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Welt-Aids-Konferenz : Die Aids-Epidemie unter jungen Frauen beenden

Behandlung für alle: Täglich gibt es 2500 Neuinfektionen bei Mädchen und Frauen in Südafrika. Bild: dpa

Auf der Welt-Aids-Konferenz im südafrikanischen Durban haben mehrere Tausend Teilnehmer über die Möglichkeiten der HIV-Bekämpfung diskutiert. Das sind einige ihrer Ergebnisse.

          In Südafrika mit seinen 53 Millionen Einwohnern infizieren sich jeden Tag 2500 Mädchen und Frauen mit HIV. Das allein sind fast so viele Neuinfektionen, wie es in Deutschland mit 81 Millionen Einwohnern in einem Jahr gibt. Das Risiko, sich als junge Frau zu infizieren, ist dabei in der Altersgruppe von 15 bis 24 Jahren vier Mal so hoch wie bei jungen Männern in dem Alter.

          Peter-Philipp Schmitt

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Warum sich mehr als 380.000 junge Frauen im Jahr neu mit dem HI-Virus anstecken, zeigt auch eine Studie des „Centre for the Aids Programme of Research in South Africa“ (Caprisa), die jetzt auf der Weltaidskonferenz in Durban vorgestellt wurde. An ihr nahmen 9812 Personen aus Vulindlela in KwaZulu-Natal südlich von Durban teil. Dabei konnte der genetische Code von 1589 HIV-positiven Frauen und Männern miteinander verglichen werden. Wie sich herausstellte, gibt es einen „Übertragungskreislauf“. Männer im Alter von 25 bis 40 Jahren haben sowohl Sex mit gleichaltrigen Frauen, die bereits überproportional mit HIV infiziert sind und die Männer mit dem Virus anstecken, die wiederum Sex mit den wesentlich jüngeren Frauen haben und diese infizieren.

          Der Altersunterschied zu den jüngeren Frauen beträgt im Schnitt acht Jahre. So sind Frauen mit Anfang 30 schon so häufig infiziert wie Männer erst mit Anfang/Mitte 40. Zudem konnte anhand einer weiteren Studie gezeigt werden, dass bei Frauen das weit verbreitete vaginale Bakterium „Prevotella bivia“ das Risiko, sich mit HIV anzustecken, verdreizehnfacht. Wie Südafrikas Vizepräsident Cyril Ramaphosa auf der Konferenz sagte, wird seine Regierung versuchen, die Epidemie unter jungen Frauen zu beenden. Dazu habe er im Juni eine dreijährige Kampagne ausgerufen, die unter anderem auch von Deutschland finanziert wird und Mädchen besser aufklären soll.

          Die Spenden im Kampf gegen HIV gehen zurück

          Die 14 größten internationalen Spender haben 2015 wesentlich weniger Geld im Kampf gegen HIV ausgegeben als 2014. Nach Angaben des Aidsprogramms der Vereinten Nationen (UN-Aids) und der Kaiser Family Foundation sank der Betrag von 8,62 auf 7,53 Milliarden Dollar. Das sind 13 Prozent weniger, es ist der erste Rückgang seit 2011. Gründe seien zwar auch der starke Dollar und verspätete Zahlungen gewesen, doch alle 14 Regierungen hätten im vergangenen Jahr besonders bilateral weniger ausgegeben als 2014 – insgesamt 715 Millionen Dollar.

          305 Millionen Dollar weniger entfielen auf den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria, die größte multilaterale Finanzierungsorganisation ihrer Art. Drei Viertel der Zuwendungen im Kampf gegen Aids waren bilateral. Sieben Länder (Australien, Dänemark, Irland, Niederlande, Norwegen, Vereinigtes Königreich und Vereinigte Staaten) gaben das meiste Geld direkt an ein anderes Land, sieben anderen Geber (Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, Schweden und die Europäische Kommission) zogen es vor, an den Globalen Fonds zu spenden. Mit Abstand größter Spender waren mit etwas mehr als fünf Milliarden Dollar die Vereinigten Staaten.

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