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Weltweite Emoji-Nutzung : Flirt mit einer Aubergine

Erst eine Aubergine, dann schnell ein Zwinkern hinterher: So geht Flirten heutzutage. Bild: Archiv

Die Franzosen machen ihrem Ruf alle Ehre, aber auch Russen sind romantisch. Und Amerikaner und Italiener nutzen ganz unterschiedliche Phallussymbole: Höhepunkte einer Emoji-Studie.

          Mehr als eine Billion verwendeter Emojis aus 16 Ländern hat das Software-Unternehmen Swiftkey analysiert. 44,8 Prozent von ihnen waren glückliche Grinsegesichter, 14,33 Prozent traurige. Auf Rang drei liegen Herzen mit 12,5 Prozent. Danach folgten etwas abgeschlagen die etwa 800 anderen Emojis.

          Die Banane: ein Klassiker unter den Phallussymbolen

          Besonders interessant ist die Aufschlüsselung, welche der eher selten genutzten Emojis sich in welchen Ländern besonderer Beliebtheit erfreuen. Etwa die Aubergine, die außerhalb der Vereinigten Staaten ein Schattendasein fristet: Sie bildet nur 0,02 Prozent der verwendeten Emojis. In Amerika hingegen steht die Aubergine für, nun ja, das männliche Geschlechtsorgan. Womöglich hängt das mit ihrem Namen zusammen, „Eggplant“ beziehungsweise Eierfrucht im Deutschen. Deshalb wird das Emoji in erotischen Zusammenhängen verwendet – und damit mehr als doppelt so oft wie andernorts. Der Italiener mag es da klassischer: Dort wird für erotische Anspielungen die Banane benutzt.

          Wie kann ich ausdrücken, was ich empfinde? Hier, erst mal ein grinsendes Häufchen.

          In Kanada geht es deutlich weniger verheißungsvoll zu: Die Einwohner sind die größten Fans des lustig grinsenden Exkrementhaufens. Niemand sonst antwortet so oft auf Nachrichten mit diesem eher lakonischen Emoji. Manchmal wird gepflegte Konversation eben erst durch die moderne Technik möglich. Auch die Vietnamesen sind große Fans dieses Emojis. Offenbar wird es benutzt, um Erstaunen auszudrücken. Verzeihung: um Erstaunen darzustellen.

          Ringelreihen in Frankreich

          Kommen wir endlich zu den sprachlich weniger verminten Gebieten menschlichen Lebens. Die Franzosen, das brachte die Studie ans Licht, machen ihrem Ruf als Romantiker alle Ehre. In keinem anderen Land werden mehr Herzchen als Smileys verschickt als in Frankreich. 55 Prozent aller dort versendeten Emojis sind Herzen. Auch die mit Hochzeiten in Verbindung stehenden Symbole werden dort häufiger verwendet als im Rest der Welt. Dort wird also nicht schnöde per Kurznachricht aufgerissen, sondern alles schön in trockene Tücher gebracht.

          In der arabischen Welt schätzt man Pflanzen.

          Auch in der arabischen Welt schlagen die Herzen höher: Dort werden viele Blumen verschickt, vor allem rote Rosen sind angesagt – allerdings auch Bikinis, was in Anbetracht der dort üblichen Kleidungssitten doch überrascht. Die Australier hingegen interessieren sich weniger für Zwischenmenschliches, dafür sehr für Suchtstoffe. Sie benutzen um 65 Prozent mehr Drogen-Emojis als der Durchschnitt.

          Die Deutschen fielen übrigens in der Studie dadurch auf, dass sie nur sehr wenige traurige Gesichter versenden. Außerdem finden Fastfood-Emojis hierzulande ungewöhnlich selten Verwendung. Mäuse hingegen werden in Deutschland viel öfter eingesetzt als in allen anderen Ländern – da dürfte der gängige Gebrauch von „Maus“ als Kosewort eine Rolle spielen.

          Und die Briten? Die flirten sehr subtil. Niemand zwinkert so viel in Kurznachrichten wie sie. In einer Nation der zurückhaltenden Teetrinker gilt das wahrscheinlich schon als verruchte Geste. Darüber können die Anhänger der Eierfrucht freilich nur lachen.

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