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Deutschland Geburtenzahl verharrt auf niedrigem Niveau

 ·  Deutsche Frauen, die in diesem Jahr 50 werden, haben durchschnittlich 1,61 Kinder zur Welt gebracht - ein historischer Tiefstand. Die Prognose für jüngere Frauen liegt bei 1,36 Kindern. In Ost- und Westdeutschland entwickeln sich die Zahlen unterschiedlich.

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© dapd Vergrößern Insgesamt wurden vergangenes Jahr in Deutschland 662.685 Babys geboren.

Die Frauen des Geburtsjahrgangs 1962, die heute also 49 oder 50 Jahre alt sind, haben in ihrem Leben durchschnittlich 1,61 Kinder zur Welt gebracht. Damit liegt die „endgültige durchschnittliche Kinderzahl“ der Frauen dieses Jahrgangs auf einem historischen Tiefstand, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag meldete. Für die Wiesbadener Statistiker ist die Geburtenzahl der Neunundvierzigjährigen, die jährlich erhoben wird, eine wichtige demographische Kennziffer, weil für die Frauen nach dem Überschreiten dieser Altersgrenze keine weiteren Geburten erwartet werden.

Abgesehen von den Frauen, die 1954 und 1957 geboren wurden, sank die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau in jedem Geburtsjahrgang seit 1932. Seit 1987 (Geburtsjahrgang 1938) haben Frauen durchschnittlich weniger als 2,1 Kinder. Wird dieser Wert in einem entwickelten Industrieland wie Deutschland unterschritten, schrumpft die Bevölkerung - sofern Migrationsströme ausbleiben, die dieser Entwicklung entgegenwirken könnten.

Die historischen Daten der tatsächlichen Kinderzahlen pro Frau dienen den Statistikern als Grundlage für die Berechnung der „zusammengefassten Geburtenziffern“. Mit dieser statistischen Kennziffer wird die Zahl der Geburten der Frauen prognostiziert, die derzeit noch jünger als 49 Jahre sind. Für 2011 beträgt die Geburtenziffer, die ebenfalls am Donnerstag aus Wiesbaden gemeldet wurde, 1,36 Kinder pro Frau. Dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr (1,39 Kinder pro Frau) rückläufig, befindet sich allerdings, obwohl 2011 so wenig Kinder geboren wurden wie nie zuvor, selbst nicht auf einem Tiefstand. Die niedrigsten Werte wurden in den Nachwendejahren gemessen. 1994 lag die Geburtenziffer bei 1,24 Kinder pro Frau. Da durch den anhaltende Rückgang der Geburtenzahlen auch die Zahl der Frauen rückläufig ist, führt die zwar niedrige, aber konstante Geburtenziffer zu einer anhaltenden Verringerung der absoluten Kinderzahl.

Die Entwicklungen der Geburtenziffern nahmen in West- und Ostdeutschland unterschiedliche Verläufe. Im früheren Bundesgebiet schwankt der Wert seit zehn Jahren zwischen 1,34 und 1,39. In Ostdeutschland stieg die Geburtenziffer dagegen von 1,24 im Jahr 2002 auf nun 1,43. Der Verlauf zeigt für das Jahr 2007, in dem auch das Elterngeld eingeführt wurde, einen deutlichen Sprung von 0,07. Seitdem ist die Geburtenziffer Ostdeutschlands wieder höher als im alten Bundesgebiet.

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder will ungewollt kinderlosen Frauen helfen und setzte sich kürzlich für die Förderung künstlicher Befruchtungen ein. „Keine andere politische Maßnahme hat eine so unmittelbar positive Auswirkung auf die Geburtenrate“, sagte sie dem „Focus“. Die Zahl der Geburten sei um 9000 Kinder gesunken, nachdem im Jahr 2004 die Unterstützung des Bundes für die Befruchtung gestrichen worden war.

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