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„Endeavour“ landet früher Wettlauf mit dem Wirbelsturm

 ·  In der Karibik wütet ein Hurrikan. Er bewegt sich in Richtung Mexiko und gewinnt an Stärke. Die amerikanische Raumfähre „Endeavour“ kehrt daher früher als geplant auf die Erde zurück. Der Shuttle muss in Florida landen, bevor der Tropensturm die Küste erreicht.

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Die amerikanische Raumfähre „Endeavour“, die mit 28.000 Stundenkilometern die Erde umkreist, liefert sich seit Sonntag ein Wettrennen mit Hurrikan „Dean“ - der mit einem Tempo von über 230 Stundenkilometern eine Schneise der Zerstörung durch die Karibik schlägt. Der Shuttle muss unbedingt auf dem Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral (Florida) landen, bevor der Tropensturm, bei dem schon mehrere Menschen ums Leben kamen, am Mittwoch die amerikanische Küste erreicht. Deshalb wurde der Flug um einen Tag verkürzt. Die Fähre sollte schon am Sonntag um 14.00 Uhr deutscher Zeit von der Internationalen Raumstation ISS abkoppeln und voraussichtlich am Dienstagabend zur Erde zurückkehren.

Dabei bedroht „Dean“, der am Montagfrüh Kuba erreichen soll, nicht Florida, das für seine Wetterkapriolen bekannt ist, sondern Texas - und damit das NASA-Kontrollzentrum in Houston, das die Shuttle-Mission leitet. Dort ist zwar schon alles für eine Evakuierung vorbereitet. Doch hat man die Hoffnung nicht aufgegeben, den Shuttle noch nach Hause holen zu können.

Notfalls helfen die Russen

Eine andere Variante wäre, die Flugleitung den Russen in Koroljow vor den Toren Moskaus zu übertragen, die dann von den amerikanische Experten aus einem Ausweichzentrum in Florida unterstützt würden. Einen solchen Fall hat es schon einmal im September 2005 beim Hurrikan „Rita“ gegeben. Eine solche Notmaßnahme soll jedoch eine Ausnahme bleiben. „Unser Ziel ist es, die Mission zuerst und überhaupt von hier in Houston abzuschließen“, sagte Shuttle-Flugdirektor Matt Abbott. Vorsorglich stünden auch zwei Ausweichflughäfen auf der Luftwaffenbasis Edwards in Kalifornien und in White Sands (New Mexico) bereit.

Der vorzeitige Abbruch des Fluges, den man gerade erst von 11 auf 14 Tage verlängert hatte, markiert das Ende einer Mission, die von einer ganzen Reihe Turbulenzen geprägt war. Schon vor dem Start am 9. August sorgte ein Sabotageakt für große Aufregung. Ein Mitarbeiter einer NASA-Partnerfirma hatte Kabel in einem für die ISS bestimmten Computer zerschnitten. Der Fall kam bei einer der sorgfältigen Kontrollen ans Tageslicht. Der Computer konnte noch rechtzeitig repariert werden.

Beschädigung am Hitzeschild bleibt akut

Dann lösten sich beim Start erneut Schaumstoffplatten von der Isolierung des Haupttanks. Dabei wurden zwei Kacheln des Hitzeschildes erheblich beschädigt. Das Loch ist rund fünf mal neun Zentimeter groß und sehr tief. Nach tagelangen Debatten, Berechnungen und Computersimulationen entschieden die Experten, dass eine Reparatur nicht notwendig sei, da keine Gefahr für Mannschaft und Fähre bestehe. Dann musste ein „Weltraumspaziergang“ vorzeitig abgebrochen werden, weil sich Astronaut Dave Williams ein Loch in einen Handschuh seines Raumanzugs gerissen hatte. Zwischendurch fiel ein Computer im amerikanische Segment der ISS aus, und dann wurde auch noch falscher Brandalarm gegeben.

Schließlich musste der vierte und letzte Ausstieg am Samstag um eineinhalb Stunden verkürzt werden, um nach kurzer Verabschiedung von der ISS-Besatzung mit Fjodor Jurtschichin, Oleg Kotow (beide Russland) und Clayton Anderson (Vereinigte Staaten ) rechtzeitig die Luke zwischen der „Endeavour“ und der Station nach neuntägigem Gemeinschaftsflug schließen zu können. Das Problem mit dem Hitzeschild ist durch den Hurrikan ein bisschen aus dem Blickfeld geraten, bleibt aber akut.

Denn trotz millionenschwerer Nachbesserungen erweist sich die Isolierung des Haupttanks als die Achillesferse der drei verbliebenen Shuttles. Auch bei der „Atlantis“-Fähre waren Schäden aufgetreten, die aber mit Bordmitteln repariert wurden. Der Shuttle kam im Juni wohlbehalten auf die Erde zurück - wegen schlechten Wetters in Florida allerdings auf der Edwards Airbase.

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