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Geburtenzahlen Das Elterngeld wirkt doch

 ·  Akademikerinnen bekommen wieder mehr Kinder - aber zu einem späteren Zeitpunkt im Leben. Ist die Einführung des Elterngelds für die Steigerung verantwortlich?

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© dapd Vergrößern Noch immer bleibt fast jede dritte Frau mit Hochschulabschluss kinderlos

Junge Frauen, die derzeit in Prüfungsstress stecken, für Partnerschaften keine Zeit finden und selten über die Gründung einer eigenen Familie nachdenken, geben den Statistikern des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung Hoffnung.

Am Mittwoch stellten sie eine Studie vor, die, nach den historisch niedrigsten Geburtenzahlen, die das Statistische Bundesamt zuletzt für Deutschland meldete, nun wenigstens eine demographisch hoffnungsvolle Perspektive bietet: Der Abwärtstrend der Geburtenrate unter Akademikerinnen – 2005 lag er bei einem Tiefststand von 1,24 Kindern pro Frau – sei gestoppt. Und es gebe Anzeichen dafür, dass die Geburtenrate steigt: 2011 lag sie bei 1,34 Kindern pro Frau.

Deutlicher Anstieg an „nachholenden Geburten“

Die auf den ersten Blick geringe Steigerung gibt wenig Anlass zu Hoffnung, auch, weil die Zahl der Frauen im geburtsfähigen Alter insgesamt in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen ist. Die Forscher hegen sie dennoch, wenn sie das Alter der Frauen bei der Geburt berücksichtigen.

Nicht nur sei der Rückgang der Geburten bei jüngeren Akademikerinnen gestoppt, es gebe zusätzlich einen deutlichen Anstieg an „nachholenden Geburten“. Dieser lässt sich heute jedoch nur schätzen. 38 Prozent der Akademikerkinder kommen schon heute nach dem 35. Geburtstag ihrer Mütter zur Welt.

Die Forscher ermittelten anhand aktueller Daten des Mikrozensus, wie viele Kinder 34 Jahre alte Akademikerinnen am Ende ihrer „Fertilitätsbiographie“ haben werden. Es geht ihnen um die Zahl von Kindern, die zum Erhebungszeitpunkt fast zur Hälfte noch nicht geboren wurden und zuweilen erst ein Jahrzehnt später geboren werden. Dennoch handele es sich um eine wichtige Zahl.

Mit 34 Jahren werden nach dem Bildungsweg die wichtigen biographischen Entscheidungen getroffen. Würde die Politik auf die tatsächlichen Kinderzahlen dieser jungen Frauen warten, kämen die familienpolitischen Entscheidungen, die sich aus ihnen ableiten ließen, ein Jahrzehnt zu spät. Das wäre „fatal“, schreiben die Forscher. In dieser Hinsicht sind die Zahlen auch für eine Rückschau auf jüngste politische Entscheidungen interessant.

Denn nach dem Tiefstand 2005 zeigen die Daten „einen deutlichen Sprung“ zwischen 2007 und 2008. Die Geburtenrate der Akademikerinnen kletterte nach der Einführung des Elterngeldes binnen eines Jahres von 1,29 auf 1,38. Ob die Einführung des Elterngelds für diese Steigerung verantwortlich ist, lasse sich aus den Zahlen nicht direkt herauslesen, sagte Martin Bujard, der für die Studie verantwortlich ist.

Jedoch trage es „in besonderem Maße dem Bedarf von Akademikern Rechnung“, schreibt er. Vielleicht erhöht sich in den kommenden Jahren auch die Zahl akademischer Eltern. Heute bleibt noch immer fast jede dritte Frau mit Hochschulabschluss kinderlos.

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