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Die Mutter am 21.8.2006 Zu kämpfen lohnt sich

05.06.2007 ·  Ich liebe Daniel einfach. Was ich mit ihm habe, werde ich nie mit einem anderen haben, glaube ich. Ich fände das auch total toll, wenn Gott das so machen würde, daß man sich immer liebt und füreinander bestimmt ist, ohne sich zu betrügen.

Von Jennifer Merschieve
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Ich bin superglücklich und entspannt. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir wünschen, daß alles immer so bleibt, wie es ist. Wir sind wieder zusammen, Daniel und ich. Es ist schon peinlich, dieses Hin und Her. Wir waren sechs Monate getrennt, bis einen Tag vor Silvester. Da haben wir dann gesagt: Jetzt probieren wir's zum wiederholten Mal, und wenn's klappt, dann klappt's, und sonst probieren wir's halt noch mal. Ich liebe Daniel einfach, ich bin nicht bereit, mich auf einen anderen einzulassen. Was ich mit ihm habe, werde ich nie mit einem anderen haben, glaube ich. Ich fände das auch total toll, wenn Gott das so machen würde, daß man sich immer liebt und füreinander bestimmt ist, ohne sich zu betrügen.

Für mich ist keiner so gut wie Daniel, keiner kann ihm das Wasser reichen. Er ist mein Held, mein Jugendheld. Wir kennen uns halt in- und auswendig, wir haben so viele gemeinsame Erinnerungen . . . Wenn wir zusammen einen Film sehen, denken wir genau dasselbe. Klar, manchmal gehen wir ein bißchen grob miteinander um, da sind manche geschockt. Aber so sind wir eben, wir lieben uns trotzdem. Wir werden meiner ganzen Familie beweisen, daß wir es schaffen, egal, was für Vorurteile die haben und was die denken. Hauptsache, wir drei gehen unseren Weg.

Man liebt sich ja doch

Ich glaube, daß Daniel und ich diesen Abstand voneinander gebraucht haben, dieses halbe Jahr, damit wir wieder wußten, was wir aneinander haben. Wir sind ja mit Unterbrechungen jetzt schon sechs Jahre zusammen. Oder, na ja, jedenfalls Daniel brauchte diese Unterbrechung, er hat wohl gedacht, woanders hätte er es besser. Aber dann hat er gemerkt, daß er bei der anderen auch nur das gleiche hatte wie hier. Und sowieso, in den sechs Monaten, in denen er mit der zusammen war, lief bei uns auch immer noch was. Man liebt sich ja doch. Bei uns ist das eine never ending story, die Leute lachen schon. Wir finden immer wieder zueinander, manchmal denke ich, wir sind füreinander bestimmt und müssen das nur erst noch kapieren.

Als wir getrennt waren, habe ich kurz für jemanden geschwärmt, aber ich hatte keine Affäre, während er mit der anderen zusammen war. Ich wollte gar keinen anderen. Ich bin nur oft rausgegangen und hab' mal geguckt, wie's auf dem Markt aussieht. Ich wußte schon die ganze Zeit über, daß ich ihn wiederhaben will, ich hatte nur Angst, daß er mich wieder enttäuscht und war total deprimiert, weil er 'ne Neue hatte. Aber obwohl er mit ihr zusammen war, wußte ich trotzdem, daß er mich liebt, das hat er mir auch immer wieder gesagt, wenn er hier war.

„Ich entscheide mich für dich

Es war dann so, daß er mir schon im Oktober gesagt hat, mit der anderen sei Schluß und er wolle jetzt wieder mit mir zusammensein. Wir waren dann auch schon wieder offiziell zusammen, er kam jeden Abend zu mir. Na, und dann habe ich rausgekriegt, daß er zwischendurch doch immer wieder zu der anderen fuhr. Einen Tag vor Silvester habe ich dann gesagt: „Ich weiß ja nicht, was du für ein Spiel spielst, aber du mußt dich entscheiden.“ Er hat sich ein paar Tage Bedenkzeit erbeten, dann hat er angerufen und gesagt: „Ich entscheide mich für dich.“ Ich hab' mich gefreut, aber gleichzeitig hab' ich auch gedacht: Ich bin ein Trottel, daß ich mir das gefallen lasse. Aber vielleicht muß das ja so sein, und wir sind dafür später um so glücklicher. Vielleicht wird man dafür belohnt, für diese Kämpfe, diese Qualen. Oder es ist Schicksal. Ich meine, wir haben uns in der Stadt kennengelernt, welche Menschen lernen sich in der Stadt kennen? Aber vergessen werd' ich das nie, was er mir schon alles angetan hat. Ich verdränge das nur. Wenn er auf Party geht, denk' ich schon wieder drüber nach.

David kommt angelaufen, die Oma hat ihn gebracht. Er krabbelt auf ihren Schoß: Mama, ich lieb' dich. Sie: Ich lieb' dich auch, mein Schatz. Immer wieder pendelt er zwischen Vater (Wohnzimmer) und Mutter (Küche) hin und her. Er wirkt ausgeglichen, aufgeweckt und neugierig. Ich glaube, daß Daniel genauso glücklich ist wie ich. Er ist jetzt ausgelasteter als vorher: Morgens fährt er zur Arbeit, da schmier' ich ihm die Brote. Und mittags, wenn er kommt, bin ich schon wieder zu Hause, und sein Essen ist fertig. Danach ruht er sich ein bißchen aus, dann geht er zum Sport. Er kommt unter der Woche gar nicht mehr auf die Idee, sich mit seinen alten Kumpels zu treffen. Er ist zufrieden, weil er sich selbst was beweist. Ich selbst arbeite immer bis drei Uhr, es läuft super, und nach der Arbeit hole ich den Kleinen von der Tagesmutter ab. Es ist eben ein ganz normales Leben. Er konnte wohl vorher nicht nachvollziehen, was ich für Erwartungen an ihn hatte. Aber wir leben eben nicht in L.A. oder in irgend so einem Gangsterfilm. Man hat seine Ziele und muß die erreichen. Das Leben ist nicht immer nur spannend und Action, man muß arbeiten, um leben zu können, und das war's dann auch schon fast. Man hat ja das Wochenende und die Ferien, um was Schönes zu machen. Ich hoffe halt, daß Daniel jetzt gemerkt hat, daß es sich lohnt, zu kämpfen und ein Vorbild zu sein für den Kleinen. Wenn's nach mir geht, heiraten wir in drei Jahren, und in vier Jahren krieg' ich noch ein Kind.

Bei mir kommt das Kind an erster Stelle

Mit David läuft es super, er ist jetzt drei und so süß. Bei mir kommt das Kind an erster Stelle, das kenn' ich auch von zu Hause nicht anders. Das stell' ich mir schwer vor für den Mann, aber so ist das nun mal. Was Erziehung betrifft, das ist schon meine Aufgabe, das lass' ich mir auch nicht aus der Hand nehmen. Ich mach' das lieber allein, Daniel ist mir zu grob. Zum Beispiel, wenn David Daniel anschreit, dann schreit der zurück, und wenn David Daniel haut, dann haut der zurück. Das kann ich nicht haben, wenn das so eskaliert. Dann misch' ich mich ein, auch wenn Daniel vielleicht

Aufgezeichnet von Katrin Hummel

Quelle: F.A.Z.
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