Bei der Kinderarmut zeigen sich krasse Unterschiede innerhalb Deutschlands. Berlin ist das Land mit der höchsten Armutsquote, wie eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt. In der Hauptstadt sind 36,3 Prozent aller unter Dreijährigen von Armut betroffen. Am besten stehen Bayern und Baden-Württemberg da: Hier liegt die Quote nur bei zehn beziehungsweise elf Prozent.
Ähnlich bitter wie in Berlin ist die Lage in den Großstädten Dortmund, Essen und Leipzig, wo sich die Quote ebenfalls zwischen 33 und 35 Prozent bewegt. In München wuchsen dagegen nach den aktuellsten Zahlen von 2009 lediglich 12,6 Prozent der unter Dreijährigen in Armut auf. In Stuttgart waren es 15,7 Prozent. Köln, Frankfurt, Dresden und Nürnberg liegen mit rund 25 Prozent dazwischen.
Bremen als Stadtstaat steht mit 35,5 Prozent fast so schlecht da wie der „Spitzenreiter“ Berlin; im nahe gelegenen Hamburg hingegen leben nur 24 Prozent aller Kinder in Armut. Viele arme Kinder wachsen auch in Sachsen-Anhalt (33,2 Prozent), in Mecklenburg-Vorpommern (31,2) auf, sowie Sachsen und Brandenburg (jeweils gut 26 Prozent).
Erfasst wurden alle 412 Kreise und kreisfreien Städte. Erstmals weist die Stiftung exemplarisch nach, dass das Armutsgefälle innerhalb ein und derselben Stadt sogar noch erheblich höher sein kann als zwischen den Regionen. Dies zeigt sich an den Städten Heilbronn in Baden-Württemberg und Jena in Thüringen. Hier liegt in manchen Stadtteilen die Armutsquote von Kindern unter drei Jahren nur bei etwas über einem Prozent, in anderen bei über 50 Prozent.
Der Studie zufolge tragen die unter Dreijährigen das höchste Armutsrisiko aller Kinder. Es zeigte sich aber auch, dass die Kinderarmut in Deutschland insgesamt rückläufig ist, alle Bundesländer verzeichnen einen leichten Positivtrend. Auch in Berlin besserte sich die Lage: Zwei Jahre zuvor hatte die Armutsquote dort noch bei 39,9 Prozent gelegen, also dreieinhalb Prozentpunkte höher.
