Home
http://www.faz.net/-gux-72hpi
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Statistisches Bundesamt Eltern sind immer seltener verheiratet

In den vergangenen 15 Jahren hat sich der Anteil der Kinder ohne verheiratete Eltern etwa verdoppelt. Auch die Zahl Alleinerziehender ist gestiegen.

© F.A.Z. Vergrößern

In Deutschland werden Kinder immer seltener in Ehen geboren. Die am Donnerstag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen aus dem Mikrozensus zeigen, dass in Ostdeutschland nur noch etwa jedes zweite Kind in einer bereits geschlossenen Ehe geboren wird. Im früheren Bundesgebiet sind es drei von vier Neugeborenen.

Die aktuellen Zahlen für das Jahr 2011 wurden mit dem Geburtsjahrgang 1996 verglichen. In den 15 Jahren hat sich der Anteil der Kinder, die in Lebensgemeinschaften ohne Trauschein geboren wurden, etwa verdoppelt. In Ostdeutschland ist es inzwischen jedes fünfte Kind, im früheren Bundesgebiet sind es heute sieben Prozent. Größer geworden ist auch der Anteil der Kinder, die von einem Elternteil allein erzogen werden. Mehr als jedes vierte ostdeutsche Kind und fast jedes fünfte Neugeborene im früheren Bundesgebiet leben mit nur einem Elternteil.

Mehr zum Thema

Diese Entwicklung geht einher mit dem Trend, dass heute seltener geheiratet wird - 1996 heirateten noch 427000 Paare, im Jahr 2011 waren es nur noch rund 377000. Auch die Zahl der Alleinlebenden steigt. Zudem wird immer später geheiratet: Männer sind bei der Hochzeit durchschnittlich 33, Frauen 30 Jahre alt. Das Bild der Familie wird von der Ehe entkoppelt. Die Zahlen des Zensus unterscheiden nicht, ob es sich bei den Kindern in Ehen und Lebensgemeinschaften um leiblichen Nachwuchs oder Pflege-, Stief- oder Adoptivkinder handelt.

Weitere Zahlen des Mikrozensus für 2011 zeigen allerdings, dass Kinder in Ehen mit besserer Absicherung aufwachsen. Hohe Einkommen werden am wahrscheinlichsten in Ehen verdient. Verheiratete verfügen mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 25 Prozent über ein familiäres Monatseinkommen von 4500 Euro oder mehr. In Lebensgemeinschaften liegt das Einkommen nur in jedem fünften Fall so hoch. Alleinerziehende verfügen nur in drei Prozent über ein so hohes Einkommen. Die Hälfte der Alleinerziehenden verfügt dagegen nicht einmal über ein Drittel dieses Einkommens von 1500 Euro oder weniger pro Monat.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Jeder Siebte gefährdet Vor allem Jüngere in Hessen von Armut bedroht

Jeder Siebte in Hessen gilt als armutsgefährdet. Das ist dann der Fall, wenn jemand weniger alls 892 Euro im Monat zur Verfügung hat. Vor allem Jüngere sind laut Studie gefährdet. Mehr

19.11.2014, 15:27 Uhr | Rhein-Main
UN-Bericht Kinder werden zunehmend Opfer von Menschenhändlern

Auf der ganzen Welt werden schätzungsweise 21 Millionen Männer, Frauen und Kinder zur Arbeit gezwungen. Viele davon wurden zuvor Opfer von Menschenhandel. Der Anteil an Kindern unter den Betroffenen steigt. Mehr

24.11.2014, 10:25 Uhr | Gesellschaft
Altersarmut Ältere im Westen häufiger von Armut betroffen

Das Armutsrisiko der Älteren steigt. Doch den Rentnern im Osten geht es vergleichsweise gut. Mehr

19.11.2014, 08:44 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 30.08.2012, 19:29 Uhr