Deutschlands Vertreter beim „Eurovision Song Contest“ (ESC) in Baku, Roman Lob, hat die Jurys weniger überzeugt als die für ihn anrufenden Zuschauer an den Fernsehern. Wie die Europäische Rundfunkunion (EBU) jetzt mitteilte, wäre der 21 Jahre alte Industriemechaniker und sein „Standing Still“ am 26. Mai im ESC-Finale bei einem reinen Televoting auf Platz sechs gelandet.
Die Juroren aber, die zu 50 Prozent das Endergebnis mitbestimmten, sahen den Deutschen auf Platz zehn. Lob kam so insgesamt auf einen achten Platz. Einig allerdings waren sich die jeweils fünfköpfigen Jurys aus den 42 Teilnehmerländern mit den Televotern bei der Siegerin: Loreen aus Schweden landete mit „Euphoria“ jeweils auf Platz eins.
Schon bei den Zweitplatzierten, den singenden Großmüttern aus Russland, gingen die Meinungen aber weit auseinander. Während die Jurys den Buranowskije Babuschki insgesamt nur 94 Punkte gaben (Platz elf), erreichten die alten Damen mit ihrem Lied „Party For Everybody“ über die Stimmabgabe der Fernsehzuschauer 332 Punkte. Damit lagen sie nur elf Punkte hinter Loreen, die insgesamt dann aber klar mit 113 Punkten Vorsprung vor den Babuschki gewann.
Die Juroren sahen den Serben Zeljko Joksimovic mit 173 Punkten auf Platz zwei, er wurde am Ende dritter, vor der Albanerin Rona Nishliu, die fünfte wurde, gefolgt von der Italienerin Nina Zilli. Sie aber erreichte beim Televoting nur Platz 17 und landete so im Finale noch hinter Roman Lob auf Rang neun. Auch nicht einig waren sich Jurys und Televoter bei den letzten Plätzen: Während die Musikfachleute den Briten Engelbert auf Platz 26 sahen, erhielt die Französin Anggun für ihren Titel „Echo (You And I)“ als einzige Teilnehmerin des Abends überhaupt beim Televoting keinen einzigen Punkt.