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Sonntag, 12. Februar 2012
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Ermordeter Bankierssohn Der mutmaßliche Täter schweigt

03.10.2002 ·  Am Dienstag wurde der mutmaßliche Mörder des entführten Bankierssohn Jakob von Metzler festgenommen. Noch immer kann die Polizei kein schlüssiges Motiv liefern.

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Noch immer bestimmen viele offene Fragen die Ermittlungen im Mordfall Jakob von Metzler. Die Motive des Täters liegen ebenso im Dunkeln wie die Todesursache des 11-jährigen Opfers.

Der Bankierssohn, der am Freitag auf dem Nachhauseweg entführt und später ermordet wurde, ist wahrscheinlich erstickt. Es könne jedoch auch nicht ausgeschlossen werden, dass der Elfjährige ertrunken sei, hieß es am Mittwoch. Die Polizei suchte erneut am Fundort der Leiche und dem Übergabeort des Lösegeldes nach verwertbaren Spuren. Fündig wurde sie dabei aber zunächst offenbar nicht.

Opfer war bereits am Samstag tot

In der Wohnung des mutmaßlichen Mörders Magnus G. fand die Polizei die fast vollständige Lösegeldsumme von einer Million Euro, die die verzweifelten Eltern in der Nacht zum Montag bezahlt hatten. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Sohn bereits tot.

Die Rechtsmediziner gehen davon aus, dass Jakob bereits am Freitag, dem Tag der Entführung, oder am Samstag starb. Genau wird sich dies aber vermutlich nicht mehr ermitteln lassen, dazu habe die Leiche zu lange in der Kälte gelegen. Der leblose Körper des Jungen war am Dienstag an einem kleinen See zwischen Hanau und Fulda gefunden worden. Die Leiche lag, eingewickelt in blaue Plastiksäcke, unter einem Bootssteg.

Würgemale am Hals

Bei der Obduktion der Leiche haben die Rechtsmediziner am Hals „massive“ Druckstellen entdeckt. Ob diese Würgemale zum Tod geführt haben, muss aber nach den Worten von Oberstaatsanwalt Rainer Schilling noch geklärt werden. Aufschluss sollen weitere Laboruntersuchungen liefern, deren Ergebnis am Freitag erwartet wird.

Am Dienstagabend war gegen den 27-jährigen Magnus G. Haftbefehl wegen Verdachts auf erpresserischen Menschenraub und Mord ergangen. Vor dem Haftrichter äußerte sich der Jurastudent nicht zu den Vorwürfen. In seiner Wohnung beschlagnahmte die Polizei aber das Lösegeld in Höhe von einer Million Euro. „Es fehlten nur ein paar Hundert Euro“, sagte Schilling. Die Polizei glaubt, dass der Jurastudent die Tat alleine begangen hat. Der aus Frankfurt stammende Mann hatte sein Opfer nach Darstellung der Polizei gekannt.

Trauer in Frankfurt

Die Eltern von Jakob, die vor der Pressekonferenz vom Frankfurter Polizeipräsidenten Harald Weiss-Bollandt informiert worden waren, hätten die Nachricht mit „bewundernswerter Gefasstheit“ aufgenommen. Angeblich identifizierten sie die Leiche sogar selbst. Jakob war das jüngste von drei Kindern. Der Junge wurde als vorsichtig beschrieben.

Jakob war am vergangenen Freitag nach Schulschluss in der Nähe seines Elternhauses im Stadtteil Sachsenhausen entführt worden. In der Schule des Jungen herrscht seit Bekannt werden der Todesnachricht große Bestürzung. Am Mittwoch wurde in dem Gebäude, ebenso wie im Frankfurter Römer, ein Kondolenzbuch ausgelegt. An der Eingangstür der Schule hängten Lehrer und Schüler ein Schild mit der Aufschrift „Wir alle können es nicht fassen“ auf. Vor dem Anwesen der Bankiersfamilie Metzler legten zahlreiche Frankfurter Bürger Blumen nieder und zündeten Kerzen an.

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