23.01.2013 · Mit ihren Hausaufgaben sollen Kinder zeigen, was sie im Unterricht gelernt haben. Doch nur die wenigsten arbeiten zu Hause allein: Zwei von drei Elternpaaren helfen dem Nachwuchs. Doch tun sie den Kindern damit etwas Gutes, oder schaden sie ihnen sogar?
Von Katrin HummelRichtlinien für Lesermeinungen
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Was mich als (Klassen-)lehrer am meisten stört ist, dass es immer
weniger "normale Eltern" gibt, die ihren Kindern mal eine
Frage bei den HA beantworten, einmal im Jahr zum Sprechtag kommen und
für ein Gespräch zur Verfügung stehen, wenn es nötig ist.
Entweder es sind diese , die ihre Kinder coachen und selbst die
Facharbeit von Oberstufenschülern noch von einer befreundeten
Lehrerin nachkorrigieren lassen und dann eine Note besser fordern - oder
es sind die, die weder auf Einträge im HA-Heft reagieren, noch auf
Briefpost oder Email (manche geben die Adresse gar nicht erst raus!).
Extremfälle (sowohl Eltern als auch Schüler sind mit
"extrem" gemeint) muss ich jedes Mal von verschiedenen
Telefonen anrufen, damit sie mich nicht an der Nummer erkennen und dann ignorieren.
Wer seinen Kindern so vorlebt, dass Schule nur lästig ist und man
den Lehrer nur richtig verarschen muss, damit man seine Ruhe hat - der
braucht sich nicht zu wundern, wenn die Kinder nicht durch die Schule kommen...
...und selbst die Facharbeit von Oberstufenschülern noch von einer befreundeten Lehrerin nach
Danke, Sie sprechen mir aus der Seele. Ich habe gerade den Noten-Marathon für die Halbjahreszeugnisse hinter mir und fühle mich wie nach einer Schlacht. Viele Eltern scheinen Schule mit einem Basar zu verwechseln...Noten und Einschätzungen des Lehrers werden immer öfter angezweifelt und bessere Zensuren im Extremfall eingeklagt. Wer Qualität und Leistung einfordert, hat es extrem schwer, muss sich oft übertriebene Härte und zu hohe Leistungsanforderungen vorwerfen lassen. Ich habe schon lange nicht mehr den Eindruck an einem Gymnasium zu unterrichten, denn heute ist es gesellschaftliche Norm, Abitur in der Tasche zu haben und wehe dem, der es nichts schaffen sollte - Schuld sind immer die Lehrer - entweder weil sie angeblich inkompetent und lasch sind oder weil sie viel zu hohe Anforderungen an die Schüler stellen. Ich möchte nicht wissen, wieviel eigentlich nicht geeignete Schüler im GY sind, weil Sek I Lehrer von Eltern massiv unter Druck gesetzt wurden, geschönte Noten zu geben....
Bayerischer Bildungsdurchfall überall?
In Bayern hat sich mit dem G8 die Zahl der Wiederholer (auch Durchfaller
und Sitzenbleiber) erheblich erhöht. Auch die Quote des nicht
bestandenen Abiturs hat sich fast verdoppelt.
Dass die bayerischen Grundschüler in Vergleichstests so gut
abschneiden, ist der nacharbeitenden Mutti geschuldet, nicht dem
besseren Bildungssystem. Denn dass es Schulen in Bayern gibt, die
lediglich eine Übertrittsquote ans Gymnasium von 16% haben und
andere wiederum mit einer Quote von 96%, zeigt deutlich, wie
Abhängig dieses System von Muttis Hilfe ist.
Auch die Umsätze der Nachhilfeinstitute oder Sprachreisen für
Schüler geben einen guten Überblick über die extra
Leistungsoptionen der betuchten Eltern.
Wer sich der Illusion hingibt, dass diese Voraussetzungen bei gleicher
Intelligenz keine Auswirkungen auf den Bildungs- und Karriereverlauf
hätten, der verkennt die Realitäten.
Die bayerischen Abiturienten und Studenten sind 2. Schlusslicht, sagt
der Bildungsmonitor, was den Erfolg anbelangt!
Ach ja, die Mütter....und dann auch noch Teilzeithausfrauen.....böse, böse
Mit ihren Hausaufgaben sollen Kinder zeigen, was sie können?
Theoretisch stimmt das sehr wohl. In der Praxis sieht es eher so aus,
dass die Hausis eben sehr oft gar nicht kontrolliert werden und die
Kinder für ihre Arbeit kein feedback bekommen. Das machen sie dann
ein paar mal und fragen sich dann zu Recht, warum sie etwas tun sollen,
für das sich sowieso keiner interessiert. Mal von dem
millionenschweren Schulstundenausfall ganz abgesehen.
Es gibt übrigens auch ganz andere Fachleute, die man zitieren kann.
Z.B. den leider schon verstorbenen Prof Kurt Singer. Z.B. seinen Artikel
"Retten Nachhilfe-Mütter das Gymnasium?"
Ich teile seine Schlussfolgerung, dass eine SchulPFLICHT keinen Sinn
ergibt, solange Schule keine Veranwortung für den Schulerfolg
übernimmt. Und da verweise ich mal auf die 7 Mio Analphabeten, die
das Land mittlerweile hat, die übrigens das Schulsystem durchlaufen haben.
Aber prügelt ruhig weiter die Mütter als frustrierte Säue
durchs Dorf. Ist gerade politiscg in!
Ist das Niveau des Gymnasiums in den letzten Jahrzehnten so sehr gestiegen, dass Unterstufenschüler ihre Hausaufgaben nicht mehr alleine bewältigen können ? Das kann doch wohl nicht sein. Entweder die Eltern üben zwanghafte Kontrolle über ihr Kind aus oder aber das Kind gehört schlichtweg nicht auf das Gymnasium. Ich tendiere eher zu Letzterem.
Wenn ich mir so anschaue wie wenig Gymnasiasten heute an Hausaufgaben aufbekommen, scheinen die Sorgen bald überflüssig zu werden. Bei reichlich Vertrtungsstunden macht man die dann auch gleich in der Schule.
Ich finde die Zustände, die da im Artikel geschildert werden
unmöglich. Entwickelt sich Deutschland langsam zu China? Hätte
meine Mutter so mein Leben organisiert, wär ich totunglücklich
gewesen. Habe mein Abi erst vor 6 Jahren gemacht und da war nirgendswo
Notwendigkeit zu so straffer Wochenorganisation. Ich wurde zwar von zu
Hause sehr gut versorgt, schulisch habe ich aber alles selber geregelt
und schwierig war es wirklich nicht..
Meiner Meinung nach ist solche Vorgehensweise mit seinem Kind einfach
unhaltbar. Genau das ist Wettbewerbsverzerrung und treibt die NCs an den
Unis nach oben und verdrängt wirklich Fähige. Man sollte sich
vor Augen halten, dass einfach nicht jedes Kind für Abitur geeignet
ist und es da auch keine Garantie drauf geben darf, auch nicht für
Kinder von Lehrerinnen/Ärzten/etc.
Der Realschulabschluss braucht viel mehr Anerkennnung und
Möglichkeiten in Sachen Ausbildungsplatzwahl, während Abi
einzig aufs Studium vorbereiten sollte.
Das gleiche Bild
Bei mir ist es ähnlich. Ich verstehe nicht, weshalb Eltern einen
solch großen Druck als Notwendigkeit ansehen. Okay, doch, wenn ich
mir die Eltern der anderen Kinder noch einmal ins Gedächtnis rufe,
die permanent auf meiner "Rabenmutter" herum hacken mussten.
Die Mär von der perfekten Mutter ist offensichtlich noch immer Tief
in unserer Gesellschaft verankert. Passt zumindest sehr gut zu einer
entsprechenden Umfrage, die hier veröffentlicht wurde.
Ich jedenfalls habe die Schule selten als Überforderung empfunden
und Hausaufgabenhilfe seitens meiner Eltern habe ich auch kaum bekommen,
was vor allem daran lag, dass diese spätestens nach Eintritt ins
Gymnasium schlicht zu "doof" dafür waren und auch dazu
standen (anstatt zu behaupten, der Stoff sei FÜR DIE KINDER zu
schwer).
Stattdessen bekam ich zwei Dinge: Viel Lob, wenn ich etwas gut gemacht
habe und allenfalls einen milde erhobenen Zeigefinger, wenn mal ein
Ausrutscher passierte
Das alles ist nur Spiegel eines fragwürdigen "Arbeits"begriffs
Was in den Schulen und dann in der Folge zu Hause mit unseren Kindern in Deutschland geschieht, ist logische Folge des durchschnittsdeutschen Erwachsenendaseins. Da muss täglich auf welche Art auch immer geheuchelt werden, dass man "gerne" zur Arbeit geht und dass dies der Lebensinhalt ist. Blödsinn. Arbeit ist Beschaffung der Lebensgrundlagen für das EIGENTLICHE Leben und sonst nichts. Aber auf diese Erwachsenenheuchelei werden die Kinder eben vorbereitet. In einem spassfreien Schulsystem, dass alle Erkenntnisse gehirngerechten Lernens bis heute ignoriert. "Arbeit" (wohl auch schon in der Schule) gilt bei uns ja nur als Arbeit, wenn sie bitter schmeckt. Bloß keine Lebensfreude beimischen! Was fragen wir denn ein Kind? "In welcher Klasse bist Du denn? Was ist denn Dein Lieblingsfach? Bist Du denn gut in der Schule (was immer das ist)?" Alles überflüssiger Kram, der nichts mit dem wertvollen kleinen Wesen vor uns zu tun hat. Aufschlussreich dazu auch die Kinderkommentare im Artikel...
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.01.2013 09:24 UhrSprichwort
Wenn du ein paar Stunden glücklich sein willst, schlafe.
Wenn du ein Jahr glücklich sein willst, habe ein Vermögen.
Wenn du ein Leben lang glücklich sein willst, liebe deine Arbeit.
Herr Frenzel, es tut mir sehr leid, dass Sie die für sich passende
Arbeit (noch?) nicht gefunden haben. Aber Sie werden sich damit abfinden
müssen, dass die Arbeit ein existenzieller Bestandteil Ihres Lebens
sein wird. Mit der Einstellung, sich das Mögen seiner Arbeit
grundsätzlich zu verbieten, werden sie Ihre Verbitterung allerdings
niemals los werden.
Ich mag tatsächlich das, was ich gelernt habe und aktuell tue, weil
es meiner Begabung und meinen Interessen entspricht. Warum sollte ich
diese Tätigkeit also Grundsätzlich hassen, nur weil ich damit
zufällig auch meinen Lebensunterhalt verdiene? Gehen Sie mit
offenen Augen und Herzen durch's Leben und sie werden für sich
selbst auch einen passenden Weg finden.
Die Kinder haben seit Jahrzehnten unter der Unfähigkeit der Lehrplangestalter zu leiden.
Diese "curiculieren" seither und erst Pisa offenbarte, daß die Kultusminister diese lebensnotwendige Aufgabe scheuklappenbehafteten Fachidioten anvertraut haben. Diese Spezis ist unfähig die negativen Auswirkungen ihres fachlichen Tuns zu erkennen. Niemand kann sich gegen diese Diktatur der Unvernunft wehren. Lehrer, die den Unfug der Stoffüberfrachtung gleich erkannt haben, werden schon im Ansatz eines Widerspruchs gemaßregelt und geduckt. Schüler wie Eltern sind machtlos. Die Theorie des Lehrablaufs für eine bestimmte Stoffauswahl, also das sog. Curiculum ist äußerst wichtig. Sie wird aber seit Jahrzehnten von ausgewählten Narren betrieben, die nicht dumm sind aber völlig vergessen haben, daß eine schöne Kindheit, das spielerische kindliche Erleben, nicht schon in der Schule durch Überfrachtung völlig abgewürgt werden darf. Die Politik? merkt nichts! Deutschland stirbt aus, Wer hat auch schon ein Interesse daran, sich freiwillig in eine Art Vorhölle, sprich Schule zu begeben
Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 07:18 UhrCurricula - wacht die ?
Vieles in den Lehrplänen könnte rausfliegen - da gebe ich
Ihnen recht. Auch dass in der Kultusbürokratie, die darüber
entscheidet nicht die richtigen Leute sitzen, trägt dazu bei. Das
sind nämlich alles ehemalige Lehrer, die keine Lust mehr auf den
Job haben oder nie Lust auf die Arbeit mit Kindern hatten. Oder es sind
verkopfte Wissenschaftler von der Uni, die noch nie eine
Unterrichtsstunde an der Schule gehalten haben. Und dann sind doch in
den Aufgaben für das Zentralabitur in NRW noch Fehler , sodass
"externe Experten" geholt werden sollen...
Übrigens: hier schreibt ein Lehrer...
@ Frau Müller und Herr Hemp
Die vergleichende Arbeit von Frau Kreitz-Sandberg „Suizid bei
Jugendlichen in Japan und Deutschland“ zeigt klar, daß die
Suizidrate von Jugendlichen in Japan nicht höher sind als in
Deutschland. Jünger Berichte über eine Häufung von
Suiziden von Schülern sehen den Grund für diese im Mobbing
durch Mitschüler, aber nicht im Schulsystem. Mobbing ist ein
allgemein verbreitetes Problem in heutigen Gesellschaften,
losgelöst von Schulsystemen, und in Deutschland häufiger
anzutreffen als in Ostasien. Allerdings ist traditionell Selbstmord in
Ostasien anders bewertet als im westlichen Kulturkreis, damit die
Hemmschwelle sehr viel niedriger.
Frau Müller, was Sie zum Studium in Japan ausführen trifft
genau so auf Deutschland zu, wenn man die Orchideenfächer
betrachtet. In dem Bereich der MINT-Fächer sind die Forderungen
höher, falls man die Prüfungen für die Aufnahme eines
Masterstudiums schaffen will.
Japan und Korea ...
... sind nicht als Vorzeigesysteme zu gebrauchen, werter Herr Tamago.
Die Selbstmordrate in beiden Ländern steigt seit Jahren
kontinuierlich an und die Entscheidungen der Führungsetagen nehmen
an Qualität seit Jahren kontinuierlich ab - teilweise in
dramatischen Mass.
Das sie ausgerechnet diese beiden Länder zitieren, finde ich schon
bemerkenswert. Denn in beiden Ländern sind Kinder fast nur noch
Automaten, die gedrillt werden.
Wenn das so erstrebenswert wäre, müssten ja beide Länder
immer erfolgreicher werden. Dem ist aber nicht so.
Meine Kinder muessen nicht schon in der vierten Klasse Einsteins
Relativitätstheorie widerlegen können. Wofür auch.
Schulleben in Japan
Morgens Schule, mittags Schule, spätachmittags AGs, abends
Nachhilfe. Letzteres ist für fast alle unbedingt erforderlich, da
das Pensum sonst kaum zu schaffen ist. Viele Schüler schlafen
während der Unterrichtszeit, die vor allem aus Frontalunterricht
mit wenig Selbstbeteiligung besteht, weil sie sonst kaum Zeit dafür
haben. Ohne Studium ist es schwer einen Job zu bekommen, also muss man
sich durch die komplette Ausbildungskette quälen, ob man nun
überfordert ist oder nicht. Dafür ist das Studium selbst meist
(im Vergleich zu hier) eine sehr laxe Veranstaltung und die schwierigste
Leistung ist überhaupt die Aufnahmeprüfung zu schaffen. Dann
allerdings hat man in der Tat seinen Job sicher.
Dass die Suizidrate auch bei Jungendlichen in Japan mehr als doppelt so
hoch ist wie in Deutschland, muss ich da wohl nur noch am Rande erwähnen.
Wo haben Sie den das her?
Haben Sie Vergleiche zu anderen Ländern?
Meine jüngste Tochter besucht die 7. Klasse eines deutschen
math.nat.-Gymnasiums. Sie erhält halbjährlich als Japanerin
die japanischen Schulbücher (Paperback - kostenlos). Dort ist sie
in der 6. Klasse. Festzustellen ist, die japanischen Kinder in der
6.Klasse sind in Mathe weiter als die Schüler hier in der 7. Mit
Physik und Chemie haben die schon begonnen, da fängt es hier erst
in der 7. mit Physik an. Die Curricula in Deutschland sind denen in
vergleichbar entwickelten Ländern unterlegen und weniger fordernd.
Bemerkenswert ist aber, daß in Japan und Korea (eher noch
ambitionierter) immerhin über 90% bzw. über 95% eines
Jahrgangs 12 Schuljahre durchlaufen. Nach Überforderung sieht das
nicht aus.
Klar müssen die Eltern helfen.
Das hängt auch nicht davon ab ob das Kind hochbegabt ist oder nicht
- eher davon ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Begabung allein
lernt keine Vokabeln. Es gibt Jungs, die würden ohne Druck zu Hause
nie etwas machen, weil sie 1000 Sachen haben, die sie lieber machen. Und
weil sie Jungs sind ist es ihnen auch erst mal egal, wenn sie dann eine
fünf bekommen -passiert ja erst in der Zukunft. Das ändert
sich vielleicht mit 17, aber dann kann es zu spät sein.
Sicher, im Vergleich zu anderen Ländern mit Ganztagesschulen ohne
Hausaufgaben, erfordert das Schulsytem in Deutschland die Mitarbeit der
Eltern im besonderen Masse.
Meine ganz besondere Hochachtung gilt deshalb den Kindern
ausländischer Eltern, die es trotzdem schaffen. Allein schon die
verschwurbelten Texte in vielen Schulbüchern zu verstehen ist eine
Meisterleistung für Nicht-Muttersprachler.
Wenn Eltern ...
... nicht jede Disziplinlosigkeit ihrer Jungen von Anfang an mit dem Sprichwort "Jungs sind eben Jungs" ignorieren würden und ihnen stattdessen auch nur einen Bruchteil der Disziplin anerziehen würden, auf die Mädchen von Anfang an getrimmt werden, dann würde es auch etwas werden mit dem selbstständigen Lernen. Leider werden den Meisten ihre Erziehungsfehler erst in der Schule bewusst und dann liegt es natürlich nicht an ihnen selbst, sondern an den bösen Lehrern - denn schließlich sind Jungs ja Jungs. Was für ein Teufelskreis. Die armen Kinder.
Der letzet Absatz
Herr Borg macht ihre guten Ausführungen zunichte. Auf wen soll denn noch alles Rücksicht genommen werden?
Es ist unglaublich, was deutsche Eltern ihren Kindern zumuten
Am 11. Januar wird in dem Bericht „Vierzig Stunden in der
Kita“ klar gezeigt, wie Kleinkinder in Zusammenarbeit mit einer 24
Stunden/365 Tage Kita in Deutschland behandelt werden.
Am 20.Januar nun der Bericht „Mami hilf mir!“ in der FAS.
Kinder, die nicht reif sind für das Gymnasium werden mit
stundenlanger Nachhilfe durch die Eltern gequält. Selbst eine
Mutter die als ausgebildete Lehrerin nicht erkennt, daß ihr Kind
nicht die notwendige Reife besitzt, zwingt ihr Kind in eine
aussichtslose Situation. Für Kinder, die nach dem 4. Grundschuljahr
nicht reif sind für das Gymnasium, bietet die
Gesamt-/Gemeinschaftsschule alle Möglichkeiten. Aber nein, diese
Mütter suchen den Grund für das Versagen des Kindes bei den
Lehrern, in der Schule, sie fordern wieder G9.
Es gibt genügend Kinder, die langweilen sich auch im G8, die
brauchen maximal 1 Stunde für ihre Hausaufgaben, die haben Zeit
für Hobbies und freies Spielen. Aber es muß ja das Gymnasium
auch für Minderbegabte sein.
@Herr Hemp – Ihre beiden Annahmen sind falsch
Gymnasialreife verlangt eine gewisse Intelligenz, die Fähigkeit
auch unsympathischen LehrerInnen aufmerksam zu folgen und einen gewissen
Fleiß. Der IQ sollte schon 100 oder höher sein. Ein solchen
IQ haben genau 50% eines Jahrgangs (ergibt sich aus der
Konstruktion/Berechnung des IQ). Etwa 50% eines Jahrgangs wechseln
jährlich aufs Gymnasium. Aber nicht alle Kinder mit IQ >=100
machen diesen Schritt. Ein Teil wählt den Weg
Realschule/Gemeinschaftsschule. Somit ist klar, es gehen auch
Minderbegabte aufs Gymnasium. Konzentrationsfähigkeit in der Schule
und bei den Hausaufgaben ist nicht allen Kindern gegeben. Daraus folgt,
eine Teilmenge der Kinder auf den Gymnasien kann die Gymnasialreife
nicht besitzen.
Ein IQ von 110 kombiniert mit Konzentrationsfähigkeit verlangt
nicht die Hilfe der Eltern. Allerdings sollten die auf klaren Fragen
fundiert antworten können.
Annahme
Ich nehme an ihr Kind ist so ein minderbegabtes Kind und sie finden das
auch völlig in Ordnung so. Finde ich ja löblich, das sie hier
mit gutem Beispiel vorangehen.
Oder warten sie, ist ihr Kind doch eine echte Begabung? Bestimmt ist es
hochbegabt, das wissen Sie ja. Schon allein wie toll es alles so leicht erledigt.
...
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Wenn eine Mutter jeden Tag 3 Stunden Hausaufgaben mit dem Kind macht,
hilft da die Mutter dem Kind oder das Kind der Mutter, in dem es dem
sonst leeren Leben der Mutter einen Sinn gibt?
Es kann einem ja auch kein Lehrer erklären, wozu man Kurvendiskussion, Integralrechnung oder lineare Algebra im Leben überhaupt benötigt. Zumindest in meiner Schulzeit war das so. Das habe ich erst an der Universität begriffen. Ein paar praktische Beispiele würden den Kindern das Lernen vereinfachen, manche Aha-Erlebnisse bescheren und eine Hilfestellung durch die Eltern wohl überflüssig machen. Mir hätte das damals als Schüler sehr geholfen.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 07:10 Uhrlängst umgesetzt....
Der Praxisbezug im Mathe-Unterricht ist längst Pflicht und wird umgesetzt. Wenn die Schüler die Terme und Gleichungen jedoch selbst aus einer Textaufgabe erstellen müssen, macht es das nicht leichter. Motivation und Einsicht in den Sinn des Gelernten sind das eine - der intellektuelle Anspruch steigt dadurch aber...
uralte Klischees!!!
Ich bin selbst Lehrer, habe mein Studium selbst verdient, bei einem
Wirtschaftsverband gejobbt, für eine Online-Redaktion gearbeitet in
der Erwachsenenbildung unterrichtet, außerdem im Ausland studiert
und in einem Entwicklungsland gearbeitet. Ich bin staatlich
geprüfter Übersetzer und Magister und wollte trotz dieser
Zusatzqualifikationen und Angeboten aus der Wirtschaft immer in die Schule.
Ich nehme für mich in Anspruch, mehr zu kennen, als Schule und Uni.
Bitte dreschen Sie nicht nur verstaubte Klischees!
Übrigens: mein Abiturdurchschnitt hatte auch eine 1 vor dem Komma -
das allein halte ich aber noch nicht für eine Qualifikation
für den Beruf... dazu kommen muss vor allem das Interesse an
Kindern und auch am Fach...
Sorry...
...wo soll das bei unseren Lehrern herkommen? Abitur - Studium - Lehrer.
Wer in dieser Reihenfolge Praxis findet, darf sie behalten.
Und bekanntlich werden die besten Abiturienten nicht Lehrer.
Wo also soll es herkommen?
"Es ist ein ganz elitäres System. Es gibt sicherlich Hochbegabte,..."
Wer solche Eltern hat braucht wirklich keine Feinde mehr. Diese Frau und
Mutter versucht ihren eigenen Minderwertigkeitskomplex über ihr
armes Kind abzureagieren. Wie erbärmlich.
Das was wir da erziehen sind ein Haufen "Erwachsene", die dann
in der Uni scheitern, weil ihnen niemand mehr bei den Hausaufgaben hilft
oder ihnen die Schnürsenkel zubindet. Also Dozent an einer
Universität mit vielen Prüflingen im Fach Informatik kann ich
soviel sagen: In der Universität fallen von diesen Abiturienten
mindestens zwei Drittel durch weil sie entweder zu UNSELBSTSTÄNDIG
sind oder schlicht und einfach FAUL.
Ein Kind das wie die hier beschriebenen ständig bemuttert wird hat
gar keine Chance selbstständig zu werden. Die werden zur
Unselbstständigkeit erzogen.
Die Dosis macht das Gift
Das gilt auch bei mütterlicher Unterstützung. Aber Frauen waren ja auch in der Schule die eher Folgsamen. Diesen Konformitätsdruck gibt halt so manche weiter. Gerade wenn sie ständig darüber grübelt, daß sie im Beruf ja eigentlich die Welt, sich selbst und was noch alles retten könnte.
Wer glaubt, Lehrer kontrollierten tatsächlich die Hausaufgaben der
Kinder und zögen Konsequenzen vor der Klassenarbeit, glaubt auch an
Gesamtschulen, den Qualitätserhalt durch Inklusion und
natürlich, daß der Staat das schon regeln kann/muß!
Ansonsten ist es schon erschreckend, was Mütter für einen
Kontrollwahn entwickeln können und auch Opfer ihrer
Minderwertigkeitskomplexe als Hausfrau und Mutter sind. Tolle
Gesellschaft, das! Ach, und was der Wissenschaftler von sich gibt, ist
mal wieder Beweis für deren Banalität. Soso, helfen der Eltern
schadet sogar, wenn daraus nur Streit entsteht. Danke für solche
Professoren! Danke! Danke!
Und für Journalisten, die diesen Dünnsinn verbreiten.
Doch bin auch Vater
Herr Grabner und war sogar selber Schüler. Das mit dem Minderwertigkeitskomplex äußert eine Betroffene selbst. Nicht mit dem Begriff allerdings. Natürlich gibt es viele Lehrer, die Hausaufgaben kontrollieren. Doch sicher kaum so umfassend für alle, wie es ohne elterliche Kontrolle nötig wäre. Der Bezug zur Inklusion ist provokant an eine Einstellung gerichtet, in dem Anspruch und Mittel weit auseinanderklaffen und in dem nun auch die engagierten Eltern nach dem Motto in´s Visier genommen werden, ihr macht es meist nur schlimmer. Dahinter steckt der Glauben nach der Allmacht staatlicher Schulen und daß alles klappen muß auch wenn die Eltern nicht so unterstützen. Gerechtigkeitswahn, Abschub der Verantwortung für die eigenen Kinder an den Staat und mangelnder Wille, im Leben Schwerpunkte zu setzen sind hier das Thema. Noch ein Zitat des Wissenschftlers: „Manche Kinder brauchen mehr Struktur und Orientierung und mehr Bestätigung von außen als andere." Wer hätte das gedacht
pro mama
1. Es gibt sie, die Lehrer, die Hausaufgaben kontrollieren,
und meines Wissens sind das die meisten. Und wenn sie nicht wissen, wie
der Stoff angekommen ist, wird die nächste Klassenarbeit eher
unterdurchschnittlich sein.
2. Dass die Mütter Opfer ihrer Minderwertigkeitskomplexe sind,
kann ich für die im Artikel genannten nun gar nicht erkennen. Die
eine ist Lehrerin, die andere Ärztin, alsö doch wohl Frauen,
die der gesellschaftlichen Anerkennung sicher sein dürfen.
3. Dass Mütter ihren Kindern zu einem guten Start verhelfen wollen,
halte ich für eine ganz natürliche und sehr erfreuliche
Tatsache. Wenn es, wie geschildert, offenbar falsch läuft, liegt
das nicht zuletzt am übergroßen gesellschaftlichen Druck.
4. Ich finde den Artikel ausgesprochen informativ.
5. Der Äußerung über Inklusion und Gesamtschule kann ich
folgen, frage aber was die Verknüpfung mit dem Thema des Artikels soll.
6. Ich stelle mal eine Vermutung an: Sie schreiben nicht aus der
Erfahrung als Vater.
Katrin Hummel Jahrgang 1968, Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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