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Eurovision Song Contest : Frollein Lena im Video und zum Wundern

Lena Meyer-Landrut mit Oberbürgermeister Stephan Weil Bild: dpa

Die filmische Bewerbung für den Eurovision Song Contest, wie sie von heute an ganz Europa sieht, fällt so aus, wie es Lena Meyer-Landrut wohl entgegen kommt: Schlicht. Sie möchte nicht als Star wahrgenommen werden, sie ist Lena aus Hannover. In dieser Rolle fühlt sie sich wohl.

          Wer bei einem Musikvideo an einen aufwendig produzierten Kurzfilm mit eigener Handlung denkt, der dürfte enttäuscht sein. Keine Geschichte, keine Action, nicht ein bisschen Glamour - stattdessen: nur Lena.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Sie steht auf der Bühne, die Kamera umkreist sie, sie singt, tanzt, kratzt sich auch mal am Kopf - und erzählt letztlich doch eine Geschichte. Von dem Mädchen, das sich extra fein und schön gemacht hat, um ihrem Liebsten zu gefallen. Sie selbst trägt noch dasselbe Kleid wie am Finalabend von „Unser Star für Oslo“. Kein Wunder: Denn über Nacht wurde das offizielle Video von Lena Meyer-Landrut produziert. Weil es, wie sie über die Videopremiere kurz vor der Tagesschau schon morgens sagte, bis zu diesem Dienstagabend eben fertig werden musste. Beim NDR heißt es dazu: Es sei halt praktisch gewesen, direkt nach dem Finale das Video zu drehen, weil alle sowieso noch im Studio waren.

          So fällt die filmische Bewerbung für den Eurovision Song Contest, wie sie von heute an ganz Europa sehen wird, so aus, wie es Lena Meyer-Landrut wohl entgegen kommt: Schlicht. Sie möchte nicht als Star wahrgenommen werden, sie ist Lena aus Hannover, Abiturjahrgang 2010. In dieser Rolle fühlt sie sich wohl, auch wenn sie manchem etwas exzentrisch erscheinen mag. Allerdings ist im Video davon nichts zu merken, auch wenn sie wie gelöst zu ihrem Lied „Satellite“ tanzt. Sie ist völlig mit sich im Reinen. Unter Druck steht sie nach eigenen Angaben nicht, niemand habe bisher versucht, sie oder ihre Entscheidungen zu beeinflussen. Selbst ihren sperrigen Nachnamen will sie eigentlich nicht aufgeben. Vielleicht, sagt Lena, bleibe es aber auch einfach nur bei - Lena.

          „Unser Star für Oslo” richtet ein paar Worte an die Medien

          „Ich bin am Ausflippen“

          Auch mit dem Siegertitel hat sie sich inzwischen angefreundet. Komponiert wurde das bislang unveröffentlichte Werk von dem Dänen John Gordon und der Amerikanerin Julie Frost. Sie können sich freuen. Denn das Frollein aus Deutschland lässt uns wirklich wundern, und alle, die an sie glaubten, dürfen sich bestätigt fühlen.

          Ihr Grand-Prix-Song im Stile eines britischen Popsongs mit dem zu Lena so gut passenden Sprechgesang ist ein sensationeller Erfolg. „Satellite“ hat sogar schon einen neuen Rekord aufgestellt: Noch nie verkaufte sich ein Musik-Download innerhalb von drei Tagen so oft wie dieses Lied. Die Single, seit heute auf dem Markt, wird wohl ebenfalls in den Charts ganz nach oben schießen.

          Am Dienstagabend hatte Lena kaum Zeit, die Videopremiere ihres Liedes am Fernseher in Ruhe zu verfolgen. Sie wurde von einigen Hundert ihrer Fans und dem Oberbürgermeister ihrer Heimatstadt, Stephan Weil, im Hannoveraner Rathaus empfangen. Kokett ließ sie sich nicht vom Ansturm aus der Fassung bringen: „Das ist ja nix hier. Da hätte ich schon mehr erwartet.“ Trotzdem brodelt es auch in ihr: „Ich bin am Ausflippen, innerlich schreie ich die ganze Zeit.“

          Eigentlich wollte sie sich in Hannover nur ausruhen - bei Muttern und endlich wieder im eigenen Bett. Doch viel Zeit bleibt ihr nicht: Schon bald wird ein Album produziert (auf dem dann gewiss auch der von Stefan Raab geschriebene, aber von den Zuschauern eben nicht fürs Finale in Oslo am 29. Mai ausgewählte Song „Love Me“ zu finden sein wird), und im April muss sie wie Tausende andere Achtzehnjährige in ganz Deutschland noch ihre Abiturprüfungen ablegen, bevor es im Mai nach Norwegen geht.

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