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Fahndung Mutmaßliche Terroristen in Berlin festgenommen

22.03.2003 ·  In Berlin wurden sechs mutmaßliche islamistische Terroristen festgenommen, die vermutlich den Ausbruch des Irak-Kriegs nutzen wollten, um im Bundesgebiet einen Anschlag zu verüben. Es gibt auch Hinweise auf die Beteiligung am Djerba-Anschlag.

Von Matthias Wagner, ddp
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Nach der Razzia gegen eine Gruppe mutmaßlicher islamistischer Terroristen in Berlin ist gegen einen 32 Jahre alten Mann Haftbefehl erlassen worden. Wie ein Sprecher der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Samstag sagte, werden dem Mann aus Nordafrika Verstoß gegen das Waffengesetz und Urkundenfälschung vorgeworfen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Gründung einer terroristischen Vereinigung dauerten an. Dies betreffe auch die fünf anderen vorläufig Festgenommen, die inzwischen wieder auf freiem Fuß seien. Presseberichten zufolge haben die Sicherheitsbehörden bei den Ermittlungen offenbar Hinweise auf eine Verbindung zu dem Anschlag auf der tunesischen Ferieninsel Djerba. Zudem werde eine Spur nach Saudi-Arabien verfolgt.

Laut Generalbundesanwalt Kay Nehm wollten die Beschuldigten möglicherweise den Beginn des Irak-Krieges zum Anlass nehmen, „einen Anschlag im Bundesgebiet zu begehen“. Am Donnerstagnachmittag waren deshalb sechs Gebäude in Berlin durchsucht worden, unter anderem Räumlichkeiten in der Al-Nur-Moschee und Büroräume des Vereins „Die islamische Gemeinschaft Berlin“. Zu den Festgenommenen gehörte Presseberichten zufolge auch der Imam der Moschee und dessen Bruder. Der Sprecher der Bundesanwaltschaft machte unter Hinweis auf ermittlungstaktische Gründe keine Angaben zur Identität der Personen.

Kontakte zur Al Qaida

Laut „Tagesspiegel“ handelt es sich bei den Männern um je zwei Libanesen, Tunesier und Marokkaner. Unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet das Blatt in seiner Sonntagausgabe weiter, dass geprüft werde, ob es einen Zusammenhang zu dem Attentat von Djerba sowie zu weiteren Anschlägen gibt, die mutmaßlich von Terroristen der Al-Qaida verübt wurden. Auf Djerba hatte sich ein tunesischer Selbstmordattentäter im April 2002 vor einer Synagoge in einem Kleinlastwagen in die Luft gesprengt. Der Anschlag forderte 21 Menschenleben. Unter den Toten waren 14 deutsche Touristen.

Nach Darstellung des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ verfolgt das Bundeskriminalamt (BKA) bei den Ermittlungen auch eine Spur nach Saudi-Arabien. Das 1,2 Millionen Euro teure Grundstück der Al-Nur-Moschee in Berlin gehöre in Teilen einem Scheich aus Riad, berichtete das Blatt am Samstag vorab. Die Staatsschützer prüften nun, ob über Saudi-Arabien auch Kontakte zum Terrornetzwerk Al Qaida bestehen. Die Bundesanwaltschaft habe mit der Razzia einen möglichen Selbstmordanschlag verhindern wollen, hieß es weiter. Bei den Durchsuchungen hätten die Fahnder unter anderem eine scharfe Pistole gefunden.

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