20.12.2007 · Der Trend zu Single-Haushalten hält in Deutschland unvermindert an. In der Hauptstadt Berlin lebt schon jetzt in jedem zweiten Haushalt nur eine Person. Doch nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land gibt es immer mehr Einzelhaushalte.
Die Haushalte in Deutschland werden auch in den nächsten Jahren immer kleiner werden. Zugleich wird ihre Zahl insgesamt weiter zunehmen – von rund 40 Millionen im Jahr 2010 auf knapp 40,5 Millionen im Jahr 2025.
Schon heute lebt in jedem zweiten Berliner Haushalt nur eine Person, im Jahr 2020 dürften auch in Hamburg und Bremen mehr als 50 Prozent Einpersonenhaushalte sein. Das zeigt die am Donnerstag vorgestellte Haushaltsvorausberechnung 2007 des Statistischen Bundesamtes, die Ergebnisse für alle Bundesländer bis 2020 umfasst. Demnach wird auch für den Rest der Republik eine Zunahme des Anteils der Einpersonenhaushalte erwartet.
Bis zu 42 Prozent Single-Haushalte
In den Flächenländern bestehen noch 35 bis 41 Prozent aller Haushalte aus nur einer Person, in 13 Jahren werden es zwischen 37 und 42 Prozent sein. Ihre Zahl steigt von 15,8 Millionen (im Jahr 2010) auf 16,7 Millionen (2025). Im gleichen Zeitraum wird die Zahl der Zweipersonenhaushalte von 13,7 auf gut 15 Millionen steigen – allerdings vor allem in den Flächenländern, in den Stadtstaaten bleibt sie konstant. Der Anteil der Haushalte mit drei und mehr Personen wird in allen Ländern sinken.
Mit der Verkleinerung der Haushalte einher geht eine Zunahme der Zahl der Haushalte insgesamt: Mit einer besonders starken Zunahme wird für Hamburg (plus sieben Prozent gegenüber 2007) sowie Bayern und Baden-Württemberg (jeweils plus sechs Prozent) gerechnet. Abnehmen wird ihre Zahl im Saarland, in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Wenige Geburten, getrennte Haushaltsführung
Als Gründe für die Entwicklung zu immer kleineren Haushalten gibt das Statistische Bundesamt die immer noch höhere Lebenserwartung von Frauen und die schneller als bei den Frauen steigende Lebenserwartung der Männer an, die zu einer Zunahme der Ein- und Zweipersonenhaushalte im Seniorenalter führen werden. Hinzu kommen die weiterhin niedrige Geburtenhäufigkeit, die Zunahme der Partnerschaften mit getrennter Haushaltsführung und eine wachsende berufliche Mobilität vor allem bei jungen Leuten.