Home
http://www.faz.net/-gum-76xvf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Eurovision Song Contest „Glorious“ von Cascada ist „Unser Song für Malmö“

 ·  Der deutsche Vorentscheid für den „Eurovision Song Contest“ zeigt: Radiohörern gefällt andere Musik als einer Jury. Und mit Dance-Pop kann man jede Menge Punkte sammeln.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (3)

Am Ende wurde es doch noch spannend und Anke Engelke moderierte sich richtig warm vor den 8500 Zuschauern in Hannover. Als eine ARD-Radiostation nach der anderen das Abstimmungsergebnis ihrer Hörer durchgab und fast jede mit: „und zwölf Punkte für LaBrassBanda“ schloss, schien der Trend gesetzt und Engelke witztelte schon: „Wie kann sich ein ganzes Radioland nur so einig sein?“

Dann votierte die Jury, die von der Grand-Prix-Veteranin Mary Roos geleitet wurde. Die Fachleute gaben der bayerischen Blechbläsercombo mit ihrem Lied „Nackert“ genau einen einzigen Punkt. Und setzten die Band Blitzkids an die Spitze ihrer Rangliste, die mit einer Bühnenperformance à la Lady Gaga zu ihrer Elektropo-Nummer „Heart on the line“ auch das Publikum in der Halle überzeugt hatte.

Marienlieder und Elektrobeats

In der Gesamtwertung vorne lag nun aber die vor allem im Ausland bekannte und kommerziell erfolgreichste Band des Wettbewerbs: Cascada, deren Gesicht auf der Bühne die Sängerin Natalie Horler ist. Als letzter von zwölf Teilnehmern hatte sich die seit zehn Jahren bestehende Formation mit der geradlinig wummernden Dance-Pop-Nummer „Glorious“ präsentiert, der in die musikalischen Fußstapfen des Siegertitels von 2012 steigt, Loreens „Euphoria“. Und Cascada sollten Spitzenreiter bleiben, nachdem Loreen den Umschlag mit dem Abstimmungsergebnis der Fernsehzuschauer überreicht hatte. LaBrassBanda erreichte den zweiten Platz.

Die Zuschauer hatten bis dahin ein denkbar breites musikalisches Spektrum erlebt: Von singenden Priestern mit einem gregorianisch angehauchten Marienlied  über eher flache Poplieder wie von Finn Martin, Lena-Epigonen wie Mia Diekow und Mobilée bis hin zu kühlen Elektrobeats im Stil der Achtziger – auch Ben Ivory folgte diesem Trend –, eine Soulnummer der österreichischen Sängerin Saint Lu und einen echten Schlager im Retrostil der Sechziger von der Schwedin Betty Dittrich sollte für jeden Geschmack etwas geboten werden. Auch arrivierte Musiker wie die Söhne Mannheims waren dabei. Sie landeten auf dem dritten Platz.

Die Teilnehmer waren in diesem Jahr vom Norddeutschen Rundfunk, der Musikindustrie und Stefan Raabs Agentur Brainpool ausgewählt worden und sorgten für eine nicht begeisternde, aber durchaus unterhaltsame Show. Das neue Abstimmungsverfahren, das einen Mittelweg zwischen Fachvotum und Abstimmung vor den Empfangsgeräten installiert, aber zeigte schon im ersten Durchlauf: Extreme Beiträge, egal in welche Richtung, haben es so schwerer, auf den Spitzenplatz zu kommen.

  Weitersagen Kommentieren (3) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
„Sing meinen Song“ bei Vox Die süße Braut hat die beste Stimme

Vox ist allemal besser, vor allem pfiffiger als der große Bruder RTL. In der neuen Show „Sing meinen Song“ sperrt der kleine Sender nun sieben Musiker in eine Villa im Busch und lässt sie dann einfach mal loslegen. Reicht das? Warum nicht? Mehr

22.04.2014, 18:13 Uhr | Feuilleton
Herzblatt-Geschichten So jung und unerfahren

Wenn Promis lachen, weinen die Klatschblätter. Aktuell bereitet besonders Helene Fischers Glück Sorgen. Und Leonardo DiCaprio ist geradezu anstößig normal! Zum Glück geht Verona Pooth da in die Boulevard-Offensive. Mehr

13.04.2014, 12:00 Uhr | Gesellschaft
„Wetten, dass ..?“-Zukunft Die sind ja alle nackt

Kurz nachdem Markus Lanz das Ende von „Wetten, dass ..?“ verkündete, kamen Gerüchte über eine baldige Wiederbelebung auf. Nun wurde auf dem „Großen Showgipfel“ in Köln klargestellt: Die Show kommt nicht wieder. Dafür gibt es im Fernsehen ganz andere Trends. Mehr

14.04.2014, 20:31 Uhr | Feuilleton

14.02.2013, 22:53 Uhr

Weitersagen

Oscar-Gewinnerin Jodie Foster heiratet ihre Partnerin

Nach nur einem Jahr Beziehung heiratet die zweifache Oscar-Preisträgerin Jodie Foster ihre Lebensgefährtin. Wer das ist und weiteren Smalltalk erfahren Sie hier. Mehr 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden