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Zum 60. Geburtstag : Australien nimmt am Eurovision Song Contest teil

Wie gewohnt ohne australische Flaggen: Das erste Halbfinale des ESC 2014 Bild: dpa

Der geographischen Distanz zum Trotz ist die Fangemeinde des Eurovision Song Contest in Australien groß. In diesem Jahr dürfen die Australier gar einen eigenen Teilnehmer nach Wien schicken. Zur Regel soll das aber nicht werden.

          Geographisch ist Australien weit weg, aber kulturell gibt es ähnliche Vorlieben bei den Menschen in Europa und in dem Land „Down Under“. Eine der Gemeinsamkeiten ist die Freude an länderübergreifenden Musikwettbewerben wie dem Eurovision Song Contest, der in Australien etwa seit dem Sieg von Abba 1974 die zweit- oder drittgrößte Fernsehshow des Jahres ist.

          Till  Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          In diesem Jahr wird Australien deshalb auch zum ersten Mal als Gastteilnehmer beim Eurovision Song Contest im Mai in Wien dabei sein. Das hat am Dienstag die European Broadcasting Union (EBU) angekündigt. Bei der Teilnahme Australiens als 40. Land solle es sich um eine einmalige Ausnahme handeln, da eigentlich nur Länder mit Fernsehanstalten mitmachen können, die Vollmitglieder in der Rundfunkunion sind. Dazu gehören zwar auch einige nichteuropäische Länder, aber der australische Sender SBS, der die Show seit dem Jahr 1983 überträgt, ist nur ein assoziiertes Mitglied.

          Eine Ausnahme zum 60. Geburtstag

          Doch da der Wettbewerb in diesem Jahr 60. Geburtstag feiere, könne man sich ja „durchaus einmal Gäste einladen“, sagte Thomas Schreiber, der ARD-Unterhaltungskoordinator, der in Deutschland für den Song Contest zuständig ist, dieser Zeitung. Die Australier seien „schlicht und einfach“ sehr engagiert, was den ESC anbelangt. „Die nehmen das ernst, und das wird dem Wettbewerb als solchem guttun“, sagte Schreiber.

          Die Fans in Australien verweisen darauf, dass schon in der Vergangenheit mehrfach Musiker mit Verbindungen nach Australien teilgenommen hätten, etwa als Vertreter Großbritanniens, wie Olivia Newton-John im Jahr 1974, aber auch Deutschlands, wie Jane Comerford als Teil von Texas Lightning im Jahr 2006. Als größten „australischen“ Erfolg werten die Fans zudem den Sänger Johnny Logan, der den Wettbewerb zweimal als Interpret gewann und ein zusätzliches Mal als Komponist. Logan trat zwar für andere Länder an, ist aber im australischen Bundestaat Victoria geboren.

          Er habe sich auch schon länger für eine Einladung Australiens eingesetzt, sagte der ESC-Verantwortliche Schreiber. Auch die australischen Partner hätten sich darum bemüht. Auf Dauer dürfte es für den Wettbewerb allerdings schwer sein, in dieser Region neue Zuschauer zu finden, allein schon wegen der Zeitverschiebung, sagte Schreiber. Sollte Australien im Mai den Wettbewerb gewinnen, wird der nächste ESC in Kooperation mit dem australischen Sender in einer europäischen Stadt veranstaltet.

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