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Best Ager - Für Senioren und Angehörige

Veröffentlicht: 14.12.2012, 12:56 Uhr

Ernährungsbericht Ältere Menschen sind zu dick

Viele ältere Menschen wiegen zu viel. Das steht im neuen Ernährungsbericht. Sorge bereitet den Experten, dass in Deutschland nach wie vor zu viel Fleisch gegessen wird.

© dpa Vor allem Senioren sind zu dick, das hängt auch mit fehlender Bewegung zusammen

Übergewicht ist bei Kindern leicht zurückgegangen, viele Senioren dagegen kämpfen mit den Kilos: Das geht aus dem Ernährungsbericht 2012 der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hervor. Die Studie wurde am Freitag in Berlin vorgestellt. Bei Kindern im Vorschulalter in fast allen Bundesländern sei das Übergewicht um bis zu drei Prozent und die noch schlimmere Fettleibigkeit (Adipositas) um bis zu 1,8 Prozent zurückgegangen.

Übergewicht von Kindern ist leicht zurückgegangen © dpa Vergrößern Bei Kindern sind dagegen Übergewicht und Fettleibigkeit zurückgegangen

Etwa 60 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen in Deutschland sind zu dick. Vor allem Senioren haben laut dem Bericht Probleme mit Übergewicht: So hätten 74 Prozent der Männer und 63 Prozent der Frauen zwischen 70 und 74 Jahren zu viel Gewicht, was auch auf Bewegungsmangel zurückzuführen sei.

Aigner zeigte sich laut der Pressemitteilung ihres Ministeriums besorgt, dass der Anteil übergewichtiger Menschen auf hohem Niveau stagniere. Die DGE erstellt den Bericht alle vier Jahre im Auftrag der Bundesregierung.

Fettleibigkeit ein großes Problem

In einer anderen, internationalen Studie mit dem Titel „Global Burden of Disease Study 2010 (GBDS 2010)“, die am Donnerstag in London veröffentlicht worden war, hieß es, dass in den vergangenen zehn Jahren Fettleibigkeit zum großen Problem geworden sei. Lag diese 1990 noch auf Platz 10 der größten Gesundheitsrisiken, ist sie nun auf Platz 6 in der Welt. Mehr als 3 Millionen Todesfälle seien 2010 auf einen zu hohen Body-Maß-Index zurückzuführen gewesen. Daten aus 187 Länder wurden ausgewertet.

Infografik / Mehr Übergewicht im Alter © dpa Vergrößern Der höchste Anteil an übergewichtigen und fettleibigen Menschen findet sich in der Altersgruppe der 70- bis 74-Jährigen

Nach Angaben des deutschen Ernährungsberichts isst jeder Mann im Durchschnitt pro Woche etwa ein Kilogramm Fleisch und Wurst, empfohlen werden 300 bis 600 Gramm. Allerdings werden nach Angaben des Berichts auch mehr Fisch und Gemüse verspeist: So seien im vergangenen Jahr pro Kopf etwa 25 Kilogramm Gemüse wie Tomaten, Kohl, Rüben, Gurken und Hülsenfrüchte verzehrt worden. Zwischen den Jahren 2000 und 2011 sei der Konsum von Gemüse jährlich pro Kopf um durchschnittlich 1,1 Kilogramm gestiegen. Im Jahr 2010 hat jeder Deutsche nach Auskunft des Ministeriums etwa 16 Kilogramm Fisch verzehrt.

Werbung mit Gesundheitsbotschaften eingeschränkt

Unterdessen macht die Europäische Union (EU) beim Thema Essen und Gesundheit weiter Druck auf die Hersteller: Lebensmittel dürfen von diesem Freitag an nur noch eingeschränkt mit Gesundheitsbotschaften beworben werden. Eine EU-Richtlinie verbietet es Nahrungsmittel-Konzernen, sogenannte Health Claims auf die Verpackungen zu drucken, wenn die Behauptungen nicht wissenschaftlich belegt und von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit genehmigt sind. Beispielsweise darf laut Anne Markwardt von der Lebensmittelorganisation Foodwatch nicht mehr behauptet werden, dass probiotische Joghurts die Abwehrkräfte so stärken, dass sie vor Erkältung schützen.

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In einem aktuellen Rechtsstreit über „Becel“-Margarine musste Foodwatch jedoch eine Niederlage einstecken. Das Hamburger Landgericht wies die Klage der Organisation am Freitag ohne Begründung ab. Auslöser der Streitigkeiten war ein Zitat des Gießener Professors Hans-Ulrich Klör in einer Pressemitteilung von Unilever, wonach die der Margarine zugesetzten Pflanzensterine aus wissenschaftlicher Sicht unbedenklich seien. Foodwatch sah das anders und klagte dagegen.

Nach dem Richterspruch darf Unilever nun die Aussagen Klörs weiter verbreiten. „Das Urteil ist der Beweis, dass wir das Richtige machen“, sagte Unilever-Sprecher Merlin Koene. Das Urteil bedeute „ein Ende der Verunsicherung beim Verbraucher“.

Unilever wirbt damit, dass die Margarine den Cholesterinspiegel senke und der Gesundheit zuträglich sei. Nach Angaben von Foodwatch gibt es hingegen wissenschaftliche Studien, die den Verdacht erhärteten, dass Pflanzensterine Ablagerungen in den Gefäßen verursachen und damit das Risiko auf Herzkrankheiten erhöhen.

Weiter Unklarheit im Margarine-Streit

Wer in dieser Frage recht hat, ist trotz des Richterspruchs weiter unklar. Denn die Abweisung der Klage heißt nicht zwangsläufig, dass das Gericht von der Unbedenklichkeit der Pflanzensterine überzeugt ist. Sollte die Richterin die Aussagen Klörs als Meinungsäußerung eingestuft haben, wie es der Anwalt von Unilever gefordert hatte, war die Richtigkeit der Aussagen Klörs für ihr Urteil nicht von Bedeutung. Hintergrund: Im Gegensatz zu einer Tatsachenbehauptung ist die Äußerung einer Meinung - egal welchen Inhalts - rechtlich nicht angreifbar.

„Wir warten jetzt die Urteilsbegründung ab und werden sehr genau prüfen, ob wir in Berufung gehen“, sagte der Klageführer von Foodwatch, Oliver Huizinga. Seine Organisation ist davon überzeugt, dass das Gericht Klörs Aussagen als Meinung eingestuft und daher den Inhalt nicht auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft hat.

„Nach diesem Urteil müssen die Verbraucher nicht weniger besorgt sein, sondern sie müssen genauso viele Zweifel haben wie zuvor“, sagte Martin Rücker von Foodwatch. Zugleich forderte er den sofortigen Verkaufsstopp für die Margarine. Unilever bezeichnete die Klage von Foodwatch unterdessen als „Schmierenkampagne“.

Erlaubte und unerlaubte Werbeversprechen

Lebensmittel dürfen nur noch eingeschränkt mit Gesundheitsbotschaften beworben werden. Das sieht eine EU-Richtlinie vor, die von diesem Freitag an gilt. So darf nicht mehr behauptet werden,

- dass schwarzer Tee die Konzentration fördere
- dass Schokolade das Wachstum von Kindern unterstütze
- dass Joghurt die Immunabwehr stärke
- dass Cranberry-Saft das Risiko für Blasenentzündungen reduziere.

Genehmigt hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hingegen vor allem eine Reihe von Aussagen über Vitamine und Mineralstoffe, die in dem Produkt aber auch ausreichend vorhanden sein müssen. Dazu gehört zum Beispiel:

- dass Vitamin C gegen Müdigkeit wirkt und das Immunsystem stärkt
- dass Zink der Erhaltung von Knochen, Haaren und Nägeln dient
- dass zuckerfreier Kaugummi Säure im Mundraum neutralisiert
- dass Fluorid die Zähne mineralisiert und schützt.

Quelle: DPA

 

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