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Explosion in Treibstofflager Suche nach der Ursache

12.12.2005 ·  Die Ermittler schließen zwar einen Anschlag aus, die Suche nach der genauen Ursache der Explosionen im Öllager Buncefield geht weiter. Erst in der Nacht konnte die Feuerwehr mit den eigentlichen Löscharbeiten beginnen.

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Die Explosionsserie in einem der größten britischen Öldepots ist wahrscheinlich auf einen Unfall zurückzuführen. Die Polizei hat bisher keinerlei Hinweise auf einen Anschlag aus. Genaueren Aufschluß sollen Untersuchungen im Laufe des Tages bringen.

Zunächst aber muß der enorme Brand gelöscht werden. Erst in der Nacht zum Montag konnte die Feuerwehr mit den eigentlichen Löscharbeiten beginnen. Nach Angaben einer Polizeisprecherin soll mit riesigen Mengen eines Wasser-Schaum-Gemisches ein Schaumteppich gelegt werden, der die Flammen ersticken soll. Ob dies gelingt, ist allerdings noch ungewiß. Auch in der Nacht zum Montag brannten die mit Öl, Benzin und Kerosin gefüllten Tanks noch lichterloh.

„Es war der gewaltigste Vorfall dieser Art im Nachkriegseuropa“, bewertete Feuerwehrchef Roy Wilshire das Großfeuer. 43 Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt, zwei von ihnen schwer. In Buncefield wurden 16 Millionen Liter Benzin, Diesel und Flugbenzin gelagert. Die Polizei in Hertfordshire erklärte, gemeinsam mit der Feuerwehr und der Umweltbehörden sei man zu dem Schluß gekommen, daß der Schaum eingesetzt werden könne. Eine Gefahr, daß Grundwasser zu kontaminieren, bestehe nicht.

Treibstofflager explodiert: Suche nach der Ursache

Bis zu hundert Meter hohe Flammen

Die Feuerwehr in Hemel Hempstead ging davon aus, daß es mindestens noch einen Tag dauern wird, bis das Feuer gelöscht ist. Die Lage sei aber unter Kontrolle, sagte Feuerwehr-Chef Roy Wilsher. Die durch die riesige nach Südosten ziehende Rauchwolke drohende unmittelbare Gesundheitsgefahr sei relativ gering, versicherten Mediziner. Sollte es allerdings regnen, würden riesige Mengen von Schadstoffen in den Boden gelangen.

Viele Anwohner waren am Sonntag morgen zunächst von einem Flugzeugabsturz ausgegangen. Durch die Druckwelle der Explosion wurden Dächer abgedeckt und Haustüren eingedrückt. Fensterscheiben gingen zu Bruch, 2000 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Wie Augenzeugen berichteten, wurde das Treibstofflager zunächst von einer großen Explosion erschüttert, die noch 60 Kilometer vom Unglücksort entfernt zu hören war. Danach habe es noch drei kleinere Explosionen gegeben. Die Flammen über dem Unglücksort schossen den Berichten zufolge bis zu 100 Meter hoch in den Himmel.

Zwanzig Tanks à 13,6 Millionen Liter

Das fünftgrößte Treibstofflager Großbritanniens versorgt den Flughafen Luton und wird von mehreren großen Ölgesellschaften genutzt. Den Angaben nach gibt es dort insgesamt 20 Tanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils rund 13,6 Millionen Litern. Die Polizei beruhigte verunsicherte Autofahrer, die die Tankstellen in der Region belagerten. Trotz des Unglücks werde es keinen Engpaß bei der Benzinversorgung geben, hieß es.

Der dichte Rauch führte am Abend auch in Luton zu Behinderungen für den Flugverkehr. Am Londoner Flughafen Heathrow war die Sicht ebenfalls durch dichte Rauchwolken zeitweise eingeschränkt. Es kam zu Verspätungen. Mehrere Flüge mußten am morgen gestrichen werden. Eine Autobahn in der Nähe der Unglücksstelle wurde gesperrt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, AP
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