Home
http://www.faz.net/-gum-o9uq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Erdbeben in Iran Überlebende nach mehreren Tagen unter Trümmern gerettet

Nach Angaben des staatlichen iranischen Fernsehens wurden abermals Überlebende aus den Trümmern im Erbebengebiet gerettet. Unabhängige Berichte hierzu gab es nicht.

© REUTERS Vergrößern Bergungsarbeiten in Bam in der Neujahrsnacht

Hilfsmannschaften haben mehrere Tage nach dem katastrophalen Erdbeben in Iran weitere Verschüttete gerettet. Am Mittwoch wurden dem staatlichem Fernsehen zufolge drei Männer und zwei Frauen in Barawat in der Nähe der fast völlig zerstörten Stadt Bam geborgen. Unabhängige Berichte hierzu gab es nicht. Auch am Donnerstag meldete das staatliche Fernsehen weitere Rettungsaktionen: So soll ein 27jähriger Mann gefunden worden sein, der sechs Tage lang in einem Kleiderschrank überlebte. Die offizielle Zahl der Todesopfer wird immer noch mit mehr als 30.000 angegeben.

Die Suchaktionen nach Überlebenden des Bebens vom vergangenen Freitag waren eingestellt worden. Einige Retter wollten dem staatlichen Fernsehen zufolge aber weiter nach Verschütteten suchen.

Mehr zum Thema

Kampf gegen Epidemien

Nach Medienberichten wurden in Bam am Donnerstag die ersten Babys nach der Tragödie geboren. Die beiden Jungen seien in einem mobilen Hospital zur Welt gekommen.

In der Krisenregion wächst die Angst vor Krankheiten. Oberste Priorität hat nach Angaben von Vertretern der Krisenprovinz Kerman der Kampf gegen Epidemien. Einen Ausbruch der Cholera dementierte das iranische Gesundheitsministerium. Dennoch schließen Ärzteteams am Ort der Tragödie nicht aus, dass Krankheiten wie Cholera ausbrechen könnten. In der Region wurde ein Impfzentrum aufgebaut.

DRK: „Können hier sehr effektiv arbeiten“

Nach dem Ende der Rettungsarbeiten sind immer noch rund 1.600 internationale Helfer aus 44 Ländern im Einsatz. Mehr als 5.400 Tonnen Güter für die Obdachlosen wurden bereits in den Iran gebracht.

Derzeit würden die Notwendigkeiten für eine bis zu sechs Monate dauernde Hilfsoperation geprüft, teilte das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) in Genf mit. Danach werden dringend 4.000 Feldtoiletten, mobile Duschen sowie kleine Heizgeräte benötigt. „Wir können hier sehr effektiv arbeiten. Viele iranische Freiwillige sind angereist, um uns zu helfen“, sagte der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes, Fredrik Barkenhammar zum Aufbau eines Feldkrankenhauses. In der Silvesternacht starteten nach Angaben von Helfern Transportflüge mit Decken, Wasserkanistern und Plastikplanen in die Krisenregion.

Bei dem Beben der Stärke 6,3 auf der Richterskala waren 30.000 Menschen verletzt worden. Rund 100.000 verloren durch die Tragödie ihr Hab und Gut. Hilfsorganisationen suchen Berichten zufolge nach Geldgebern für Waisenkinder. Über mögliche Adoptionen solle erst später nachgedacht werden. Die Zahl der Kinder, die durch die Katastrophe Waisen wurden, wird auf 1.200 geschätzt.

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Situation in Nepal Jetzt kommt auch noch der Monsun

Das zweite schwere Erdbeben in kurzer Zeit hat die Situation in Nepal weiter verschärft. Hilfsorganisation dringen auf eine schnelle Ausweitung der Hilfe. Denn viele Menschen sind noch obdachlos – und bald kommt die Regenzeit. Mehr

13.05.2015, 19:15 Uhr | Gesellschaft
Nach dem Erdbeben Frustration über Nepals Regierung wächst

Vier Tage nach dem schweren Erdbeben in Nepal steigt bei den Überlebenden die Frustration über die Regierung des Landes. Behörden hatten eingestanden, zunächst nicht angemessen auf das Beben der Stärke 7,9 reagiert zu haben. Mehr

29.04.2015, 10:34 Uhr | Gesellschaft
Nepal Nachbeben zerstört viele bereits beschädigte Häuser

Nur zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal hat ein weiteres gewaltiges Beben den Himalaja-Staat erschüttert. Dutzende Menschen kamen ums Leben. Die Katastrophenhilfe rechnet mit ähnlich großen Schäden wie nach dem ersten Beben. Mehr

12.05.2015, 13:34 Uhr | Gesellschaft
Stärke 7,2 Gewaltiges Nachbeben erschüttert Nepal

Nur zwei Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal mit mehr als 8000 Todesopfern ist in der Region um die Hauptstadt Kathmandu abermals von einem schweren Beben erschüttert worden. Mehr

12.05.2015, 12:36 Uhr | Gesellschaft
Persischer Golf Iran gibt abermals Warnschüsse auf Frachter ab

Die Straße von Hormus ist einer der wichtigsten Wasserwege für den Öltransport. Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen hat dort die iranische Marine nun Warnschüsse über einen Tanker abgefeuert. Mehr

14.05.2015, 16:45 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2004, 14:30 Uhr

Gene Simmons von Kiss „Wer high ist, benimmt sich wie ein Idiot“

Gene Simmons plaudert aus dem Nähkästchen, Maggie Gyllenhaal wurde mit seltsamer Begründung für eine Rolle abgelehnt, und Scarlett Johansson lernt das Muttersein am lebenden Objekt – der Smalltalk. Mehr 4

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden