28.06.2007 · Die Mutter des 13 Jahre alten Mädchens, das von Marco W. sexuell belästigt worden sein soll, sieht keinen Anlass, die Anzeige zurückzuziehen. Unterdessen attackiert der türkische Generalstaatsanwalt Außenminister Steinmeier.
Die Familie des britischen Mädchens, das angeblich in der Türkei von dem 17 Jahre alten Marco aus Deutschland missbraucht worden sein soll, vertraut auf die türkische Justiz. Sie sehe keine Veranlassung, mit der Familie des Jungen in Uelzen zu sprechen, teilte die Familie von Charlotte in Manchester mit.
Sie würden auch keine Interviews mehr geben. Opfer sei nicht der 17 Jahre alte Junge, sondern das 13 Jahre alte Kind. „Wir sind sehr traurig“, sagte Charlottes Mutter der türkischen Zeitung „Hürriyet“. Mehr wolle sie nicht sagen. Die Familie hat inzwischen die Polizei eingeschaltet, um das Mädchen auch auf dem Schulweg vor Reportern zu schützen.
Belästigungen der deutschen Presse
„Das Haus steht unter Polizeischutz“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Manchester. Die Familie habe die Polizei kontaktiert, weil sie von den Medien belagert werde. „Es gab Belästigungen vor allem von der deutschen Presse.“ Bisher habe der Fall in Großbritannien keine große Aufmerksamkeit erregt. Zu der Haft des deutschen Jungen in der Türkei sagte die Sprecherin lediglich: „Das Mädchen hat britischen Rechtsschutz und es soll sexuell belästigt worden sein.“
„Versuchte Beeinflussung“
Deutsche Kamerateams vor dem Gefängnis von Antalya, die von dort seit Tagen über den Fall Marco berichten, haben den Zorn von Generalstaatsanwalt Osman Vuraloglu auf sich gezogen. Er sehe die Berichte deutscher Medien und das Warten der Journalisten vor dem Gefängnis als „versuchte Beeinflussung der Justiz“ an, sagte er nach türkischen Zeitungsberichten vom Donnerstag. Er werde Gegenmaßnahmen ergreifen und eine Nachrichtensperre verhängen.
Als „Taktlosigkeit“ bezeichnete der Generalstaatsanwalt den Anruf von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), in dem sich dieser bei seinem türkischen Kollegen Abdullah Gül für eine Freilassung des 17 Jahre alten Schülers aus Uelzen bemüht hatte. Vuraloglu stellte die Frage, was die deutschen Behörden wohl sagen würden, wenn sich die türkischen Behörden in einem ähnlichen Fall mit solchen Forderungen zu Wort melden würden. Die Türkei sei schließlich ein Rechtsstaat.
Die Frau - das Opfer
Norbert Ost (grohfuda)
- 28.06.2007, 13:36 Uhr
Eine dubiose Geschichte...im Urlaub...
wolf haupricht (emilgilels)
- 28.06.2007, 13:42 Uhr
Kinderschutz geht allem anderen vor!
Stephen Lindholm (StephenLindholm)
- 28.06.2007, 13:44 Uhr
Peinlichkeit deutscher Politik
Matthias Rietz (oekonom_de)
- 28.06.2007, 14:19 Uhr
Das Opfer ist Charlotte????
Michael Schepp (mschepp69)
- 28.06.2007, 14:22 Uhr