Home
http://www.faz.net/-gum-76xvf
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Eurovision Song Contest „Glorious“ von Cascada ist „Unser Song für Malmö“

Der deutsche Vorentscheid für den „Eurovision Song Contest“ zeigt: Radiohörern gefällt andere Musik als einer Jury. Und mit Dance-Pop kann man jede Menge Punkte sammeln.

© dapd Vergrößern Voller Stimmeinsatz für Germany: Natalie Horler von Cascada

Am Ende wurde es doch noch spannend und Anke Engelke moderierte sich richtig warm vor den 8500 Zuschauern in Hannover. Als eine ARD-Radiostation nach der anderen das Abstimmungsergebnis ihrer Hörer durchgab und fast jede mit: „und zwölf Punkte für LaBrassBanda“ schloss, schien der Trend gesetzt und Engelke witztelte schon: „Wie kann sich ein ganzes Radioland nur so einig sein?“

Ursula Scheer Folgen:

Dann votierte die Jury, die von der Grand-Prix-Veteranin Mary Roos geleitet wurde. Die Fachleute gaben der bayerischen Blechbläsercombo mit ihrem Lied „Nackert“ genau einen einzigen Punkt. Und setzten die Band Blitzkids an die Spitze ihrer Rangliste, die mit einer Bühnenperformance à la Lady Gaga zu ihrer Elektropo-Nummer „Heart on the line“ auch das Publikum in der Halle überzeugt hatte.

Marienlieder und Elektrobeats

In der Gesamtwertung vorne lag nun aber die vor allem im Ausland bekannte und kommerziell erfolgreichste Band des Wettbewerbs: Cascada, deren Gesicht auf der Bühne die Sängerin Natalie Horler ist. Als letzter von zwölf Teilnehmern hatte sich die seit zehn Jahren bestehende Formation mit der geradlinig wummernden Dance-Pop-Nummer „Glorious“ präsentiert, der in die musikalischen Fußstapfen des Siegertitels von 2012 steigt, Loreens „Euphoria“. Und Cascada sollten Spitzenreiter bleiben, nachdem Loreen den Umschlag mit dem Abstimmungsergebnis der Fernsehzuschauer überreicht hatte. LaBrassBanda erreichte den zweiten Platz.

Die Zuschauer hatten bis dahin ein denkbar breites musikalisches Spektrum erlebt: Von singenden Priestern mit einem gregorianisch angehauchten Marienlied  über eher flache Poplieder wie von Finn Martin, Lena-Epigonen wie Mia Diekow und Mobilée bis hin zu kühlen Elektrobeats im Stil der Achtziger – auch Ben Ivory folgte diesem Trend –, eine Soulnummer der österreichischen Sängerin Saint Lu und einen echten Schlager im Retrostil der Sechziger von der Schwedin Betty Dittrich sollte für jeden Geschmack etwas geboten werden. Auch arrivierte Musiker wie die Söhne Mannheims waren dabei. Sie landeten auf dem dritten Platz.

Mehr zum Thema

Die Teilnehmer waren in diesem Jahr vom Norddeutschen Rundfunk, der Musikindustrie und Stefan Raabs Agentur Brainpool ausgewählt worden und sorgten für eine nicht begeisternde, aber durchaus unterhaltsame Show. Das neue Abstimmungsverfahren, das einen Mittelweg zwischen Fachvotum und Abstimmung vor den Empfangsgeräten installiert, aber zeigte schon im ersten Durchlauf: Extreme Beiträge, egal in welche Richtung, haben es so schwerer, auf den Spitzenplatz zu kommen.

Quelle: FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Song Contest Ann Sophie vor Finale verschnupft

Es ist der Alptraum eines jeden Sängers: Eine Erkältung vor dem vielleicht wichtigsten Auftritt im Leben. Am Samstag steigt das ESC-Finale - und die deutsche Hoffnung Ann Sophie kränkelt. Mehr

21.05.2015, 06:41 Uhr | Wirtschaft
Eurovision Song Contest Schwule Ampelmännchen in Wien

Im Rahmen des Eurovision Song Contest Finales in Wien zeigt sich die Stadt offen für alle Partnerschaftsmodelle, auch im Straßenverkehr. Mehrere Fußgängerampeln in der österreichischen Hauptstadt zeigen in den kommenden Wochen gleichgeschlechtliche Paare. Mehr

13.05.2015, 10:34 Uhr | Gesellschaft
Eurovision Song Contest Das zweite ESC-Halbfinale im Livestream

Deutschland ist fürs Finale gesetzt, aber andere müssen sich erst qualifizieren. Heute Abend treten 17 von ihnen im zweiten Halbfinale an – zu sehen sind romantische Duette, eine polnische Lady im Rollstuhl und heldenhafte Comicfiguren aus Schweden. Mehr

21.05.2015, 16:05 Uhr | Gesellschaft
Eurovision Song Contest Duett von Ann Sophie und Dominic Muhrer

Beim Finale kämpft jeder für sich – aber im Vorfeld schlossen sich die deutsche Kandidatin und der Sänger der österreichischen Band zusammen. Mehr

19.05.2015, 17:49 Uhr | Gesellschaft
Tagebuch aus Wien (4) Mit ein bisschen Frieden ins Finale

Das erste Halbfinale des Eurovision Song Contests enttäuscht: Die Moderatorinnen wirken wie Judith Rakers im Dreierpack. Zu hören gab es viele langweilige Nummern. Nur zwei der gewählten Finalisten haben das Weiterkommen wirklich verdient. Mehr Von Peter-Philipp Schmitt, Wien

20.05.2015, 05:24 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 14.02.2013, 22:53 Uhr

Krude Hollywood-Logik Mit 37 Jahren zu alt für einen Mittfünfziger

Maggie Gyllenhaal wurde mit seltsamer Begründung für eine Rolle abgelehnt, Scarlett Johansson lernt am lebenden Objekt, und Valérie Trierweiler bleibt ungestraft – der Smalltalk. Mehr 0

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden