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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Hausaufgaben Mami, hilf mir!

 ·  Mit ihren Hausaufgaben sollen Kinder zeigen, was sie im Unterricht gelernt haben. Doch nur die wenigsten arbeiten zu Hause allein: Zwei von drei Elternpaaren helfen dem Nachwuchs. Doch tun sie den Kindern damit etwas Gutes, oder schaden sie ihnen sogar?

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (32)

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Karsten HEINZ

Normale Eltern sind gefragt!

Was mich als (Klassen-)lehrer am meisten stört ist, dass es immer weniger "normale Eltern" gibt, die ihren Kindern mal eine Frage bei den HA beantworten, einmal im Jahr zum Sprechtag kommen und für ein Gespräch zur Verfügung stehen, wenn es nötig ist.
Entweder es sind diese , die ihre Kinder coachen und selbst die Facharbeit von Oberstufenschülern noch von einer befreundeten Lehrerin nachkorrigieren lassen und dann eine Note besser fordern - oder es sind die, die weder auf Einträge im HA-Heft reagieren, noch auf Briefpost oder Email (manche geben die Adresse gar nicht erst raus!).
Extremfälle (sowohl Eltern als auch Schüler sind mit "extrem" gemeint) muss ich jedes Mal von verschiedenen Telefonen anrufen, damit sie mich nicht an der Nummer erkennen und dann ignorieren.
Wer seinen Kindern so vorlebt, dass Schule nur lästig ist und man den Lehrer nur richtig verarschen muss, damit man seine Ruhe hat - der braucht sich nicht zu wundern, wenn die Kinder nicht durch die Schule kommen...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 09:38 Uhr
Sabine Walker

...und selbst die Facharbeit von Oberstufenschülern noch von einer befreundeten Lehrerin nach

Danke, Sie sprechen mir aus der Seele. Ich habe gerade den Noten-Marathon für die Halbjahreszeugnisse hinter mir und fühle mich wie nach einer Schlacht. Viele Eltern scheinen Schule mit einem Basar zu verwechseln...Noten und Einschätzungen des Lehrers werden immer öfter angezweifelt und bessere Zensuren im Extremfall eingeklagt. Wer Qualität und Leistung einfordert, hat es extrem schwer, muss sich oft übertriebene Härte und zu hohe Leistungsanforderungen vorwerfen lassen. Ich habe schon lange nicht mehr den Eindruck an einem Gymnasium zu unterrichten, denn heute ist es gesellschaftliche Norm, Abitur in der Tasche zu haben und wehe dem, der es nichts schaffen sollte - Schuld sind immer die Lehrer - entweder weil sie angeblich inkompetent und lasch sind oder weil sie viel zu hohe Anforderungen an die Schüler stellen. Ich möchte nicht wissen, wieviel eigentlich nicht geeignete Schüler im GY sind, weil Sek I Lehrer von Eltern massiv unter Druck gesetzt wurden, geschönte Noten zu geben....

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Thomas Leider

Bayerischer Bildungsdurchfall überall?

In Bayern hat sich mit dem G8 die Zahl der Wiederholer (auch Durchfaller und Sitzenbleiber) erheblich erhöht. Auch die Quote des nicht bestandenen Abiturs hat sich fast verdoppelt.

Dass die bayerischen Grundschüler in Vergleichstests so gut abschneiden, ist der nacharbeitenden Mutti geschuldet, nicht dem besseren Bildungssystem. Denn dass es Schulen in Bayern gibt, die lediglich eine Übertrittsquote ans Gymnasium von 16% haben und andere wiederum mit einer Quote von 96%, zeigt deutlich, wie Abhängig dieses System von Muttis Hilfe ist.
Auch die Umsätze der Nachhilfeinstitute oder Sprachreisen für Schüler geben einen guten Überblick über die extra Leistungsoptionen der betuchten Eltern.

Wer sich der Illusion hingibt, dass diese Voraussetzungen bei gleicher Intelligenz keine Auswirkungen auf den Bildungs- und Karriereverlauf hätten, der verkennt die Realitäten.

Die bayerischen Abiturienten und Studenten sind 2. Schlusslicht, sagt der Bildungsmonitor, was den Erfolg anbelangt!

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Clara West

Ach ja, die Mütter....und dann auch noch Teilzeithausfrauen.....böse, böse

Mit ihren Hausaufgaben sollen Kinder zeigen, was sie können? Theoretisch stimmt das sehr wohl. In der Praxis sieht es eher so aus, dass die Hausis eben sehr oft gar nicht kontrolliert werden und die Kinder für ihre Arbeit kein feedback bekommen. Das machen sie dann ein paar mal und fragen sich dann zu Recht, warum sie etwas tun sollen, für das sich sowieso keiner interessiert. Mal von dem millionenschweren Schulstundenausfall ganz abgesehen.

Es gibt übrigens auch ganz andere Fachleute, die man zitieren kann. Z.B. den leider schon verstorbenen Prof Kurt Singer. Z.B. seinen Artikel "Retten Nachhilfe-Mütter das Gymnasium?"

Ich teile seine Schlussfolgerung, dass eine SchulPFLICHT keinen Sinn ergibt, solange Schule keine Veranwortung für den Schulerfolg übernimmt. Und da verweise ich mal auf die 7 Mio Analphabeten, die das Land mittlerweile hat, die übrigens das Schulsystem durchlaufen haben.

Aber prügelt ruhig weiter die Mütter als frustrierte Säue durchs Dorf. Ist gerade politiscg in!

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Carola Schommer

Befremdlich

Ist das Niveau des Gymnasiums in den letzten Jahrzehnten so sehr gestiegen, dass Unterstufenschüler ihre Hausaufgaben nicht mehr alleine bewältigen können ? Das kann doch wohl nicht sein. Entweder die Eltern üben zwanghafte Kontrolle über ihr Kind aus oder aber das Kind gehört schlichtweg nicht auf das Gymnasium. Ich tendiere eher zu Letzterem.

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Jupp Grüner

Welche Hausaufgaben?

Wenn ich mir so anschaue wie wenig Gymnasiasten heute an Hausaufgaben aufbekommen, scheinen die Sorgen bald überflüssig zu werden. Bei reichlich Vertrtungsstunden macht man die dann auch gleich in der Schule.

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Gev Wels
Gev Wels (gwels) - 24.01.2013 02:33 Uhr

Abitur ist nicht für jeden

Ich finde die Zustände, die da im Artikel geschildert werden unmöglich. Entwickelt sich Deutschland langsam zu China? Hätte meine Mutter so mein Leben organisiert, wär ich totunglücklich gewesen. Habe mein Abi erst vor 6 Jahren gemacht und da war nirgendswo Notwendigkeit zu so straffer Wochenorganisation. Ich wurde zwar von zu Hause sehr gut versorgt, schulisch habe ich aber alles selber geregelt und schwierig war es wirklich nicht..

Meiner Meinung nach ist solche Vorgehensweise mit seinem Kind einfach unhaltbar. Genau das ist Wettbewerbsverzerrung und treibt die NCs an den Unis nach oben und verdrängt wirklich Fähige. Man sollte sich vor Augen halten, dass einfach nicht jedes Kind für Abitur geeignet ist und es da auch keine Garantie drauf geben darf, auch nicht für Kinder von Lehrerinnen/Ärzten/etc.

Der Realschulabschluss braucht viel mehr Anerkennnung und Möglichkeiten in Sachen Ausbildungsplatzwahl, während Abi einzig aufs Studium vorbereiten sollte.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.01.2013 09:42 Uhr
Andrea Müller
Andrea Müller (ADrea) - 24.01.2013 09:42 Uhr

Das gleiche Bild

Bei mir ist es ähnlich. Ich verstehe nicht, weshalb Eltern einen solch großen Druck als Notwendigkeit ansehen. Okay, doch, wenn ich mir die Eltern der anderen Kinder noch einmal ins Gedächtnis rufe, die permanent auf meiner "Rabenmutter" herum hacken mussten. Die Mär von der perfekten Mutter ist offensichtlich noch immer Tief in unserer Gesellschaft verankert. Passt zumindest sehr gut zu einer entsprechenden Umfrage, die hier veröffentlicht wurde.

Ich jedenfalls habe die Schule selten als Überforderung empfunden und Hausaufgabenhilfe seitens meiner Eltern habe ich auch kaum bekommen, was vor allem daran lag, dass diese spätestens nach Eintritt ins Gymnasium schlicht zu "doof" dafür waren und auch dazu standen (anstatt zu behaupten, der Stoff sei FÜR DIE KINDER zu schwer).

Stattdessen bekam ich zwei Dinge: Viel Lob, wenn ich etwas gut gemacht habe und allenfalls einen milde erhobenen Zeigefinger, wenn mal ein Ausrutscher passierte

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Mathias Frenzel

Das alles ist nur Spiegel eines fragwürdigen "Arbeits"begriffs

Was in den Schulen und dann in der Folge zu Hause mit unseren Kindern in Deutschland geschieht, ist logische Folge des durchschnittsdeutschen Erwachsenendaseins. Da muss täglich auf welche Art auch immer geheuchelt werden, dass man "gerne" zur Arbeit geht und dass dies der Lebensinhalt ist. Blödsinn. Arbeit ist Beschaffung der Lebensgrundlagen für das EIGENTLICHE Leben und sonst nichts. Aber auf diese Erwachsenenheuchelei werden die Kinder eben vorbereitet. In einem spassfreien Schulsystem, dass alle Erkenntnisse gehirngerechten Lernens bis heute ignoriert. "Arbeit" (wohl auch schon in der Schule) gilt bei uns ja nur als Arbeit, wenn sie bitter schmeckt. Bloß keine Lebensfreude beimischen! Was fragen wir denn ein Kind? "In welcher Klasse bist Du denn? Was ist denn Dein Lieblingsfach? Bist Du denn gut in der Schule (was immer das ist)?" Alles überflüssiger Kram, der nichts mit dem wertvollen kleinen Wesen vor uns zu tun hat. Aufschlussreich dazu auch die Kinderkommentare im Artikel...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.01.2013 09:24 Uhr
Andrea Müller
Andrea Müller (ADrea) - 24.01.2013 09:24 Uhr

Sprichwort

Wenn du ein paar Stunden glücklich sein willst, schlafe.
Wenn du ein Jahr glücklich sein willst, habe ein Vermögen.
Wenn du ein Leben lang glücklich sein willst, liebe deine Arbeit.

Herr Frenzel, es tut mir sehr leid, dass Sie die für sich passende Arbeit (noch?) nicht gefunden haben. Aber Sie werden sich damit abfinden müssen, dass die Arbeit ein existenzieller Bestandteil Ihres Lebens sein wird. Mit der Einstellung, sich das Mögen seiner Arbeit grundsätzlich zu verbieten, werden sie Ihre Verbitterung allerdings niemals los werden.

Ich mag tatsächlich das, was ich gelernt habe und aktuell tue, weil es meiner Begabung und meinen Interessen entspricht. Warum sollte ich diese Tätigkeit also Grundsätzlich hassen, nur weil ich damit zufällig auch meinen Lebensunterhalt verdiene? Gehen Sie mit offenen Augen und Herzen durch's Leben und sie werden für sich selbst auch einen passenden Weg finden.

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Dietmar Kober
Dietmar Kober (dikob) - 23.01.2013 20:55 Uhr

Die Kinder haben seit Jahrzehnten unter der Unfähigkeit der Lehrplangestalter zu leiden.

Diese "curiculieren" seither und erst Pisa offenbarte, daß die Kultusminister diese lebensnotwendige Aufgabe scheuklappenbehafteten Fachidioten anvertraut haben. Diese Spezis ist unfähig die negativen Auswirkungen ihres fachlichen Tuns zu erkennen. Niemand kann sich gegen diese Diktatur der Unvernunft wehren. Lehrer, die den Unfug der Stoffüberfrachtung gleich erkannt haben, werden schon im Ansatz eines Widerspruchs gemaßregelt und geduckt. Schüler wie Eltern sind machtlos. Die Theorie des Lehrablaufs für eine bestimmte Stoffauswahl, also das sog. Curiculum ist äußerst wichtig. Sie wird aber seit Jahrzehnten von ausgewählten Narren betrieben, die nicht dumm sind aber völlig vergessen haben, daß eine schöne Kindheit, das spielerische kindliche Erleben, nicht schon in der Schule durch Überfrachtung völlig abgewürgt werden darf. Die Politik? merkt nichts! Deutschland stirbt aus, Wer hat auch schon ein Interesse daran, sich freiwillig in eine Art Vorhölle, sprich Schule zu begeben

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 07:18 Uhr
Karsten HEINZ

Curricula - wacht die ?

Vieles in den Lehrplänen könnte rausfliegen - da gebe ich Ihnen recht. Auch dass in der Kultusbürokratie, die darüber entscheidet nicht die richtigen Leute sitzen, trägt dazu bei. Das sind nämlich alles ehemalige Lehrer, die keine Lust mehr auf den Job haben oder nie Lust auf die Arbeit mit Kindern hatten. Oder es sind verkopfte Wissenschaftler von der Uni, die noch nie eine Unterrichtsstunde an der Schule gehalten haben. Und dann sind doch in den Aufgaben für das Zentralabitur in NRW noch Fehler , sodass "externe Experten" geholt werden sollen...
Übrigens: hier schreibt ein Lehrer...

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 24.01.2013 14:27 Uhr

@ Frau Müller und Herr Hemp

Die vergleichende Arbeit von Frau Kreitz-Sandberg „Suizid bei Jugendlichen in Japan und Deutschland“ zeigt klar, daß die Suizidrate von Jugendlichen in Japan nicht höher sind als in Deutschland. Jünger Berichte über eine Häufung von Suiziden von Schülern sehen den Grund für diese im Mobbing durch Mitschüler, aber nicht im Schulsystem. Mobbing ist ein allgemein verbreitetes Problem in heutigen Gesellschaften, losgelöst von Schulsystemen, und in Deutschland häufiger anzutreffen als in Ostasien. Allerdings ist traditionell Selbstmord in Ostasien anders bewertet als im westlichen Kulturkreis, damit die Hemmschwelle sehr viel niedriger.
Frau Müller, was Sie zum Studium in Japan ausführen trifft genau so auf Deutschland zu, wenn man die Orchideenfächer betrachtet. In dem Bereich der MINT-Fächer sind die Forderungen höher, falls man die Prüfungen für die Aufnahme eines Masterstudiums schaffen will.

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Alexander Hemp

Japan und Korea ...

... sind nicht als Vorzeigesysteme zu gebrauchen, werter Herr Tamago. Die Selbstmordrate in beiden Ländern steigt seit Jahren kontinuierlich an und die Entscheidungen der Führungsetagen nehmen an Qualität seit Jahren kontinuierlich ab - teilweise in dramatischen Mass.
Das sie ausgerechnet diese beiden Länder zitieren, finde ich schon bemerkenswert. Denn in beiden Ländern sind Kinder fast nur noch Automaten, die gedrillt werden.

Wenn das so erstrebenswert wäre, müssten ja beide Länder immer erfolgreicher werden. Dem ist aber nicht so.
Meine Kinder muessen nicht schon in der vierten Klasse Einsteins Relativitätstheorie widerlegen können. Wofür auch.

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Andrea Müller
Andrea Müller (ADrea) - 24.01.2013 09:14 Uhr

Schulleben in Japan

Morgens Schule, mittags Schule, spätachmittags AGs, abends Nachhilfe. Letzteres ist für fast alle unbedingt erforderlich, da das Pensum sonst kaum zu schaffen ist. Viele Schüler schlafen während der Unterrichtszeit, die vor allem aus Frontalunterricht mit wenig Selbstbeteiligung besteht, weil sie sonst kaum Zeit dafür haben. Ohne Studium ist es schwer einen Job zu bekommen, also muss man sich durch die komplette Ausbildungskette quälen, ob man nun überfordert ist oder nicht. Dafür ist das Studium selbst meist (im Vergleich zu hier) eine sehr laxe Veranstaltung und die schwierigste Leistung ist überhaupt die Aufnahmeprüfung zu schaffen. Dann allerdings hat man in der Tat seinen Job sicher.

Dass die Suizidrate auch bei Jungendlichen in Japan mehr als doppelt so hoch ist wie in Deutschland, muss ich da wohl nur noch am Rande erwähnen.

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 23.01.2013 22:36 Uhr

Wo haben Sie den das her?

Haben Sie Vergleiche zu anderen Ländern?
Meine jüngste Tochter besucht die 7. Klasse eines deutschen math.nat.-Gymnasiums. Sie erhält halbjährlich als Japanerin die japanischen Schulbücher (Paperback - kostenlos). Dort ist sie in der 6. Klasse. Festzustellen ist, die japanischen Kinder in der 6.Klasse sind in Mathe weiter als die Schüler hier in der 7. Mit Physik und Chemie haben die schon begonnen, da fängt es hier erst in der 7. mit Physik an. Die Curricula in Deutschland sind denen in vergleichbar entwickelten Ländern unterlegen und weniger fordernd. Bemerkenswert ist aber, daß in Japan und Korea (eher noch ambitionierter) immerhin über 90% bzw. über 95% eines Jahrgangs 12 Schuljahre durchlaufen. Nach Überforderung sieht das nicht aus.

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Uwe Borg
Uwe Borg (Borgward) - 23.01.2013 18:45 Uhr

Klar müssen die Eltern helfen.

Das hängt auch nicht davon ab ob das Kind hochbegabt ist oder nicht - eher davon ob es ein Mädchen oder ein Junge ist. Begabung allein lernt keine Vokabeln. Es gibt Jungs, die würden ohne Druck zu Hause nie etwas machen, weil sie 1000 Sachen haben, die sie lieber machen. Und weil sie Jungs sind ist es ihnen auch erst mal egal, wenn sie dann eine fünf bekommen -passiert ja erst in der Zukunft. Das ändert sich vielleicht mit 17, aber dann kann es zu spät sein.

Sicher, im Vergleich zu anderen Ländern mit Ganztagesschulen ohne Hausaufgaben, erfordert das Schulsytem in Deutschland die Mitarbeit der Eltern im besonderen Masse.

Meine ganz besondere Hochachtung gilt deshalb den Kindern ausländischer Eltern, die es trotzdem schaffen. Allein schon die verschwurbelten Texte in vielen Schulbüchern zu verstehen ist eine Meisterleistung für Nicht-Muttersprachler.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.01.2013 09:50 Uhr
Andrea Müller
Andrea Müller (ADrea) - 24.01.2013 09:50 Uhr

Wenn Eltern ...

... nicht jede Disziplinlosigkeit ihrer Jungen von Anfang an mit dem Sprichwort "Jungs sind eben Jungs" ignorieren würden und ihnen stattdessen auch nur einen Bruchteil der Disziplin anerziehen würden, auf die Mädchen von Anfang an getrimmt werden, dann würde es auch etwas werden mit dem selbstständigen Lernen. Leider werden den Meisten ihre Erziehungsfehler erst in der Schule bewusst und dann liegt es natürlich nicht an ihnen selbst, sondern an den bösen Lehrern - denn schließlich sind Jungs ja Jungs. Was für ein Teufelskreis. Die armen Kinder.

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Jan Hoffmann
Jan Hoffmann (Jaho) - 24.01.2013 09:05 Uhr

Der letzet Absatz

Herr Borg macht ihre guten Ausführungen zunichte. Auf wen soll denn noch alles Rücksicht genommen werden?

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Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 23.01.2013 18:10 Uhr

Es ist unglaublich, was deutsche Eltern ihren Kindern zumuten

Am 11. Januar wird in dem Bericht „Vierzig Stunden in der Kita“ klar gezeigt, wie Kleinkinder in Zusammenarbeit mit einer 24 Stunden/365 Tage Kita in Deutschland behandelt werden.
Am 20.Januar nun der Bericht „Mami hilf mir!“ in der FAS. Kinder, die nicht reif sind für das Gymnasium werden mit stundenlanger Nachhilfe durch die Eltern gequält. Selbst eine Mutter die als ausgebildete Lehrerin nicht erkennt, daß ihr Kind nicht die notwendige Reife besitzt, zwingt ihr Kind in eine aussichtslose Situation. Für Kinder, die nach dem 4. Grundschuljahr nicht reif sind für das Gymnasium, bietet die Gesamt-/Gemeinschaftsschule alle Möglichkeiten. Aber nein, diese Mütter suchen den Grund für das Versagen des Kindes bei den Lehrern, in der Schule, sie fordern wieder G9.
Es gibt genügend Kinder, die langweilen sich auch im G8, die brauchen maximal 1 Stunde für ihre Hausaufgaben, die haben Zeit für Hobbies und freies Spielen. Aber es muß ja das Gymnasium auch für Minderbegabte sein.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.01.2013 18:35 Uhr
Chi Tamago
Chi Tamago (tamago) - 25.01.2013 18:35 Uhr

@Herr Hemp – Ihre beiden Annahmen sind falsch

Gymnasialreife verlangt eine gewisse Intelligenz, die Fähigkeit auch unsympathischen LehrerInnen aufmerksam zu folgen und einen gewissen Fleiß. Der IQ sollte schon 100 oder höher sein. Ein solchen IQ haben genau 50% eines Jahrgangs (ergibt sich aus der Konstruktion/Berechnung des IQ). Etwa 50% eines Jahrgangs wechseln jährlich aufs Gymnasium. Aber nicht alle Kinder mit IQ >=100 machen diesen Schritt. Ein Teil wählt den Weg Realschule/Gemeinschaftsschule. Somit ist klar, es gehen auch Minderbegabte aufs Gymnasium. Konzentrationsfähigkeit in der Schule und bei den Hausaufgaben ist nicht allen Kindern gegeben. Daraus folgt, eine Teilmenge der Kinder auf den Gymnasien kann die Gymnasialreife nicht besitzen.
Ein IQ von 110 kombiniert mit Konzentrationsfähigkeit verlangt nicht die Hilfe der Eltern. Allerdings sollten die auf klaren Fragen fundiert antworten können.

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Alexander Hemp

Annahme

Ich nehme an ihr Kind ist so ein minderbegabtes Kind und sie finden das auch völlig in Ordnung so. Finde ich ja löblich, das sie hier mit gutem Beispiel vorangehen.
Oder warten sie, ist ihr Kind doch eine echte Begabung? Bestimmt ist es hochbegabt, das wissen Sie ja. Schon allein wie toll es alles so leicht erledigt.
...
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.

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Claudia Otlo

wer hilft da wem?

Wenn eine Mutter jeden Tag 3 Stunden Hausaufgaben mit dem Kind macht, hilft da die Mutter dem Kind oder das Kind der Mutter, in dem es dem sonst leeren Leben der Mutter einen Sinn gibt?

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Olaf Barheine

Praktische Beispiele

Es kann einem ja auch kein Lehrer erklären, wozu man Kurvendiskussion, Integralrechnung oder lineare Algebra im Leben überhaupt benötigt. Zumindest in meiner Schulzeit war das so. Das habe ich erst an der Universität begriffen. Ein paar praktische Beispiele würden den Kindern das Lernen vereinfachen, manche Aha-Erlebnisse bescheren und eine Hilfestellung durch die Eltern wohl überflüssig machen. Mir hätte das damals als Schüler sehr geholfen.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 26.01.2013 07:10 Uhr
Karsten HEINZ

längst umgesetzt....

Der Praxisbezug im Mathe-Unterricht ist längst Pflicht und wird umgesetzt. Wenn die Schüler die Terme und Gleichungen jedoch selbst aus einer Textaufgabe erstellen müssen, macht es das nicht leichter. Motivation und Einsicht in den Sinn des Gelernten sind das eine - der intellektuelle Anspruch steigt dadurch aber...

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Karsten HEINZ

uralte Klischees!!!

Ich bin selbst Lehrer, habe mein Studium selbst verdient, bei einem Wirtschaftsverband gejobbt, für eine Online-Redaktion gearbeitet in der Erwachsenenbildung unterrichtet, außerdem im Ausland studiert und in einem Entwicklungsland gearbeitet. Ich bin staatlich geprüfter Übersetzer und Magister und wollte trotz dieser Zusatzqualifikationen und Angeboten aus der Wirtschaft immer in die Schule.
Ich nehme für mich in Anspruch, mehr zu kennen, als Schule und Uni. Bitte dreschen Sie nicht nur verstaubte Klischees!
Übrigens: mein Abiturdurchschnitt hatte auch eine 1 vor dem Komma - das allein halte ich aber noch nicht für eine Qualifikation für den Beruf... dazu kommen muss vor allem das Interesse an Kindern und auch am Fach...

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Martin Schmidt
Martin Schmidt (amsbisc) - 23.01.2013 19:03 Uhr

Sorry...

...wo soll das bei unseren Lehrern herkommen? Abitur - Studium - Lehrer. Wer in dieser Reihenfolge Praxis findet, darf sie behalten.
Und bekanntlich werden die besten Abiturienten nicht Lehrer.
Wo also soll es herkommen?

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Walpurga Müller-Schmidt

"Es ist ein ganz elitäres System. Es gibt sicherlich Hochbegabte,..."

Wer solche Eltern hat braucht wirklich keine Feinde mehr. Diese Frau und Mutter versucht ihren eigenen Minderwertigkeitskomplex über ihr armes Kind abzureagieren. Wie erbärmlich.

Das was wir da erziehen sind ein Haufen "Erwachsene", die dann in der Uni scheitern, weil ihnen niemand mehr bei den Hausaufgaben hilft oder ihnen die Schnürsenkel zubindet. Also Dozent an einer Universität mit vielen Prüflingen im Fach Informatik kann ich soviel sagen: In der Universität fallen von diesen Abiturienten mindestens zwei Drittel durch weil sie entweder zu UNSELBSTSTÄNDIG sind oder schlicht und einfach FAUL.

Ein Kind das wie die hier beschriebenen ständig bemuttert wird hat gar keine Chance selbstständig zu werden. Die werden zur Unselbstständigkeit erzogen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.01.2013 09:02 Uhr
Jan Hoffmann
Jan Hoffmann (Jaho) - 24.01.2013 09:02 Uhr

Die Dosis macht das Gift

Das gilt auch bei mütterlicher Unterstützung. Aber Frauen waren ja auch in der Schule die eher Folgsamen. Diesen Konformitätsdruck gibt halt so manche weiter. Gerade wenn sie ständig darüber grübelt, daß sie im Beruf ja eigentlich die Welt, sich selbst und was noch alles retten könnte.

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Jan Hoffmann
Jan Hoffmann (Jaho) - 23.01.2013 15:31 Uhr

Wahnsinn

Wer glaubt, Lehrer kontrollierten tatsächlich die Hausaufgaben der Kinder und zögen Konsequenzen vor der Klassenarbeit, glaubt auch an Gesamtschulen, den Qualitätserhalt durch Inklusion und natürlich, daß der Staat das schon regeln kann/muß!
Ansonsten ist es schon erschreckend, was Mütter für einen Kontrollwahn entwickeln können und auch Opfer ihrer Minderwertigkeitskomplexe als Hausfrau und Mutter sind. Tolle Gesellschaft, das! Ach, und was der Wissenschaftler von sich gibt, ist mal wieder Beweis für deren Banalität. Soso, helfen der Eltern schadet sogar, wenn daraus nur Streit entsteht. Danke für solche Professoren! Danke! Danke!
Und für Journalisten, die diesen Dünnsinn verbreiten.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.01.2013 09:00 Uhr
Jan Hoffmann
Jan Hoffmann (Jaho) - 24.01.2013 09:00 Uhr

Doch bin auch Vater

Herr Grabner und war sogar selber Schüler. Das mit dem Minderwertigkeitskomplex äußert eine Betroffene selbst. Nicht mit dem Begriff allerdings. Natürlich gibt es viele Lehrer, die Hausaufgaben kontrollieren. Doch sicher kaum so umfassend für alle, wie es ohne elterliche Kontrolle nötig wäre. Der Bezug zur Inklusion ist provokant an eine Einstellung gerichtet, in dem Anspruch und Mittel weit auseinanderklaffen und in dem nun auch die engagierten Eltern nach dem Motto in´s Visier genommen werden, ihr macht es meist nur schlimmer. Dahinter steckt der Glauben nach der Allmacht staatlicher Schulen und daß alles klappen muß auch wenn die Eltern nicht so unterstützen. Gerechtigkeitswahn, Abschub der Verantwortung für die eigenen Kinder an den Staat und mangelnder Wille, im Leben Schwerpunkte zu setzen sind hier das Thema. Noch ein Zitat des Wissenschftlers: „Manche Kinder brauchen mehr Struktur und Orientierung und mehr Bestätigung von außen als andere." Wer hätte das gedacht

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Xaver Grabner

pro mama

1. Es gibt sie, die Lehrer, die Hausaufgaben kontrollieren,
und meines Wissens sind das die meisten. Und wenn sie nicht wissen, wie der Stoff angekommen ist, wird die nächste Klassenarbeit eher unterdurchschnittlich sein.
2. Dass die Mütter Opfer ihrer Minderwertigkeitskomplexe sind, kann ich für die im Artikel genannten nun gar nicht erkennen. Die eine ist Lehrerin, die andere Ärztin, alsö doch wohl Frauen, die der gesellschaftlichen Anerkennung sicher sein dürfen.
3. Dass Mütter ihren Kindern zu einem guten Start verhelfen wollen, halte ich für eine ganz natürliche und sehr erfreuliche Tatsache. Wenn es, wie geschildert, offenbar falsch läuft, liegt das nicht zuletzt am übergroßen gesellschaftlichen Druck.
4. Ich finde den Artikel ausgesprochen informativ.
5. Der Äußerung über Inklusion und Gesamtschule kann ich folgen, frage aber was die Verknüpfung mit dem Thema des Artikels soll.
6. Ich stelle mal eine Vermutung an: Sie schreiben nicht aus der Erfahrung als Vater.

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Jahrgang 1968, Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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