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Anhaltende Hitze : Erhöhte Waldbrandgefahr in weiten Teilen Deutschlands

  • Aktualisiert am

Schon ein einzelner Funken kann bei der aktuellen Hitze einen Brand auslösen Bild: dpa

Die Hitze sorgt zum kalendarischen Sommerbeginn nicht nur für volle Freibäder, sondern birgt auch Gefahren. In vielen Gebieten Deutschlands ist die höchste Warnstufe für Waldbrände erreicht.

          Zum heutigen kalendarischen Sommerbeginn gibt es Sonne satt und in ganz Deutschland herrschen Temperaturen von über 30 Grad. Einen vorläufigen Höhepunkt soll die Hitzewelle am Donnerstag erreichen: Es werden Höchsttemperaturen von 36 Grad erwartet.

          Mit den Spitzentemperaturen steigt allerdings auch die Waldbrandgefahr. Wie ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) FAZ.NET mitteilte, hat der Waldbrandgefahrenindex pünktlich zum Sommerbeginn die höchste Gefahrenstufe erreicht: Auf der Skala von eins bis fünf befindet sich die Waldbrandgefahr im Odenwald bereits bei einem Gefahrenwert von fünf. Für das gesamte südhessische Gebiet und Teile Nordhessens wird die Stufe fünf für Donnerstag erwartet. In weiten Teilen Deutschlands befindet sich die Waldbrandgefahr auf der Stufe vier.

          Brandenburg zählt aufgrund seiner ausgedehnten Kiefernwälder zu den gefährdetsten Regionen Deutschlands. Dort gelten sogar fast flächendeckend die beiden höchsten Warnstufen. Unter anderem in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, im südlichen Niedersachsen und in Sachsen gab es ebenfalls Gebiete mit der höchsten Warnstufe. Im Saarland und Rheinland-Pfalz sollte am Donnerstag in einigen Gebieten die höchste Warnstufe erreicht werden.

          „Man sollte es tunlichst vermeiden, sein Auto in Waldnähe zu parken, im Wald zu rauchen oder zu grillen. Bei einer so hohen Gefahr reicht schon eine Glasscherbe im Wald, um ein Feuer zu entfachen“, erklärte der Sprecher. Dem DWD zufolge gibt es zwischen dem Südwesten bis zum Nordosten in Brandenburg zahlreiche Gebiete mit der höchsten Waldbrandwarnstufe. Zu einem verheerenden Waldbrand wie in Portugal würde es in Deutschland aber nicht kommen: Erstens gibt es hierzulande keine so großen zusammenhängenden Waldgebiete wie in Portugal und anderen südeuropäischen Ländern. Zweitens sind Laub- und Mischwälder vorherrschend, die nicht so brennbar sind wie Tannenwälder.

          Badewetter: Abkühlung ist bei anhaltender Hitze stets willkommen

          Zwar soll es zum Wochenende wieder abkühlen, wodurch auch die Waldbrandgefahr wieder sinkt. „Die Hitzewelle wird aber zu Beginn nächster Woche wieder Anlauf nehmen“, so der Sprecher. Die Temperaturen können wieder über 30 Grad steigen. Anhaltende Abkühlung gebe es voraussichtlich erst Ende des Monats. Dann ziehe die Hitze weiter an den Alpenrand. Vereinzelt könne es zu Unwettern kommen.

          In Bayern gab es in der Nacht zum Mittwoch bereits heftige Gewitter und Starkregen. Der DWD verzeichnete vor allem am Alpenrand bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Vereinzelt fiel Hagel. Größere Schäden richteten die Unwetter laut Polizei aber nicht an. Wer auf Abkühlung durch den Regen gehofft hat, wird allerdings enttäuscht. Auch in Bayern hält die Hitze an.

          Im Südwesten Deutschlands wurden indes wegen der Hitze Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Um Unfälle wegen aufgeplatzter Fahrbahnen zu vermeiden, sprach das Regierungspräsidium Karlsruhe Tempolimits für Autobahnen aus. Auf der A5 und der A6 durften Autofahrer seit Dienstag in Abschnitten um das Autobahnkreuz Walldorf nur mit 80 Kilometern pro Stunde fahren. Die Tempolimits werden aufgehoben, sobald die Tageshöchstwerte der Temperaturen unter 30 Grad liegen.

          Nicht nur hierzulande, sondern auch weltweit ist es momentan vielfach sehr warm: Die Weltwetterorganisation  warnte in Genf vor einer anhaltenden Hitzewelle in weiten Teilen der Welt. In Spanien seien im Juni zahlreiche Temperaturrekorde gebrochen worden, darunter in Granada mit 41,5 Grad und in Madrid mit 40,1 Grad. Pakistan meldete 54 Grad in der Stadt Turbat.

          Bei der derzeitigen Hitzewelle sind die Wälder stark brandgefährdet
          DWD: Waldbrand-Gefahrenindex WBI

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