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Sexualkunde Kätes Liebeslehre vor 40 Jahren

 ·  1969 erschien der Sexualkunde-Atlas. Ministerin Käte Strobel sorgte damit für Aufruhr: Manchen ging das Schulbuch viel zu weit, anderen nicht weit genug. Nach Ansicht der Gesundheitsministerin war es eine „echte Lebenshilfe“.

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Michael Friedrich

Erinnerung an das erste Mal

Erinnern kann ich mich noch an bestimmte Situationen erinnern, als Sexualkundeunterricht in der 4. Klasse angesagt wurde: Mein Vater, sonst stockkonservativ, blätterte interessiert in diesem Heftchen, das wir von der Schule bekamen und Mutter bekam einen Rüffel von ihrer Mutter, als die meinen damals entstehenden Bruder erklärte. Ich glaube, der Sexualunterricht war für viele Eltern eine Erleichterung - auch wenn sie es nicht zugeben wollen.
Vom Liebesakt selber habe ich nichts mitbekommen (oder nicht aufgepasst?), wenn man aber weis, dass männliche Samenzellen auf weibliche Eizellen treffen müssen, war der Vorgang irgendwie schon (noch unappetitlich) vorstellbar.
7.Klasse war der Hammer: Unsere Bio-Lehrerin, ich schätze, sie war nicht älter als dreißig, bekam anfangs bei Ankündigung einen roten Kopf - angesichts der lockeren Teenie-Klasse sehr bemerkenswert. Jedenfalls wurde da öfters gelacht als in anderen Fächern...

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Ogdan Ücgür
Ogdan Ücgür (Ogdan) - 16.06.2009 23:40 Uhr

Was damals alles kaputt gemacht wurde ...

... ist die nächsten 50 Jahre nicht zu reparieren. Über Jahrhunderte entwickelte Lebensformen und urwüchsige gesellschaftliche Mechanismen sind - ohne Not und ohne eine Idee über die Folgen und Nebenwirkungen - damals zerschlagen worden.
Die Ideologie der Linken sah damals vor, daß die uralten Schutzmechanismen der Gesellschaft in Punkto Sexualität zerstört werden sollten. Nebenwirkungen: aus idologischen Gründen ausgeblendet. Der deutsche Nobelpreisträger für Medizin Harald zur Hausen - er hatte schon früh nachgewiesen, daß Mädchen und Frauen durch häufig wechselnde Geschlechtspartner mit Viren infiziert werden, die Gebährmutterhalskrebs hervorrufen und mit steigender Zahl von Geschlechtspartnern das Krebsrisiko enorm ansteigt: "Zur Hausen hat zu früheren Zeiten mit seinem Ansatz sehr kontrovers dagestanden und musste manches Gelächter einstecken", kommentierte die Virologin Karin Mölling vom Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik in Berlin. "Er hat sich gegen alle Widerstände durchgekämpft.“
Doch auch noch in Zeiten von AIDS, Hepatitis, Krebs etc. wird an der Idologie der sexuellen Befreiung festgehalten. Ich hoffe, daß die Ministerin heute von ihrem Gewissen und den tausenden an Krebs gestorbenen Mädchen verfolgt wird.

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Jahrgang 1981, Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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