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Gesellschaftsspiele : Einmal im Leben Bauherr sein

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Eine Kathedrale entsteht bei Kosmos: „Die Säulen der Erde”. Im Spiel geht es darum, die Großbaustelle richtig zu managen Bild: F.A.Z.-Dieter Rüchel

Sie wollten schon immer ein Haus bauen? Ein Hochhaus konstruieren? Eine ganze Stadt errichten, kommen aber nicht dazu? Macht nichts. Auf dem Spielfeld kann Ihr Traum Wirklichkeit werden. Immer mehr Gesellschaftsspiele machen die Spieler zu Bauherren.

          Beim Bauen auf dem Spielfeld ist es wie im richtigen Leben. Unterschiedliche Fähigkeiten sind gefragt: handwerkliches Geschick, Kenntnisse der Statik, Gespür für Farben und Formen, kaufmännisches Denken, Talent zum Feilschen – und manchmal auch nur das Wissen, wo man die billigsten Arbeiter bekommt oder das beste Baumaterial.

          Stein um Stein – Spiele für Handwerker

          Mit Bauklötzchen spielen nur kleine Kinder? Weit gefehlt. Immer mehr Spiele fesseln mit dem einfachsten aller Bauelemente. Zielgruppe: vor allem Erwachsene. Von „Make ‘N‘ Break“ beispielsweise, ein Spiel, das Ravensburger vor sieben Jahren auf den Markt brachte, gibt es inzwischen zahlreiche Ergänzungs- und Sondereditionen. Die Junior-Edition kam erst 2010 auf den Markt. Die Spielidee ist simpel: Bauauftrag ziehen und loslegen. Klingt kinderleicht, ist es aber nicht, denn gebaut werden darf nur mit einer Zange – und die Zeit läuft.

          Ruhige Hände und ein absolutes Gefühl für die Gesetze der Schwerkraft sind gefragt, um bei „Bamboleo” (Zoch) erfolgreich zu sein

          Wesentlich ruhiger geht es bei „Scalino“ (Abacusspiele) zu, wenngleich nicht weniger spannend. Die Spieler müssen aus farbigen Quadern eine Pyramide errichten. Kleines Problem: Kein Stein darf an einen gleichfarbigen anstoßen – und am Ende müssen doch Treppen der eigenen Farbe entstanden sein. Empfohlen für Spieler mit zehn Lebensjahren und mehr. Wer gewinnen will, braucht ein exzellentes Vorstellungvermögen.

          Mit den eigenen Händen etwas erschaffen, darum geht es auch bei „Bausack“, einem Klassiker unter den Bauspielen. Vor mehr als 30 Jahren gründete Spielentwickler Klaus Zoch damit seinen eigenen Verlag (Zoch-Verlag). Bis heute gehört das Sammelsurium an Holzbauteilen, das Sortiment umfasst Kugeln und Kegel genauso wie schräge Ebenen, zu den beliebtesten Familienspielen und meistverkauften Zoch-Spielen überhaupt. Doch Stapeln alleine reicht hier nicht, wer gewinnen will, muss sich das Baumaterial erst einmal beschaffen. Alle Bauteile gilt es zunächst zu ersteigern – und zwar genau zu dem Zeitpunkt, zu dem die Statik den Einbau erlaubt. Fast wie im richtigen (Bau-)Leben.

          Schaffe, schaffe, Häusle baue – Spiele für Bauleiter

          Es gibt Spielideen, die noch deutlich näher an der Realität sind. Bei den Spielen zur sogenannten Aufbau- und Ressourcen-Optimierung genügen handwerkliches Geschick und Zockermentalität bei weitem nicht. Zwar nur virtuell, aber doch sehr realitätsnah sollen echte Gebäude mit allem Drum und Dran entstehen. Eine Burg steht bei Eggertspiele im Mittelpunkt: „Im Schutze der Burg“. Eine Kathedrale entsteht bei Kosmos: „Die Säulen der Erde“.

          Letzteres im Moment natürlich besonders aktuell, wegen der mehrteiligen Fernsehserie nach dem Roman von Ken Follett. Mit dem christlichen Inhalt hat das Geschacher jedoch nicht zu tun. In beiden Spielen geht es eigentlich darum, eine Großbaustelle richtig zu managen und alle Ressourcen, Rohstoffe wie Mitarbeiter, so einzusetzen, dass das zur Verfügung stehende Kapital am Ende für einen Prachtbau ausreicht.

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