http://www.faz.net/-gum-6yuvw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Best Ager - Für Senioren und Angehörige

Veröffentlicht: 01.04.2012, 15:10 Uhr

Emden Achtzehnjähriger gesteht Mord an Lena

Im Mordfall Lena hat hat der verdächtige Achtzehjährige gestanden. Der junge Mann hat möglicherweise vorher schon andere Sexualdelikte begangen.

© dpa Vor dem Parkhaus, in dem Lena ermordet wurde.

Ein Achtzehnjähriger hat gestanden, die elfjährige Lena in einem Parkhaus in Emden getötet zu haben. Der junge Mann war am Samstag in seiner Wohnung festgenommen worden und sitzt in Untersuchungshaft. Er sei der Polizei schon vorher bekannt gewesen. Der Verdächtige sei anhand einer Speichelprobe und Gen-Untersuchung überführt worden, teilten die Ermittler mit. Lena war am Samstag vor einer Woche sexuell missbraucht und zur Verdeckung der Tat im ostfriesischen Emden umgebracht worden.

Der DNA-Test habe ergeben, dass der Festgenommene auch für mindestens ein anderes Sexualdelikt an einer Joggerin in der Gegend von Emden verantwortlich gewesen sei. Staatsanwalt Bernard Südbeck sagte auf der Pressekonferenz am Sonntag, dass es nicht nur Indizien, sondern „auch klare, handfeste Beweise“ gebe.

Keine Angaben zum Motiv

In den Vernehmungen habe der junge Mann eingeräumt, vor der Tat Kontakt zu der Elfjährigen und ihrem gleichaltrigen Freund gehabt zu haben. Er habe gestanden, Lena getötet zu haben, berufe sich bei Fragen zu Einzelheiten aber auf Erinnerungslücken, sagte der Leiter der Mordkommission, Werner Brandt.

Der Achtzehnjährige, der in Emden festgenommen wurde, und Lena seien gemeinsam in das Parkhaus gegangen. Das Parkhaus sei dem sportlichen jungen Mann vertraut gewesen, weil er hier die Klettersportart Parkour trainiert habe. Wie das Mädchen zu Tode kam, ließ Brandt offen. Auch zum Motiv des Mannes machte er keine Angaben.

Nach Auskunft der Mordkommission haben Hinweise von Bürgern zu einer Phantomzeichnung geführt, die große Übereinstimmungen mit anderen Zeugenaussagen gehabt hätten. Der Festgenommene sei „zeitnah zur Tat“ in der Nähe des Parkhauses gesehen worden. Ob eine Tatwaffe bei dem Mann gefunden wurde, ließ Brandt offen. Er sprach lediglich von Gegenständen, die sichergestellt worden seien.

Mehr zum Thema

Zunächst hatten die Ermittler einen Berufsschüler verdächtigt. Nach der Freilassung des Siebzehnjährigen am Freitag war Kritik an den Behörden in Emden laut geworden. Die Staatsanwaltschaft sei mit den Sachverhalten zu offensiv an die Öffentlichkeit gegangen, hatten Strafrechtler und Kriminologen beklagt. Dagegen betonte die Staatsanwaltschaft, dass sie immer von Indizien gesprochen habe, die vor dem Hintergrund eines fehlenden Alibis und widersprüchlicher Aussagen keine Alternative zur Verhaftung gelassen hätten.

Quelle: dpa/AFP/dapd

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
20.000 Euro Geldstrafe Gina-Lisa Lohfink wegen falscher Verdächtigung verurteilt

Hat Gina-Lisa Lohfink zwei Männer zu Unrecht beschuldigt, sie vergewaltigt zu haben? Ja, hat ein Gericht jetzt abermals geurteilt. Lohfink habe nicht unter Einfluss von K.o.-Tropfen gestanden. Mehr Von Julia Schaaf

22.08.2016, 14:48 Uhr | Gesellschaft
Irak Sicherheitskräfte stellen Jungen mit Sprengstoffgürtel

Kurdische Sicherheitskräfte haben in der irakischen Stadt Kirkuk einem Jungen einen Sprenggürtel abgenommen, bevor er diesen zur Explosion bringen konnte. Fotos zeigen, wie die Männer den weißen Gürtel abnehmen. Mehr

22.08.2016, 15:11 Uhr | Politik
Deutscher Buchpreis 2016 Fünf Mal Fischer auf der Buchpreis-Longlist

Die Nominierungen für die Longlist des Deutschen Buchpreises bieten alte Bekannte, aber auch ein paar höchst erfreuliche Überraschungen. Erstaunlich ist, welche Autoren und Verlage diesmal fehlen. Mehr Von Andreas Platthaus

23.08.2016, 10:48 Uhr | Feuilleton
Den Haag Angeklagter gibt Beteiligung an Zerstörungen in Timbuktu zu

Ein ehemaliger Islamist aus Mali hat vor dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag seine Beteiligung an der Zerstörung von religiösen Stätten in Timbuktu gestanden. In diesem Verfahren wird erstmals die Zerstörung von Kulturgütern als Kriegsverbrechen verhandelt. Mehr

22.08.2016, 18:32 Uhr | Politik
Brief aus Istanbul Das Leid nimmt kein Ende

Die Türkei ist die Heimat der Erbarmungslosigkeit. Nun hat die Gewalt die Stadt Gaziantep im Osten des Landes ergriffen. Es gibt kein Entrinnen. Mehr Von Bülent Mumay

23.08.2016, 10:56 Uhr | Feuilleton

Prince Falsches Medikament genommen?

Prince soll Medikamente genommen haben, die stärker waren als auf der Verpackung angegeben, Franziska van Almsick hat schon 20 Mal „Monster AG“ geschaut, und Justin Timberlake reagiert auf den Tod von Ex-Manager Pearlman – der Smalltalk. Mehr 3

Frankfurter Allgemeine Stil auf Facebook
Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden