanna ein Jahr alt ist, zieht ihre Mutter Eva Röll* aus der Wohnung aus, in der sie gemeinsam mit Wolfsperger gelebt hat. Als das Kind zwei Jahre alt ist, heiratet sie einen anderen Mann. Hanna heißt jetzt mit Nachnamen wie der Neue, denn Wolfsperger hatte das Sorgerecht für Hanna nicht. Er hat es nie beantragt. Als unverheirateter Vater hätte er das aber tun müssen - automatisch erhält man das Sorgerecht als Mann nur, wenn man verheiratet ist. Doch das wusste er nicht: „Ich war völlig blauäugig“, sagt er.

          Hanna nennt ihn nur noch „Douglas“

          Doch das war nur die erste Überraschung im Laufe von vielen, die in den nächsten acht Jahren kommen sollten und die Wolfsperger und viele andere Väter inzwischen stark an der deutschen Rechtsprechung zweifeln lassen. Die nächste folgte auf dem Fuße: Eine Woche nachdem Eva Röll ihn geheiratet hatte, habe ihm der neue Mann erklärt: „Eva und ich wollen noch gemeinsame Kinder bekommen, und da fände ich es zweckmäßig, wenn auch die Hanna schon mal Papa zu mir sagt, damit es da nicht so ein Durcheinander gibt.“ Er habe nicht zugestimmt, doch seit sechs Jahren nennt Hanna ihn nur noch „Douglas“. „Eva und der Neue haben sich als neue Familie gesehen, und ich war der Störenfried.“

          Douglas Wolfsperger mit seiner Tochter im Jahr 2002

          Als er das erste Mal in die neue Wohnung der beiden gekommen sei, hätten in Hannas Zimmer zwei Fotos im Posterformat an der Wand gehangen, die sie mit dem neuen Mann am Strand gezeigt hätten. „Wie er sie in der Luft hält. Papa-Tochter-Fotos. Mit glücklichem Vater und glücklichem Kind. Ich habe eine unglaubliche Wut gefühlt“, sagt Wolfsperger. Hannas Mutter sagt gar nichts. Sie möchte sich zu dem Thema nicht äußern, teilt ihr Anwalt mit.

          „Du siehst doch, dass das Kind nichts von dir wissen will.“

          Mit der Zeit wird es für Wolfsperger zusehends schwieriger, seine Tochter regelmäßig zu sehen. Eva Röll erklärt vor Gericht, sie und Hanna hätten Angst vor ihm, weil er vor zwei bis drei Jahren manchmal cholerisch gewesen sei. Als Hanna drei Jahre alt ist, muss das Gericht den Umgang regeln. Wenn Wolfsperger sie alle zwei Wochen abholen darf, steht der neue Mann mit Hanna in der Tür und erklärt ihm, wie er sich um sie kümmern muss. Eines Tages klammert Hanna sich am Bein des neuen Mannes fest. Der Mann habe zu ihm gesagt: „Du siehst doch, dass das Kind nichts von dir wissen will.“

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