Home
http://www.faz.net/-gcj-6kd1n
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
50 plus

Loveparade Wulff erinnert Sauerland an Verantwortung

Bundespräsident Wulff hat den Duisburger Oberbürgermeister an seine politische Verantwortung erinnert: Zwar habe jeder als unschuldig zu gelten, dessen Schuld nicht erwiesen ist. „Doch unabhängig davon gibt es auch eine politische Verantwortung“, sagte er.

© APN Vergrößern Wulff kündigte an, die Ersthelfer auszeichnen zu wollen

Bundespräsident Christian Wulff hat den heftig in der Kritik stehenden Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) an seine politische Verantwortung erinnert: „Zwar hat jeder als unschuldig zu gelten, dessen Schuld nicht erwiesen ist. Doch unabhängig von konkreter persönlicher Schuld gibt es auch eine politische Verantwortung. Das alles wird der Oberbürgermeister genau abwägen müssen.“

Wulf setzt sich zudem für die Einsetzung eines Ombudsmannes und die Einrichtung eines Hilfsfonds für die Opfer der Loveparade und ihre Hinterbliebenen ein. „Es geht darum, den Angehörigen zu zeigen, dass die gesamte Nation ihnen beisteht“, sagte Wulff der „Bild am Sonntag“. Der Bundespräsident verwies auf seine Erfahrungen mit Katastrophen während seiner Zeit als Ministerpräsident: „Am Tag des Transrapid- Unglücks haben wir in Niedersachsen einen Hilfsfonds eingerichtet und zu Spenden aufgerufen. 750.000 Euro kamen zusammen, mit denen schnell und unbürokratisch auch in solchen Fällen geholfen wurde, wo Versicherungen und andere nicht helfen können“, sagte Wulff.

Mehr zum Thema

Ein Ombudsmann habe damals die Interessen der Hinterbliebenen gegenüber Versicherungen, Amts-Dienststellen und Anwälten vertreten. „Über beides könnte man auch für die Opfer der Loveparade- Katastrophe nachdenken“, sagte der Bundespräsident. Das Unglück habe vielen Menschen Leid und Kummer bereitet. Auch ein guter Freund seines Neffen in Duisburg sei unter den Toten, sagte Wulff. Er forderte dazu auf, „organisatorische Konsequenzen“ aus der Katastrophe zu ziehen: „In Zukunft muss sichergestellt sein, dass Kinder und Jugendliche bedenkenlos zu Großveranstaltungen fahren können.“ Wulff fügte hinzu: „Dazu gehört, dass die Verantwortlichen insbesondere das Internet als Frühwarnsystem nutzen. In Internetforen wurde schon früh vor einer Katastrophe mit Toten gewarnt.“

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Amerikas Fernsehkultur Wenn Witzfiguren Nachrichten machen

Amerikas Fernsehen macht einen irre: Die Nachrichten sind eine Farce, ernsthafte Satiriker geben auf. Was bleibt, ist Polit-Klamauk. Mehr Von Nina Rehfeld, Phoenix

17.02.2015, 10:44 Uhr | Feuilleton
Ex-Bundespräsident Wulff Griffe in untersten Schubladen

In seinem Buch schildert Wulff, wie er die Dinge rund um seinen Rücktritt vor zwei Jahren sieht. Dabei spart er nicht mit Angriffen auf die Justiz und die Medien. Mehr

01.12.2014, 15:41 Uhr | Politik
Neue Charlie-Hebdo-Ausgabe Diese Millionen sind ein Albtraum

Nach längerer Pause erscheint Charlie Hebdo wieder im gewohnten Takt. Normalität wird die Redaktion nicht mehr erleben. Auf die Solidarität folgten Kritik und interne Kämpfe. Doch die größte Last ist das Geld. Mehr Von Jürg Altwegg

25.02.2015, 09:31 Uhr | Feuilleton
Weltwirtschaftsforum in Davos Merkel: Politik muss Wachstumsimpulse setzen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Politik an ihre Verantwortung für das Wachstum in der Welt erinnert - Anlass war beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Donnerstag die weitreichende geldpolitische Entscheidung der Europäischen Zentralbank. Mehr

22.01.2015, 16:43 Uhr | Wirtschaft
Bombardierung Pforzheims Die Nacht, die nicht enden will

Die Erinnerung an die alliierte Bombardierung Pforzheims am 23. Februar 1945 ist zu einer ritualhaften Abgrenzung von den Neonazis geworden. Die historischen Fakten traten dabei zum Teil in den Hintergrund. Mehr Von Rüdiger Soldt, Pforzheim

23.02.2015, 14:57 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.08.2010, 11:31 Uhr