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Mehr Kinder Geburtenzahl in Deutschland steigt

15.02.2009 ·  Die Deutschen bekommen nach Aussage von Familienministerin Ursula von der Leyen wieder mehr Kinder. „Besonders bei Frauen zwischen 30 und 40 Jahren hat die Zahl der Kinder zugenommen“, sagte die Ministerin in einem Interview. Auch die Wirtschaftskrise werde den Trend nicht bremsen.

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In Deutschland kommen wieder mehr Kinder zur Welt. Von Januar bis September 2008 stieg die Zahl der Geburten um 3400 auf knapp 518.000, wie die Zeitung „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes berichtet. Im Gesamtjahr könne die Zahl der Geburten laut Statistik auf bis zu 690.000 steigen, nach knapp 685.000 in Jahr zuvor. Im Jahr 2007 war die durchschnittliche Kinderzahl je Frau erstmals seit dem Jahr 2000 wieder angestiegen.

Familienministerin Ursula von der Leyen will am Montag den Familienreport vorstellen. Darin habe das Ministerium festgestellt: „Vor allem bei den Männern nimmt der Kinderwunsch zu“. Besonders Frauen zwischen 30 und 40 würden sich vermehrt für eine Schwangerschaft entscheiden, sagte die Ministerin der „Bild am Sonntag“. Gerade in diesem Alter überlegten Paare, ob sie ein Leben mit Beruf und Familie meistern können. Die Vaterrolle ändere sich. „Die Männer wollen heute mehr Zeit mit der Familie verbringen“, sagte die Ministerin. Zudem hätten junge Menschen das Gefühl, die Gesellschaft lasse sie als Eltern nicht alleine.

Wirtschaftskrise wird Trend nicht bremsen

Die Wirtschaftskrise werde auch nicht zu mehr Schwangerschaftsabbrüchen führen, sagte die Ministerin voraus. In rauen Zeiten sei die Familie für viele Menschen der wichtigste Halt. „Wenn die Wirtschaft wankt, hat die Familie Konjunktur“, sagte von der Leyen. Das zeige sich auch daran, dass es weniger Scheidungen gebe und die Zahl der Singlehaushalte konstant bleibe. Geschiedene heirateten zudem viel selbstverständlicher wieder als früher. Kinder seien dabei kein Hindernis.

Auch die gängige Demografieforschung geht davon aus, dass eine gute Konjunktur einen eher negativen Effekt auf die Zahl der Kinder hat und wirtschaftlich schlechte Phasen zu einer höheren Geburtenrate führen. Die meisten Studien deuteten darauf hin, dass die Fertilität eher in schlechten Zeiten steige, so die Auffassung von Thusnelda Tivig, Wissenschaftlerin am Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels. In guten Zeiten würden in der Regel weniger Kinder geboren als in schlechten. „Wenn die Wirtschaft boomt, sind die Einkommensaussichten besser und kinderlos zu bleiben lohnt sich eher“, so auch die Meinung von Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg.

CDU will mehr „Vätermonate“

Passend zum neuen Kindertrend will die CDU nach den Worten der Bundesfamilienministerin mit der Forderung nach einer Ausweitung der „Vätermonate“ in den Bundestagswahlkampf gehen. „Wir müssen die Rolle der Väter weiter stärken“, sagte von der Leyen in dem Interview. Die Ausweitung der Vätermonate stehe deshalb in der nächsten Legislaturperiode ganz oben auf der Tagesordnung.

Die „Vätermonate“ gehören zur Elterngeldregelung. Familien erhalten 14 statt 12 Monate Elterngeld, wenn der Vater sich mindestens zwei Monate für die Kindererziehung von der Arbeit freistellen lässt.

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