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Entwischte Kobra tot aufgefunden Endstation Klebestreifen

 ·  Die in einem Wohnhaus in Mühlheim an der Ruhr entwischte Kobra ist tot. Die hochgiftige Schlange verendete auf einem Klebestreifen. Tagelang hatte die Feuerwehr nach dem Tier gesucht, schließlich das Wohnhaus versiegelt. Alles in allem 100.000 Euro soll die Aktion gekostet haben.

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Aufatmen für die Bewohner des Mehrfamilienhauses, in dem vor knapp drei Wochen eine 30 Zentimeter lange, hochgiftige Monokelkobra entwischt ist: Nachdem die mehrtägige Suche nach dem Tier durch Einsatzkräfte erfolglos blieb, entschlossen sich die Helfer zu einem drastischen Schritt: Sie versiegelten das gesamte Wohnhaus. Nicht nur die Wohnung des 19jährigen Reptilienhalters wurde dadurch unbewohnbar, auch mussten sich Nachbarn für mehrere Wochen eine neue Bleibe suchen.

Das nun tot aufgefundene Tier ist auf einer Klebefalle verendet, die in der Wohnung des Schlangenbesitzers ausgelegt war. Ursachen für den Tod des fingerdicken Tiers waren vermutlich Nahrungsmangel und Entkräftung. Die von der Mülheimer Feuerwehr hinzugezogenen Experten vermuten, dass die Schlange am Mittwoch durch das warme Frühlingswetter aus ihrem Versteck gelockt wurde. „Dadurch wurde das Haus aufgeheizt. Bei diesen Temperaturen fühlt sich eine Kobra wohl“, sagte Volker Wiebels, Sprecher der Stadt Mülheim. Als das Tier dann auf die Klebefalle geriet, habe das die letzten Kraftreserven gekostet. Entdeckt wurde der Kadaver von dem Feuerwehrmann, der auch nach dem Notruf vor drei Wochen als erster am Einsatzort war.

Der Einsatz kostete insgesamt rund 100.000 Euro

Die Mieter des Mehrfamilienhauses, die aus Sicherheitsgründen ausquartiert worden waren, können jetzt in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Wohnung des Schlangenbesitzers ist derzeit allerdings nicht nutzbar. Sie war bei der Suchaktion bis in den Rohbauzustand zerlegt worden. Dem jungen Mann soll inzwischen der Mietvertrag fristlos gekündigt worden sein. Auf ihn warten aber noch weitere Probleme, wie Volker Wiebels ankündigte: „Die Kosten des Einsatzes trägt zunächst die Stadt. Aber er wird von uns eine Rechnung bekommen.“ Insgesamt soll der Einsatz der Feuerwehr, aber auch von Umzugsfirmen und Bauarbeitern über 100.000 Euro gekostet haben.

Reptilien-Expertin Silvia Macina kritisierte das bisherige Vorgehen. „Man hätte das Haus ausgasen sollen, auch wenn das sicherlich nicht im Sinne des Tierschutzes gewesen wäre“, sagte die Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) in Rheinbach (Rhein-Sieg-Kreis). Nach viertägiger Suche hatte die Stadt das Mehrfamilienhaus abriegeln lassen, um so die fingerdicke 30-Zentimeter-Schlange auszuhungern. Seitdem war das Haus täglich von der Feuerwehr kontrolliert worden.




Quelle: FAZ.NET mit Material von ddp, dpa
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