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Erdbeben in Iran Überlebende nach mehreren Tagen unter Trümmern gerettet

Nach Angaben des staatlichen iranischen Fernsehens wurden abermals Überlebende aus den Trümmern im Erbebengebiet gerettet. Unabhängige Berichte hierzu gab es nicht.

© REUTERS Vergrößern Bergungsarbeiten in Bam in der Neujahrsnacht

Hilfsmannschaften haben mehrere Tage nach dem katastrophalen Erdbeben in Iran weitere Verschüttete gerettet. Am Mittwoch wurden dem staatlichem Fernsehen zufolge drei Männer und zwei Frauen in Barawat in der Nähe der fast völlig zerstörten Stadt Bam geborgen. Unabhängige Berichte hierzu gab es nicht. Auch am Donnerstag meldete das staatliche Fernsehen weitere Rettungsaktionen: So soll ein 27jähriger Mann gefunden worden sein, der sechs Tage lang in einem Kleiderschrank überlebte. Die offizielle Zahl der Todesopfer wird immer noch mit mehr als 30.000 angegeben.

Die Suchaktionen nach Überlebenden des Bebens vom vergangenen Freitag waren eingestellt worden. Einige Retter wollten dem staatlichen Fernsehen zufolge aber weiter nach Verschütteten suchen.

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Kampf gegen Epidemien

Nach Medienberichten wurden in Bam am Donnerstag die ersten Babys nach der Tragödie geboren. Die beiden Jungen seien in einem mobilen Hospital zur Welt gekommen.

In der Krisenregion wächst die Angst vor Krankheiten. Oberste Priorität hat nach Angaben von Vertretern der Krisenprovinz Kerman der Kampf gegen Epidemien. Einen Ausbruch der Cholera dementierte das iranische Gesundheitsministerium. Dennoch schließen Ärzteteams am Ort der Tragödie nicht aus, dass Krankheiten wie Cholera ausbrechen könnten. In der Region wurde ein Impfzentrum aufgebaut.

DRK: „Können hier sehr effektiv arbeiten“

Nach dem Ende der Rettungsarbeiten sind immer noch rund 1.600 internationale Helfer aus 44 Ländern im Einsatz. Mehr als 5.400 Tonnen Güter für die Obdachlosen wurden bereits in den Iran gebracht.

Derzeit würden die Notwendigkeiten für eine bis zu sechs Monate dauernde Hilfsoperation geprüft, teilte das UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) in Genf mit. Danach werden dringend 4.000 Feldtoiletten, mobile Duschen sowie kleine Heizgeräte benötigt. „Wir können hier sehr effektiv arbeiten. Viele iranische Freiwillige sind angereist, um uns zu helfen“, sagte der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes, Fredrik Barkenhammar zum Aufbau eines Feldkrankenhauses. In der Silvesternacht starteten nach Angaben von Helfern Transportflüge mit Decken, Wasserkanistern und Plastikplanen in die Krisenregion.

Bei dem Beben der Stärke 6,3 auf der Richterskala waren 30.000 Menschen verletzt worden. Rund 100.000 verloren durch die Tragödie ihr Hab und Gut. Hilfsorganisationen suchen Berichten zufolge nach Geldgebern für Waisenkinder. Über mögliche Adoptionen solle erst später nachgedacht werden. Die Zahl der Kinder, die durch die Katastrophe Waisen wurden, wird auf 1.200 geschätzt.

Quelle: dpa

 
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Veröffentlicht: 01.01.2004, 14:30 Uhr

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