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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Euro Kleine Scheine sollen Inflation stoppen

 ·  In Italien, Griechenland und Österreich formieren sich die Gegner der Euro-Münzen. Mit Pizza-Boykott und Druck der Finanzminister wollen sie kleine Euro-Scheine durchsetzen.

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Seit Einführung des Euro wiegen die Geldbeutel schwerer. Besonders die Ein- und Zwei-Euro-Münzen lassen sich nur kräftezehrend durch die Gegend schleppen. Scheine wären die Lösung - aber daran hatten vor Einführung des neuen europäischen Geldes nur die Österreicher und Italiener gedacht. Aber auf die hat leider wieder niemand gehört.

Doch das Thema erhält mit der Teuro-Debatte neuen Auftrieb. Nun regt sich auch in Griechenland Widerstand gegen die Euro-Münzen. Gewöhnt an große Scheine mit geringem Wert, legen Italiener, Österreicher und Griechen allzu leicht die Münzen auf den Tisch: als Trinkgeld und ganz Besonders beim Einkaufen.

Pizza-Boykott in Italien

Die Schuldigen sind ausgemacht: Die kleinen Münzen heizen die Inflation erst an. Ihrem Unmut machten Italiener in Aufsehen erregenden Aktionen Luft: So verschmähten sie etwa eine Woche lang Gewürzgürkchen, nachdem Verbraucherschützer diese zum „Symbol des teuren Lebens“ erklärt hatten. Am vergangenen Wochenende rief die Verbraucherorganisation Aduc sogar zum Pizza-Boykott aus Protest gegen den Teuro auf.

Der italienische Finanzminister Giulio Tremonti griff die Nöte seiner Landsleute auf und regte bereits im August kleinere Euro-Banknoten an. Auch sein griechischer Amtskollege Nikos Christodoulakis ist dafür, zumindest Zwei-Euro-Scheine zu drucken, ganz so, als könnten die Scheine die Inflation stoppen.

Münzprägung ist Geld wert

Und das, obwohl die Finanzminister mit der Prägung der Münzen gut verdienen, denn die Euro-Geldstücke kosten in der Herstellung weniger, als sie im Handel wert sind. Dagegen bringt der Druck der Geldscheine nur Kosten mit sich, die von den Notenbanken beziehungsweise der Europäischen Zentralbank getragen werden müssen.

Da entpuppt sich das Engagement der Finanzminister als volkstümelnde Verlautbarung. Doch in den kommenden Jahren wird sowieso nichts passieren: Die Vorbereitung einer neuen Serie, in die man neue Scheine aufnehmen könnte, dauert Jahre. 2004 wollen die Verantwortlichen der EZB über die zweite Auflage entscheiden, 2009 könnte es dann zu Veränderungen kommen.

Aber bis dahin könnte die Erinnerung an die Bündel von Lirescheinen, mit denen man in Italien noch lässig beim Einkauf beeindrucken konnte, schon verblasst sein.

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