07.01.2013 · Das Paar mit dem Kinderwunsch lebte in Deutschland. Dort ist Leihmutterschaft illegal. In der Ukraine nicht.
Von Christiane HoffmannRichtlinien für Lesermeinungen
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Die dt. Behörden sollten sich schämen!
Offensichtlich ist hier vieles falsch gelaufen. Die Ursache dafür,
dass Fälle wie dieser immer wieder passieren, liegen m.E. an
mangelnder Aufklärung. Leihmutterschaft in Deutschland ist z.B.
durchaus nicht verboten. Verboten hingegen ist eine Beratung und oder
Vermittlung von Leihmutterschaft im Ausland. Wären die Eltern
frühzeitig vernünftig beraten worden, wäre der ganze Fall
völlig undramatisch verlaufen. Auch dieser Artikel trägt zur
Desinformation bei wenn es z.B: in der Überschrift heißt
Leihmutterschaft sei illegal. Die komplizierte Rechtslage
läßt sich nun einmal nicht auf das Begriffspaar
"legal" vs. "illegal" reduzieren.
Das deutsche Recht und mehr noch dessen Anwendung jedenfalls sind
unmenschlich und dringend reformbedürftig. Leihmutterschaft wird
sicher nie die Regelmutterschaft; dennoch hat sie ihren berechtigten
Platz in der Vielfalt zur Elternschaft.
"Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ...
7. es unternimmt, bei einer Frau, welche bereit ist, ihr Kind nach der
Geburt Dritten auf Dauer zu überlassen (Ersatzmutter), eine
künstliche Befruchtung durchzuführen oder auf sie einen
menschlichen Embryo zu übertragen."
Ich halte das für ziemlich eindeutig.
Auch die Wiederholung einer falschen Aussage macht sie nicht richtiger
Ein Blick in den Gesetzestext erleichtert oft die Rechtsfindung. Leider
ist im ESchG die Leihmutterschaft weder verboten noch erlaubt. Richtig
ist, dass die Handlungen bestimmter Personen mit Strafe bedroht sind und
die Handlungen anderer Personen ausdrücklich von Strafe befreit
sind. Von einem Verbot von Leihmutterschaft insgesamt jedenfalls ist in
diesem Gesetz nirgendwo die Rede.
Die in diesem Artikel vorgetragenen Fakten des konkreten Falles sind
leider zu vage, als dass man hier beurteilen könnte welche
juristischen Probleme es tatsächlich gab.
Embryonenschutzgesetz
Die künstliche Herbeiführung einer Leihmutterschaft (darunter
fällt auch die künstliche Befruchtung der Eizelle der
Leihmutter) sowie der Versuch dazu und die Vermittlung sind laut §
1 ESchG in Deutschland klar verboten. Solche Handlungen als illegal zu
bezeichnen ist also durchaus korrekt.
Die spendenden bzw. empfangenden Personen selbst bleiben in jedem Fall
straffrei. Und das Gesetz kennt Handhaben, falls es trotz nationalen
Verboten zur Leihmutterschaft gekommen ist (z.B. im Ausland wie hier
geschehen). Das bedeutet nicht automatisch, dass es sich hier um eine
Grauzone handelt. Vielmehr war hier das Problem, dass die Leihmutter
auch als Mutter eingetragen war und selbstverständlich verlangt die
deutsche Botschaft dann auch nach dem Einverständnis dieser Mutter.
Sonst könnte ja jeder einfach ein paar Kinder aus der Ukraine
mitnehmen und zu den eigenen machen.
"Warum ist Leihmutterschaft illegal, wenn doch die Leihmutter
einverstanden ist? Sie finden, dass die Frauen frei entscheiden sollten.
Auch wenn manche es aus Not tun."
Wo bleibt die freie Entscheidung, wenn man aus der Not heraus handelt?
So hart das für Menschen mit Kinderwunsch sein mag, aber
letztendlich ist auch die Leihmutterschaft ein Verkauf des eigenen
Körpers und damit eine ziemlich perfide Form der Prostitution. Denn
sie schließt indirekt den Verkauf des unmündigen Lebens mit
ein. Zudem dürfte die psychische Belastung der
"Bauchmütter", die sich entgegen entsprechender Signale
ihres Körpers zu keiner Gefühlsregung hinreißen lassen
dürfen, ähnlich hart sein.
Wir leben in Zeiten in denen der weibliche Körper immer mehr zur
Ware degradiert wird. Es ist daher beruhigend, dass immerhin noch ein
paar Grenzen existieren.
Prostitution bezeichnet die Vornahme sexueller Handlungen gegen Entgelt
Für manche Menschen ist jede Form der abhängigen
Beschäftigung ein Akt von Ausbeutung und eine Form der
Prostitution. Möchten Sie auch jene Frauen als Prostituierte
bezeichnen die für einen Hungerlohn in Bangladesch als Näherin
unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten nur damit hierzulande
im Textildiscounter Kleider zu Spottpreisen angeboten werden?
Eine Frau jedenfalls die ihrer Schwester und ihrem Schwager ihren Bauch
"leiht" damit diese dennoch ein eigenes leibliches Kind
bekommen können ist schwerlich als Prostituierte zu bezeichnen.
Leihmutterschaft jedenfalls kennt wie eine traditionelle Schwangerschaft
viele Facetten. Allen Beteiligten jedenfalls gebührt Respekt!
Gut das Leihmutterschaft verboten ist!
Mir zeigt diese Geschichte wie gut es ist das die Leihmutterschaft in
der BRD verboten ist. Gerade in ihren sehnlichen Wunsch nach einem Kind
geht dieses Paar viele Risiken ein. Ein Kind muß her, koste es was
es wolle und nicht wenige Paare und Kinder zerbrechen daran. Was bleibt
beim Scheitern übrig? Das Kind das nicht weiß wer sein Vater
und seine Mutter ist, ein Kind as nicht weiß wohin es gehört.
Deshalb ist eine Leihmutterschaft im Interesse des Kindes zu verbieten.
Mag sein das sich dies hart anhört und Eltern mit Kinderwunsch das
als hart empfinden, aber Kinder sind kein Spielzeug oder Hobby oder
sonst was in der Art. Kinder bedeuten Verantwortung übernehmen und
wer seinen Kinderwunsch höher stellt als alles andere, der stellt
es auch über das Wohl des Kindes.
Egomanie und Larmoyanz statt moralischer Skrupel und Anstand.
Warum geht es in dem Artikel nicht um die Kinder, die zum bloßen
Objekt eines widerlichen Handels gemacht werden? Warum geht es nicht um
die sozialen Nöte der Leihmütter? Warum nicht um die
skrupellosen Geschäftemacher in der Ukraine?
Weil es in unserer Gesellschaft nur um das "ICH" geht. Schade,
dass diese Egomanen hier auch noch ein Forum bekommen.
Das ist die richtige Frage darauf
und es ist schockierend das Eltern die unbedingt ein Kind wollen, am wenigsten an das Kind und am meisten nur an sich denken.