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Eurovision Song Contest „Glorious“ von Cascada ist „Unser Song für Malmö“

 ·  Der deutsche Vorentscheid für den „Eurovision Song Contest“ zeigt: Radiohörern gefällt andere Musik als einer Jury. Und mit Dance-Pop kann man jede Menge Punkte sammeln.

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Am Ende wurde es doch noch spannend und Anke Engelke moderierte sich richtig warm vor den 8500 Zuschauern in Hannover. Als eine ARD-Radiostation nach der anderen das Abstimmungsergebnis ihrer Hörer durchgab und fast jede mit: „und zwölf Punkte für LaBrassBanda“ schloss, schien der Trend gesetzt und Engelke witztelte schon: „Wie kann sich ein ganzes Radioland nur so einig sein?“

Dann votierte die Jury, die von der Grand-Prix-Veteranin Mary Roos geleitet wurde. Die Fachleute gaben der bayerischen Blechbläsercombo mit ihrem Lied „Nackert“ genau einen einzigen Punkt. Und setzten die Band Blitzkids an die Spitze ihrer Rangliste, die mit einer Bühnenperformance à la Lady Gaga zu ihrer Elektropo-Nummer „Heart on the line“ auch das Publikum in der Halle überzeugt hatte.

Marienlieder und Elektrobeats

In der Gesamtwertung vorne lag nun aber die vor allem im Ausland bekannte und kommerziell erfolgreichste Band des Wettbewerbs: Cascada, deren Gesicht auf der Bühne die Sängerin Natalie Horler ist. Als letzter von zwölf Teilnehmern hatte sich die seit zehn Jahren bestehende Formation mit der geradlinig wummernden Dance-Pop-Nummer „Glorious“ präsentiert, der in die musikalischen Fußstapfen des Siegertitels von 2012 steigt, Loreens „Euphoria“. Und Cascada sollten Spitzenreiter bleiben, nachdem Loreen den Umschlag mit dem Abstimmungsergebnis der Fernsehzuschauer überreicht hatte. LaBrassBanda erreichte den zweiten Platz.

Die Zuschauer hatten bis dahin ein denkbar breites musikalisches Spektrum erlebt: Von singenden Priestern mit einem gregorianisch angehauchten Marienlied  über eher flache Poplieder wie von Finn Martin, Lena-Epigonen wie Mia Diekow und Mobilée bis hin zu kühlen Elektrobeats im Stil der Achtziger – auch Ben Ivory folgte diesem Trend –, eine Soulnummer der österreichischen Sängerin Saint Lu und einen echten Schlager im Retrostil der Sechziger von der Schwedin Betty Dittrich sollte für jeden Geschmack etwas geboten werden. Auch arrivierte Musiker wie die Söhne Mannheims waren dabei. Sie landeten auf dem dritten Platz.

Die Teilnehmer waren in diesem Jahr vom Norddeutschen Rundfunk, der Musikindustrie und Stefan Raabs Agentur Brainpool ausgewählt worden und sorgten für eine nicht begeisternde, aber durchaus unterhaltsame Show. Das neue Abstimmungsverfahren, das einen Mittelweg zwischen Fachvotum und Abstimmung vor den Empfangsgeräten installiert, aber zeigte schon im ersten Durchlauf: Extreme Beiträge, egal in welche Richtung, haben es so schwerer, auf den Spitzenplatz zu kommen.

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