Gut zwei Wochen nach der Geiselnahme mit fünf Toten in Karlsruhe hat die Polizei ihre Ermittlungen trotz bleibender Unklarheiten beendet. Als ein möglicher Hintergrund der Tat komme eine Spielsucht des 53 Jahe alten Täters in Frage, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Donnerstag mit. Der Mann habe offenbar über Jahre hinweg an Spielautomaten größere Summen Geld verspielt. In eine gravierende finanzielle Notlage habe er sich damit allerdings nicht manövriert.
Keinen Zweifel hegen die Ermittler mehr daran, dass der Mann am 4. Juli in der Wohnung seiner Lebensgefährtin in der Karlsruher Nordstadt vier Menschen und sich selbst tötete. Er nahm zunächst einen 47 Jahre alten Gerichtsvollzieher, einen 33 Jahre alten Schlosser sowie den 49 Jahre alten neuen Besitzer der Wohnung als Geiseln und erschoss sie wenig später. Auch die fünfundfünfzigjährige bisherige Wohnungsbesitzerin und den Täter selbst fanden Polizisten später tot in der Wohnung.
Waffen legal in Frankreich gekauft
Wie der gebürtige Franzose an insgesamt sieben scharfe Waffen, zwei Übungshandgranaten und eine große Menge Munition gekommen war, blieb den Ermittlern bis zuletzt weitgehend verborgen. Sie konnten demnach lediglich die Herkunft derjenigen Waffe klären, mit der sich der Mann nach seiner Bluttat selbst erschossen hatte. Diese habe er vor Jahren legal in Frankreich gekauft. In Deutschland habe er für die Waffe aber keinen Berechtigungsschein besessen. In Frankreich wiederum seien noch fünf andere Waffen auf ihn eingetragen - was mit diesen passiert sei, sei ebenfalls unklar.